Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
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401
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Lroxlcr 401

1. Thle. s. „Literatur des südl. Europa". Zuerst königl. und sürstl. Sänger. DenZug beginnt der als Dichter und Held gleich berühmte Wilhelm IX., Graf v. Poi-tou und Herzog v. Aquitaine (geb. 1071), und ihm schließen wir die auswärtigenFürsten und Herren an, welche die ausländische Frucht der galanten Dichtkunst gernan ihren Höfen reifen sahen:, Kaiser Friedrich I. Barbarossa; Roger von Neapel;König Richard Löwenhcrz in England mit seinem berühmten, auch provenzalischdichtenden Minstcel Blondel, der ihn, nach der schönen Fabel, durch den Zauberdes Saitenspiels aus dem Gefängniß befreite; die Könige Alfons und Peter v. Ara-gon; und eine Menge Fürsten und Grafen in Spanien, Frankreich und Italien.Welcher andre Grund aber, als der der Berühmtheit durch ihre Schicksal«, kannuns bestimmen, von mehr als 200 Troubadours, deren Namen und Gedichte nochübrig sind, einige vor den andern zu nennen? Wir führen noch an: Sordello vonManlua, berühmt durch seine märchenhaft vergrößerten Ritterthaten und Dante'SLobspruch; Peyrols, den glücklichen und unglücklichen Diener der Schwester desDauphins von Auvergne, der Gemahlin des Barons von Mercoeur; Berlrand deBorn, in des Richard Löwenherz romantische Schicksale verschlungen; Arnald vonMaraviglia im Dienste der hohen Frau v. Beziers, der gefeiertste Troubadour undtapferste Ritter. Wer kennt den zuletzt genannten nicht aus der „Sänqerliebe" un-sers Fouque, voll provenzalischen Geistes, und in dem Motto: „L vieu mvnLme, in» vie au roi, mon voour aux rlame», IRonneur pour moi" , daS dieLeerheit wie den Reichthum provenzalischer Ritterlichkeit treffend bezeichnet? Vgl.Diez, „Die Poesse der Troubadours nach gedruckten und Handschrift!. Werken dar-gestellt" (Zwickau 1827). Das Hauptwerk von Raynouard („Oiioix 6v» poe»Iv»originale» cke« Iroubackour«", Paris 1818 — 21) enthält eine Grammatik deralten romanischen Sprache u. Gesch. derselben, nebst biograph. Nachrichten von 350Troubadours. Vgl. des Modenesers Giov. Galvani „Osservarioni «ulla poesiacke' Irvvatori e »ullv principali inaniere e forme äi essa evnkrontatv volle an-ticke ltaliene" (Modena 1829).

Troxler (Jgnaz Paul Vital), seit 1830 Professor der Philosophie zu Ba-sel, ist geb. den 17. Aug. 1780 zu Bcro-Münstcr im Canton Luzern. Er wurdeauf den Gymnasien zu Solothurn und Luzern von Jesuiten, welche vergeblich denaufstrebenden Geist desselben zu fesseln suchten, unterrichtet. Gegen die Gewohn-heit des Landes erkannte man sein vorzügliches Talent an und machte ihn beimAusbruche der sranz. Revolution zum Secretair des Regierungsstatthalters. DerZustand der Dinge und seine Wißbegierde trieben ihn bald daraus nach Deutschland,um sich der Medicin und Philosophie zu widmen. Er begab sich 1800 nach Jena,wo er seine erste Schrift: „Über die Lehre von der Bewegung der Iris", drucken ließ,welcher 1803 jeine Inauguraldissertation: „De inllammstlone et suppuratione",und bald darauf s. „Ideen zur Grundlage der Nosologie und Therapie" folgten;von da nach Göttingen, wo er seine „Versuche in der organ. Physik" (Jena 1804)schrieb, und anderthalb Jahre darauf nach Wien, wo er 1805 s. „Grundriß de?Theorie der Medicin" herausgab. Von Wien kehrte er 1806 nach einer Reise durchItalien in sein Vaterland zurück und widmete sich in Luzern der Praxis. Alleinbald gerieth er bei einer Epidemie mit dem SanitätSralhe des Eantons in Streit,und seine Schrift: „Einige Worte über die grassirende Krankheit und die Heilkunstim Canton Luzern", zog ihm heftige Verfolgungen zu, denen zu entgehen er nachWien zurückkehrte, wo er der Praxis und Schriststellerei lebte. Außer Recensionenin den Literaturzeitungen von Jena und Wien, erschien 1807 von ihm: „Über dasLeben und sein Problem"; 1808 „Elemente der Biosophie". Hierauf machte ereine Reife nach den Niederlanden, Frankreich und Italien, und kehrte dann überWien 1808 in seine Vaterstadt Münster zurück. Aber auch jetzt blieb, selbst beieiner ausgebreiteten Praxis, die Philosophie seine LieblingSwissenschaft, und eineConv.-Lcx. Siebente Aufl. Bd. XI. -j-