Teleskop Tell SS
schichte an dem Zusammenhang und den Folgen der Begebenheiten wahrnimmt undzu Schlüssen benutzt, welche von der Betrachtung der Zweckmäßigkeit aller geschaf-fenen Dinge zur Erkenntniß des Daseins und der Eigenschaften des Schöpfersführen. Der dadurch gebildete Beweis für das Dasein Gottes heißt der teleologi-schcundistdem physikotheologischen genau verwandt. (Vgl-Gott u. Physiko-theologie.) Die gemeine Teleologie abstrahirt aus einseitigen Wahrneh-mungen gewisse Zwecke der Dinge und trägt daher auch nur einen einseitigen Ver-stand in die Natur und ihren Urheber über. (Vgl. Bornemann, „Die Lehre vonden Zwecken der Teleologie", Berl. 1827.)
Teleskop, s. Fernrohr und Spiegelteleskop.
Tell (Wilhelm), Landmann zu Bürzeln bei Mors, merkwürdig durch dieGrausamkeit des damaligen öflr. Landvogts Geßler, oder Gäßler, in Mors. DieSchweiz bestand aus einer Menge weltlicher und geistlicher, zum Theil dem HauseHabsburg erbunterthäniger, zum Theil dem deutschen Reiche anhängender Gebiete.Albrecht l., deutscher Kaiser, ländersüchtig und umsichgreifend, wünschte die Wald-städte mit seinen Ecbbesitzungen zu vereinigen und trug denselben geradezu an, sichihm als Herzog von Östreich zu unterwerfen, vom deutschen Reiche abzulassen.Sie lehnten es ebenso geradezu ab, und nun wurden sie durch die vom Kaiser ein-gesetzten Vögte so gemißhandelt und gedrückt, daß 1307 zwischen Uri, Schwyzund Unterwalden ein Bund geschlossen wurde, an dessen Spitze 3 tapfere Männer,Walter Fürst (T.'s Schwiegervater), Arnold von Melchthal und Werner Stauf-fachcr, standen. Auch W. T. gehörte zu diesem Bunde, anfangs jedoch mehrdarum wissend denn zum Handeln selbst entschlossen. Da trieb aber der LandvogtGeßler die Sache so weit, daß die Schweizer vor einem Hut — als Sinnbild derHerrschaft Östreichs— ihr Haupt entblößen sollten, und verurthcilte den T., derdies unterlassen hatte, einen Apfel vom Haupte des eignen Sohns zu schießen. DerSchuß glückte; da T. aber gestand, daß der zweite Pfeil, den er bei sich führte, imFalle des Mißlingens für den Landvogt bestimmt gewesen sei, so führte dieser ihngefangen mit sich fort über den Waldstädtersee. Allein ein starker Sturm drohtedem Fahrzeuge Verderben. T. ward als kräftiger, erfahrener Ruderer losgelassenund lenkte glücklich das Fahrzeug ans Ufer, nahm aber die Gelegenheit wahr, aufein Felsenriff hinüberzuspringen und das Schiff zurückzustoßen. Sein Geschoßhatte er glücklich mitgenommen, und als der Vogt, mit Mühe dem Sturm entgan-gen, daherkam, traf ihn das tödtliche Geschoß im hohlen Fclsenwege nach Küßnacht.Sein Tod ward das Zeichen zum allgemeinen Aufstande, zum hartnäckigsten Kriegezwischen allen Schweizern und Östreich, der erst 1499 gänzlich beendet wurde. T.wohnte noch der Schlacht bei Morgarten bei und soll 1350 bei einer großen Wasser-flut sein Leben im Schächerflusse verloren haben. So erzählt die Sage, die sichdurch Capellen, durch Bezeichnung des Felsenriffs, durch eine Menge Gemälde undso vieles Andre bewährt, und die, von Vielen bezweifelt, von Joh. v. Müller wiederals wahr angenommen worden ist. Saxo Grammaticus erzählt etwas Ähnlichesvon einem Dancnkönigc Harald und einem gewissen Tholko, was ebenfalls gegendie Wahrheit der Begebenheit eingewendet worden ist. Allein leicht konnte die Sageaus dem alemannischen Deutschland in den Norden verpflanzt werden mittelst derdeutschen Hansestädte. (S. Hagen's „Nordische Heldenrom ane", Bresl. 1814,Eap. 27.) Auch ist Ein Umstand hinreichend, T.'s Geschichte in der Hauptsachezu erhärten. Es wurde nämlich, nachdem die Landvögte verjagt und ihre Schlössergeschleift worden waren, jährlich eine große Wallfahrt nach dem Orte angestellt,wo T. sich ans Land gerettet hatte — und der Canton Uri ließ in der Nähe vonTellenplatten (des abgeplatteten Felsens, auf welchen T. sich springend rettete)1388 (30 Jahre nach s. Tode) die bekannte TellScapelle erbauen, worin jährlicheine Lobrede ausT. gehalten wurde — und 114 der in jenem Jahre dahin Wallen?