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11 (1830) T bis V
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80 Tauris

Städte Feodosia (Theodosi'a) oder Kaffa (s.d.), Sewastopol und Eupatoriasind bedeutend wegen des Handels auf dem schwarzen Meere. Das asowsche undschwarze Meer umgeben die Halbinsel auf beiden Seiten; ein Meerbusen, welchendas erstere bildet, ward das faule Meer oder auch Siwasch (russisch Guiloje-more) genannt. Bei dürrer Jahreszeit trocknet er, unter Verbreitung eines un-angenehmen Geruchs von dem stehenden Wasser, ganz aus; dann kann man ihnzu Pferde passiren; zu andern Zeilen kann er beschifft werden. Der Theil vonTaurien zwischen der Landenge und dem Dnepr besteht aus großen Ebenen, diezum Theil unfruchtbar und unangebaut (Steppe) sind. Der nördliche Theil derklinischen Halbinsel ist wasser- und holzleer, mit magerm, salzigem, zumAckerbaueuntauglichem Boden; ihre südliche, gebirgige Hälfte aber gehört zu den schönstenund fruchtbarsten Ländern der Welt. Die Thäler, in denen sich Flüßchen undBäche schlängcln, sind vortrefflich angebaut; sie haben ergiebige Acker, schöneWeinberge und eine große Anzahl bewohnter Dörfer. In den Gärten hat manAprikosen, Pfirsiche, Kirschen, Pflaumen, Mandeln, Granaten, Feigen, Birnen,Apfel, Melonen, Arbusen. Der beste Wein wächst bei Sudak und Koos, welcheGegenden in guten Jahren 30,000 Eimer Wein liefern. Der sudaksche Weingleicht dem Champagner vollkommen. Clarke, der 1800 und 1801 diese Gegen-den besuchte, rühmt die Thäler Balaklawa und Baidar als die schönsten, undnennt die Gegend zwischen Kutschuk Koi uno Sudak paradiesisch, wo alle Artenvon europäischen Früchten den höchsten Grad der Vollkommenheit erreichen. Auchbringt das Land viel Getreide, Hirse, Taback, Honig, Wachs, Seide hervor; deß-gleichen ist die Rindvieh-, Pferde- und Schafzucht erheblich. Die Schafe lieferndie sehr beliebten krausen, grauen Lämmerfcllchen, die den Namen der krimschenführen. Die Hanpteinwohner sind mohammedanische, auf der Insel ansässigeTataren, welche Ackerbau, Viehzucht, Handlung und Gewerbe treiben. Auch le-ben hier Russen, viele Griechen und Armenier, Juden, Zigeuner, Europäer vonverschiedenen Nationen, indem die russische Regierung viele Ausländer als Colo-nisten in das Land zieht, und denen, die sich hier niederlassen, 30Freijahrc bewil-ligt. Der Handel wird theils von den Tataren selbst, theils von den im Landeansässigen Griechen, Armeniern und Juden betrieben. Mehre Schriften überTaurien und die Krim nennt Wi'chmann's „Darstellung der russischen Monar-chie" (1813,1.THl.); ferner des holländ. Admirals Kinsbcrgen Charte von derKrim in 4 Bl.; Murawiew-Apostol's „Reise durch Taurien im 1.1820" (a. d.Nuss. übers. v. Drtel, Berl. 1825), u. Castelnau's „L88ai 8url'in8tmro anviennset inockerne äs I» I§ouvel!e-Ku88ie" (mit Charten und Planen, Paris 1820).

Tauris, Hauptst. der Prov. Aderbidschan in dem westl. Persien, liegt ineiner Ebene, in welcher sich kein Baum findet, an den Flüssen Spintscha undAt-fchi, und hat 300Karavanserais, 250Dschamien und Moscheen, 20,000 H. und150,000 Einw. Sie ist mit Mauern von Backsteinen umgeben, die durch vieleThürme gedeckt werden. Russen, Türken, Perser, Jndiec treiben hier Handel.Die Kaufläden sind mit den reichsten Waaren angefüllt; auch gibt es viele Künst-ler und Handwerker, die vorzüglichsten und zahlreichsten darunter sind die Sciden-weber. Man verfertigt hier das Chagrin, womit fast ganz Persien versorgt wird,und wovon Jedermann, bloß die Bauern ausgenommen, die Schuhe und Stiefelnträgt. Man sieht viele Ruinen ehemaliger prächtiger Gebäude; denn T. hat ei-nige Mal durch Erdbeben und durch Belagerungen, bald von den Türken, baldvon den Persern, gelitten. Bis 1828 war sie die Residenz des Prinzen AbbasMirza, des Kronerbcn von Iran, wurde aber nebst der Prov. Eriwan im October1827 von den Russen besetzt, worauf in der Nähe von Tauris der Friede mitPersien im Nov. zu Stande kam, und nachdem die Perser ihn gebrochen, den22. Febr. 1828 in Turkmantschai bestätigt wurde.