88 Telemann Teleologie
In seiner Kindheit siel er einst ins Meer, ward aber von Delphinen gerettet, daherUlysses einen Delphin auf s. Schilde und in s. Siegelringe trug. Homer läßt ihngegen die Zeit der Rückkehr seines Vaters als erwachsenen Jüngling auftreten, demMinerva in der Gestalt des Mentors, seines Erziehers, den Rath gibt, sich die Freiers. Mutter vom Halse zu schaffen und ihnen anzudeuten, daß Jeder sich nach Hausebegeben solle; wolle seine Mutter wieder hcirathen, so solle er sie in ihr väterlichesHaus zurückweisen und dort Hochzeit halten lassen. Er selbst solle mit einem LOrudri-gen Schiffe zum Nestor nach Pylus und von dort nach Sparta zum Menelaus gehen,um seinen Vater auszukundschaften; denn Ulysses lebe noch irgendwo auf einer Insel,werde aber mit Gewalt von der Rückkehr abgehalten; seine Klugheit werde ihn abergewiß losmachen. Wäre er dennoch todt, so solle er bei seiner Rückkehr ihm ein Denk-mal errichten, seine Mutter verhsirathen und die Freier durch List oder Gewalt er-morden. Auf diesen Rath zeigte sich T. als Herr im Hause, verhehlte jedoch s. Ent-schlüsse und Maßregeln den Freiern. Da diese f. Befehlen nicht gehorchten, so truger dem Volke seine Noth vor, verlangte dessen Hülfe, und erklärte, daß er nach Pylusund Sparta reisen wolle, um sich nach seinem Vater zu erkundigen. Zwar erreichteer bei dem Volke seine Absicht nicht; aber Minerva, welche er anflehte, erschien ihmals Mentor, und am andern Morgen kam er glücklich in Pylus an. Von hier ging«r in Begleitung des Pisistratus nach Sparta, wo er vom Menelaus erfuhr, daß seinVater noch bei der Kalypso lebe. Indessen war Ulysses auf Jthaka angekommen,und Minerva, welche dem T- erschien, rieth ihm, nach Jthaka zurückzukehren. End-lich kam er dort wieder an, und überlegte nun mit s. Vater, wie sie sich die unver-schämten Freier der Penelope vom Halse schaffen wollten. Am folgenden Tage gingT. bewaffnet in die Stadt und ließ s. Vater, als Bettler gekleidet, gleichfalls dahin-führen. Darauf ließ er den unerkannten Ulysses im Bettlcrkleide mit den Werbernder Penelope speisen, und untersagte den Letztem alle Spöttereien und Mißhand-lungen. Umsonst; der Kampf begann, aber T. und Ulysses siegten. Endlich fochtder Erstere noch an der Seite seines Vaters gegen die Jthakenser. Späterhin, wirderzählt, faßte Ulysses einen Argwohn gegen seinen Sohn T. und verbannte ihn aufsLand. Nach Ulysses's Tode aber heirathete er die Eirce und zeugte mit ihr den La-tinus und die Rome, von welcher Rom nach Einigen den Namen haben soll. — Überden moralischen Roman „Telemach" s. Fen «lon.
Telemann (Georg Philipp), einer der berühmtesten und fruchtbarstenComponisten s. Zeit, war geb. 1681. Er hatte schon auf dem Gymnasium s. Va-terstadt Hildesheim sich viel mit Musik beschäftigt und Psalmen componirt. 1702wurde er Organist und Musikdirector an der Neukirche daselbst und errichtete einOolloZium Iilusioum , aus lauter Studirenden bestehend, zur Aufführung großerMusiken. Später wurde er Capellmeister in Baireuth, ging aber dann nach Ei-senach , Sorau, Frankfurt a. M. und starb als Musikdirector in Hamburg 1767.Unter s. Compositionen waren s. Opern, in welchen er sich Lully zum Muster nahm,auch in Frankreich beliebt, und zeichneten sich durch treffliche Chöre, sorgfältige De-klamation, reiche, für seine Zeit oft überladene Instrumentation aus. Er war auchein großer Liebhaber der musikalischen Malerei. Selbst Scb. Bach würdigte ihn indieser Hinsicht, nach Lessing's Mittheilung, sehr, ohne s. Übertreibungen in diesemPunkte zu rechtfertigen. So wollte T. z. B. die Falschheit der Gesinnungen durchfalsche Quinten oder Dissonanzen ausdrücken. T.'s Opern trugen sehr viel zu demdamaligen Flor der deutschen Opernbühne in Hamburg bei. Auch als Kirchen-componist war er ausgezeichnet. Er schrieb Cantaten und Oratorien, und seine Mo-tetten werden noch jetzt von großen Singechören vorgetragen.
Teleologie (griech. Zwecklehre) wird in der Philosophie die Lehre von denweisen und wohlthätigen Endzwecken genannt, welche die Vernunft in der Einrich-tung an den einzelnen Wesen, wie an ihrer Verbindung mit einander, in der Ges