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Tellus
Tempel
Rothglühhitze erhebt es sich als Dampf und muß durch Destillation gewonnen wer-den. 2) In der Astronomie eine Maschine zur Veranschaulichung der in derTheorie der Bewegung der Erde um die Sonne vorzutragenden Lehren. Es bezichtsich namentlich auf den beständigen Parallelismus der Erdaxe und die daraus ent-springenden Folgen für Abwechselung der Jahreszeiten, Tageslängcn rc. Dcrgl.Maschinen verfertigt in besonderer Vollkommenheit der Pros. der Astronomie amEarolinum zu Braunschweig, I). Gelpke, und gibt darüber Rechenschaft in seinemWerke: „Betrachtungen über die Wunderwerke des Weltalls" (Z.A., Han. 1825,m. K. und c. Vorrede). Auch die zu Gotha von Gräs verfertigten Telluricn sindzu empfehlen.
Tellus, der lat. Name der Gaa (s-d.).
Temeswar, ehemals die Hauptst. des temeswarer Banats, das jetzteinen Bestandtheil des Königreichs Ungarn bildet, nun die Hauptst. einer Gespann-schaft gl. N- in dem Kreise jenseits der Theiß, in Oberungarn. Sie liegt am FlusseBega und am Begacanal, in einer sumpfigen, ungesunden Gegend, ist eine königl.Freistadt, der Sitz des kaisecl. Gencralcommandos für die Banatgrcnze, einerCameraladministration und eines griech. Bischofs. Seit 1718, da die Türken imFrieden zu Passarowiz das ganze Banat abtraten, ist sie sehr verschönert, erweitertund befestigt worden, und gehört jetzt zu den wichtigsten Festungen des östr. Staats.Sie hat 1400 H. und 11,000 E. Unter den schönen öffentlichen Gebäuden sindbesonders zu bemerken: die kath. Domkirche, die griech. Kirche, das Eomitathaus, ,die kath. Pfarrkirche, das Kloster der barmherzigen Brüder mit einem Spital, dasMilitairspital, das raizische Stadthaus (in welchem Schauspiele und Bälle gegebenwerden), die Synagoge, die große Caserne, das Proviantbackhaus nebst Magazin,und die Jngenieurcaserne. Die Einw., größtenteils Deutsche und Serbier (oderRaizen), unterhalten Seidenfabriken, eine Eisendrahtzieherei und lebhaften Han-del, wie denn die Zahl der Großhandlungen auf 67 steigt.
Tempe. Diesen Namen (dessen Form im Griech. die Mehrzahl bezeichnet,daher auch die Beiwörter in dieser Form erscheinen) trug ursprünglich ein 2 Stun-den langes und 100—2000 Fuß breites Thal in Nordgricchenland oder Thessa-lien, wo der Peneos, einer der ansehnlichsten griech. Flüsse, sich einen Weg zwischenden Gebirgen Olympos und Ossa hindurch gebahnt hatte. Nach der Sage bewirkteein Erdbeben diese Öffnung. Durch eben dieses Thal ging die Heerstraße aus Thes-salien nach Macedonien. „Die Natur", sagt Älian, „hat dieses Thal mit vorzüg-licher Schönheit geschmückt. Epheu windet sich, gleich Weinreben, die hohen Bäu-me hinan, welche die Ufer des schönen Flusses beschatten, und bekleidet die schroffenFelsen. Lauben von Lorbergcbüschen, romantische Grotten und liebliche HainechonPlatanen, Pappeln und Eschen gewähren dem Wanderer zur Sommerszeit Schat-ten und Kühlung, und zahlreiche frische Quellen bieten ihm stärkendes Labsal, wah-rend melodische Vögel durch ihren Gesang ihn erfreuen. Auf dem sanft fließendenStrome schifft man im kühlen Schatten der überhangenden Zweige, umweht vomWeihrauchdufte, der rings von den Altaren der Opfernden emporsteigt". Kein Wun-der, wenn der Name dieses nnmuthvollcn Thales übertragen wurde auf ähnlichereizende Gegenden, und wenn man noch jetzt ein schönes Bergthal, das von einemsanften Flusse durchströmt wird, ein Tempe nennt. 8t.
Tempel (lat. lemplum) bedeutete ursprünglich das Gewölbe des Him-mels , oder einen geheiligten Ort im Freien, wo Gottheiten verehrt und Schicksals-zeichen an Sternen, Bögelflug ic. am schicklichsten wahrgenommen wurden (vontemplari — oontemplari). Hiernach nannte man späterhin auch die zur Sicherungder Götterbilder und der Opfer auf den Altären meist auf Anhöhen angelegten Ge-bäude Tempel. Was aber anfangs nur Einzäunung, Zelt oder Hütte war, verwan-delte die fortschreitende Bildung in Prachtgebäude. Der Hintere Raum des In»