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11 (1830) T bis V
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Tempel

nern, wo die Götterbilder :c, standen, blieb als ein den Augen der Menge unerreich-bares Heiliglhum (Adyton) vom vordem Raume abgesondert und war nur denobersten Priestern zugänglich; Geheimnisse und Dunkel mußte die Stätte um-hüllen, wo die Götter ihre Nähe offenbarten. Im Tempel verwalteten die Priesterregelmäßig den Gottesdienst mit seinen Mysterien; Laien kamen nur an gewissenFesten in feierlichen Umzügen hinein, die Versammlungen der Andächtigen wur-den vor den Tempeln gehalten, da ihr Inneres nirgends groß genug war, um dieMenge des Volks zu fassen. Die Vielgötterei vervielfältigte die Anzahl der Tem-pel, deren Überreste auf dem classischen Boden der gebildeten Völker des Alter-thums noch jetzt Zeugen ihrer Religion und Cultur sind. In Asien, wo die Anzahlder Tempel verhältnismäßig geringer war als bei den Griechen und Römern, hatteoft die Kraft, Kunst und Wohlhabenheit ganzer Nationen sich an dem Baue eineseinzigen erschöpft. So fanden die Hebräer, die als Anhänger der Lehre von demEinigen Gott nicht mehre Stätten der Verehrung desselben dulden konnten, denVereinigungspunkt ihrer Religionsübung und Vaterlandsliebe an ihrem National-heiligthume zu Jerusalem. Den ersten Tempel baute ihnen Salomo auf dem BergeMvria in Jerusalem mit Hülfe phönizischer Meister, ein steinernes, rechteckigesGebäude von 60 Ellen Länge, 20 Ellen Breite und 30 Ellen Höhe, an 3 Seitenmit Eorridors oder Seitenzimmern umschlossen, welche in 3 Stockwerken überein-ander aufstiegen und zur Bewahrung von Schätzen und Geräthschaftcn des Tem-pels dienten, an der vordern offenen Seite mit einer 10 Ellen breiten Vorhalle ge-ziert, welche von 2 ehernen Säulen, Jachin und Boas (Festigkeit und Stärke),getragen ward. Das Innere theilte sich in den Hinterraum von 20 Ellen Länge,welcher das Allerheiligste hieß, die Bundeslade enthielt und durch einen Vorhangvon dem 40 Ellen langen Vorderraum oder dem Heiligen geschieden war, worin diegoldenen Leuchter, der Schaubrottifch und der Räucheraltar standen. Beide Räu-me waren an den Wänden, das Allerheiligste auch am Boden und an der Decke,kunstreich mit Holzwerk getäfelt. Dieses durfte nur von dem Hohenpriester, daSHeilige nur von zum Tempeldicnst bestimmten Priestern betreten werden. DasTempelhaus umgab ein innerer Vorhof mit dem Brandopferaltar, dem Rcini-gungsbecken und andern Geräthschaftcn, weil hier die Priester schlachten, opfernund beten mußten; Säulengänge zwischen ehernen Thoren schieden diesen Priester-hof von dem äußern für das Volk, den wieder eine Mauer umschloß. <Vgl. Hirt's„Tempel Salomonis", Berl. 1809, und Joh. Fr. v. Meyer s „Bibeldeutun-gen", Fkf. a. M. 1812.) An der Stelle dieses durch die Assyrer zerstörten erstenTempels bauten die aus der babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrten jüdischenStämme unter Serubabel einen zweiten von derselben Form, doch mit geringererPracht. Herodcs d. Gr. baute ihn nach einem größcrn Maßstabe um und umgabihn mit 4 terrassenförmig aufsteigenden Vorhöfcn. Der untere derselben, 500 Ellenins Gevierte, war auf 3 Seiten von doppelten, auf der 4. südlichen von dreifachenSäulengängen umringt und hieß der Heidcnvorhof, weil darin Menschen von>allen Nationen beten durften. Diesen schied eine sehr hohe Mauer von dem 135Ellen ins Gevierte fassenden, höher stehenden Vorhof der Weiber, wo die jüdischenFrauen sich zur Andacht versammelten. Bon da stieg man auf 15 Stufen zu dem.wieder mit Säulengängen eingeschlossenen großen Vorhof des Tempelhauses selbst,von dessen Länge vorn 11 Ellen, mit einer Breite von 155 Ellen, als Vorhof derjüdischen Männer, durch ein Gitter von dem innersten Priestcrvorhof abgesondertwaren. In dessen Mitte stand das Tempelhaus von weißem Marmor mit reicherVergoldung, 100 Ellen lang und hoch, 60 Ellen breit, mit einer 100 Ellen breitenVorhalle und 3 Stockwerken Seitenzimmer, wie bei dem ersten Tempel. Diesemwaren die Gcräthschaften und Maße des Innern gleich, nur die Höhe verdoppeltund das Allerheiligste leer. Gemächer zu Vorräthen und Versammlungen füllten