Taunus Launen 79
Taunus (der), auch die Hamburger Hohe genannt, ein ansehnliches, beson-ders seiner Heilbäder (Eins, Schlangenbad rc.) wegen berühmtes Waldgebirgezwischen dem Main und der Lahn, in der ehemals kur- undgroßherzogl. hessischen,jetzt nafsauischen Grafschaft Katzenellnbogen. Es zieht sich in 2 Bergreihen überHomburg, Köni'gsteinundEpsteinbiszumSchlangcnbade, wo cssichdem Rhein-gaugcbirge anschließt. Seine höchsten Spitzen sind dergroßeFeldbcrg (2605Fuß)und der unmittelbar daneben liegende Altkönig (2400 F.).
Lauricn (taurischcr Chersoncs), eine Statthalterschaft des europäischenRußlands. Sie begreift die Halbinsel Krim, die Halbinsel Taman, sitzt Lmuta-rakan, und die Länder und Steppen, welche die nogaischen und budschiakischenTataren bewohnen. Auch steht mit derselben die Provinz der Kosackcn des schwar-zen Meeres in Verwaltungsverhältniffen. Sie hat, nach Hasset, aus 1646 ss)M.301,400 E., nach Wichmann nur 1025 UM. und 207,000 E., mithin 201Menschen auf 1 ssM. Diese Länder, welche in ältern Zeiten Scythen (auch dieAmazonen) und griech. Eolonisten bewohnten, wurden seit Herodot (450 v. Chr.)nach und nach von mehr als 70 verschiedenen Völkern erobert und verheert. Siegehorchten den Persern, den griech. Republiken, den Königen des Vosporos, denRömern, den Sarmaten, dann den griech. Kaisern, und am Ende des 12. Jahrh,zum Theil den Genuesern, wurden im 13. Jahrh, von den Tataren und am Endedes 15. von den Türken erobert. Mohammed II. bemächtigte sich im 1.1475Tauriens, 12 I. nach der Eroberung Konstanti'nopels. Er verjagte die Genuesernebst den Benetianern. Jene besaßen Kassa und Cherson; diese hatten die ColvnieLana gegründet. Die Krim hatte ihren eignen Khan, der aber von dem türkischenKaiser abhing, von diesem die Bestätigung seiner Würde erhielt, und ihm zurHeeresfolgc verpflichtet, mithin türkischer Vasall war. Seit 1698 drangen russi-sche Heere wiederholt in die Krim ein, deren Bewohner durch ihre Streifzüge häu-fig Verderben über die benachbarten Provinzen verbreiteten; allein erst 1771 wardsie unter Dolgorucki wirklich erobert, und die Pforte war genöthigt, im Friedenzu Kutschuk-Kai'nardschi 1774 die Krim als ein völlig unabhängiges Land anzu-erkennen, das unter einem von der Nation selbst gewählten Khan stehen sollte.Auch lebten eine Zeit lang die saporogischcn Kosacken, und zwar ohne Weiber, indiesem Lande, wo ehemals die'Amazoncn in ihrer Republik keine Männer geduldethaben sollen. Berühmt ist ihrHctmann Chmelinsky. Noch berühmter wurde derSultan Selim Gheray, einer der besten Regenten. Der Khan Schahin Gheray,dessen Wahl die Russen unterstützt I-attcn, fand sich, von der türkischen Gegen-partei gedrängt, endlich veranlaßt, eine Zuflucht in Petersburg zu suchen. Ruß-land erklärte daher den 19. April 1783 die Krim für russisches Eigenthum, unddie Pforte, die einen neuen Krieg zu wagen sich scheute, trat das Land (Jan. 1784)völlig anRußlandab. Der Khan erhielt von Rußland einePension; in der Folgebegab er sich nach der Türkei zurück, wurde aber hier auf Befehl des Großhcrrn1787 auf der Insel Rhodos hingerichtet. (S. v. Dohm's ,,Denkwürdigk.'h II,54 fg.) Die Krim ward nun, nebst den dazu gehörigen Provinzen, als eineStatthalterschaft, unter dem alten Namen: taurischcr Chcrsones oder Taurien,dem russischen Reiche einverleibt. Dem kaiserl. Titel ward der Zusatz: Zar destaurischen Chcrsones, hinzugefügt. Potemkin, der zu der Unterwerfung der tata-rischen Einw., nicht ohne Gewaltsamkeit, mitgewirkt hatte, erhielt von seiner Mon-archin den Beinamen: dec Taurier. Es sind in dieser Statthalterschaft viele,aber nicht große Städte. Simferopvl, am Salgir, eine ehemalige Residenzder Khane, ist der Hauptort; der alte Palast der Khane zu Baktschisarai wirdfortwährendinscincrasiat. Form vonderruss.Regierung erhalten; wichtig istdieFestung Kinburn an der Mündung des Dnepr; Perekop (Orkapi) ist eineFestung auf der Landenge, welche die Krim mit dem festen Lande verbindet; die