Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
91
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Tellurismus Tellurium 91

ward T. in die Akademie ausgenommen, und hier las er 1802 seine auch im Drucke.schienene Denkschrift auf den verst. Minister v. Wöllner vor, durch den er so vieleKränkungen und Unannehmlichkeiten erfahren hatte. Er starb den 9. Dec. 1804,70 I. alt. T. verband mit gelehrten Kenntnissen eine scharfe Beurthcilungskraft.Außer einer mehr als gewöhnlichen Sprachkenntniß hatte er seine Studien beson-ders auf die Kirchen - und Literaturgeschichte gerichtet. Er erregte zuerst Aufmerk-samkeit auf die kritischen Bemühungen zur Berichtigung des Textes der Bücher desA Test. Er war einer der Ersten, welche die dichterischen Stücke des A. Test. mitbessern, Geschmacke zu erklären und ihre Schönheiten zu würdigen suchten; einzelneTheile der Dogmcngeschichte bearbeitete er mit Einsicht. Seinen freien Untersu-chungsgeist aber zeigte er vornehmlich in dem „Lehrbuche des christl. Glaubens"(1764), das ihm jedoch selbst spater so wenig Genüge leistete, daß er es nicht wie-der auflegen ließ. Dieses Buch wurde verketzert, verboten und bestricken, ja derMagistrat vonHelmstädt ging so weit, T.'s Absetzung zu verlangen, was aber vondem braunschweiger Ministerium nicht bewilligt wurde. 1772 erschien s. „Wörter-buch des N. Test.": ein Werk, das mehr als irgend eine ähnliche Schrift zur Ver-breitung des religiösen Lichts in seiner Kirche beigetragen und selbst unter den Ka-tholiken einen neuen Eifer im Studium der Bibel angefacht hat. In jeder neuenAuflage dieses Wörterbuchs, von dem 1805 die 6. erschien, findet man die Spurender stets fortschreitenden Untersuchungen des Vfs. Wie wenig er den ungünstigenäußern Umständen nachgab, sieht man daraus, daß er zu Wöllner's Zeit s. „Reli-gion der Vollkommenem" (1792) und „Anleitung zur Religion überhaupt undzum Allgemeinen des Christenthums insbesondere" drucken zu lassen wagte. Aberauch den Sinn für das Praktische und Gemeinnützige verlor er nie, vielmehr gabdieser allen seinen Forschungen ihre Richtung. Deßhalb verdanken wir ihm mehrekräftige und geistvolle Erbauungsbücher, zu denen auch viele gedruckte Predigtengehören, die sich zwar nicht durch Reichthum der Phantasie, aber durch reineGrundsätze und überzeugende, lichtvolle Belehrung auszeichnen. Ihnen schließt sichdas „Magazin für Prediger" an (10Bde-, 1792—1801), das er in Verbin-dung mit mehren andern Theologen herausgab, und das einen großen Schatz angründlichen Bemerkungen und Untersuchungen und an trefflichen homiletischen undliturgischen Ausarbeitungen enthält. Ungern vermißt man nicht selten in T.'sVortrage die belebende Wärme und einen hinreißenden Ausdruck, wie denn über-haupt seine Schreibart nicht musterhaft ist. Nichtsdestoweniger war er mit demGeist unserer Sprache wohl vertraut, wie s. Schriften über Luther's Lieder undBibelübersetzung beweisen. Als Prediger fand er so wenig Beifall, daß er sich schon15 I. vor seinem Tode ganz von der Kanzel zurückzog. Noch erwähnen wir seineAusgabe des Sallust und Tucretin.

Tellurismus, s. Magnetismus, thierischer, und v. Äieser's„System des Tellurismus oder thier. Magnetismus. Ein Handb. f. Naturforscherund Ärzte" (2 Bde., Lpz. 1822). — Die Anwendung des thierischen Magnetis-mus auf die Pflanzenwelt, den Acker- und Gartenbau, hat I. G. Petri in einereignen Schrift (ohne Druckort und Jahr) in einer leicht verständlichen Sprache ge-zeigt. Man könnte nach ihm den thierischen Magnetismus vielleicht richtiger denorganischen Magnetismus nennen, da auch im Thiere die höhere animalische Sphärenur mittelbar durch Einwirkung auf die vegetabilische bewirkt wird.

Tellurium. 1) Ein Metall, auch Splvan genannt, welches 1798 vonKlaproth in mehren siebenbürgischen Golderzen gefunden wurde. Es hat eine zinn-weiße, ins Bleigraue sich neigende Farbe, ein geradblättriges Gefüge, mit starkspiegelnden Bruchflächen und einen starken Metallglanz. Das spec. Gewicht istam: 6.1. Es hat die Härte des Wismuths und ist so spröde wie das Spiesglanz.Es schmilzt etwas später als Blei, aber früher als Spiesglanz. In einer starken