Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
81
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LauruS Tausend und eine Nacht 81

Taurus (jetzt Kurvn genannt), ein berühmtes Gebirge in dem östl. Theileder asiat. Türkei, welches sich am Ursprünge des Frats (Euphrat), wo der mitewigem Schnee bedeckte Ararat hervorragt, am meisten erhebt und sich in mehrenKetten über den größten Theil Westasiens verbreitet. Eine Kette desselben, derAla-Dagh, zieht sich durch daS südl. Natolien und endigt in dem chclidonischenVorgebirge, der Insel Rhodus gegenüber. Eine andre Verzweigung des Tauruserstreckt sich nach Syrien und bildet den Libanon nebst dem Antilibanon. Im N.nähert sich der Taurus, der überhaupt durch seine Äste mit dem großen mittelasia-tischen Gebirgssystem verbunden ist, dem Kaukasus, und östl. hängen der schnce-reiche Kiare mit dem Tschudi, und das in Wcstpersicn hineinlaufende Gebirge Za-gros mit ihm zusammen.

Täuschung, der Zustand, in welchem wir das Wirkliche mit dem Nicht-wirklichen verwechseln. Über die Täuschung in der Kunst s. Illusion.

Tausendjähriges Reich, s. Ehiliasmus.

Tausend und eine Nacht. Name einer Sammlung morgenländi-scher Märchen und Erzählungen. Der Orient ist die alte Heimath märchenhafterSagen und Geschichten. Die immer thätige Phantasie des Morgenländcrs, seineLust an Abenteuern, sein Glaube an Geister aller Art und Hang, durch heitere Er-zählungen zu unterhalten und sich unterhalten zu lassen, wie derselbe, nach den Zeug-nissen der Reisenden, noch jetzt in den Caffeehäusern des Morgenlandes und aufden Lagerplätzen der Caravanen sich kundthut, erzeugte, zunächst wol in Zndien undPersicn, jene Menge von Fabeln und Märchen, die später, gegen Mohammed's aus-drückliches Verbot, in Arabien eine zweite Heimath fanden, aus der sie, vielfachvermehrt und zum Theil auf das mannigfaltigste umgebildet, erst einzeln, dannin ganzen Sammlungen nach Europa übergingen. Vielen derselben, die bereitsin den Zeiten der Kreuzzüge oder noch früher den Weg dahin gefunden hatten,waren in altfranz. Fabliauxdichtern, wie in deutschen Märchen- und Sagenerzäh-lern mehr oder minder freie Bearbeiter zu Theil geworden; aber erst zu Anfangedes vorigen Jahrh. (1704) ward die unter der obigen Benennung lange zuvor imOrient verbreitete Sammlung durch Ant. Galland's, eines ausgezeichneten franz.Orientalisten, Übersetzung den europäischen Literatoren und bald auch dem grö-ßer» Publicum bekannt. Sie ward bei ihrer Erscheinung mit allgemeinem Beifallaufgenommen und ging, übcrs. und bearbeitet, als vielgelesenes Volksbuch durchEuropa. Galland hatte aus der unvollständigen Handschrift, die ihm zu Gebotestand (jetzt in der königl. Bibliothek zu Paris), nur einen Theil des Ganzen zugeben vermocht. Dies veranlaßte weitere Nachforschungen, und so erschien 1788zu Paris die „Neue Tausend und eine Nacht" von Chaois und Eazotte nach einerHandschrift, die der Erstere, eingeborener Araber, in der königl. pariser Bibliothekniedergelegt hatte. Der Verdacht der Unechtheit, den die Herausgeber durch allzuwillkürliche Behandlung des Grundtextcs sich zugezogen hätten, erwies sich inFolge späterer Untersuchungen als ungegründct; dennoch mußte es mit Dank da-kmgenvmmen werden, als ein Nachfolger Galland's auf dem arabischen Lehrstuhle,Eausstn de Perceval (1806), diesen Theil der Sammlung aus der Urschrift berich-tigte und dem vielfach verbesserten Abdruck der Galland'schen Übertragung denSchluß des Ganzen hinzufügte. Noch immer aber blieben ansehnliche Lücken, dieweder durch Jonathan Scott's vermehrte englische Übersetzung (1811), noch durchGauttier's, unter Mitwirkung von Langlös, 1822 erschienene neueste Ausgabevon Galland's „Linie vt uno nuit" vollständig gehoben worden. Deutschen Ge-lehrten blieb es vorbehalten, durch Benutzung bis dahin unbekannter Handschriftendie endliche Vervollständigung der reichen Sammlung zu bewerkstelligen. Zuersttrat Herr von Hammer mit einem Schatze neuer in Ägypten von Nosetti aufge-fundener Märchen hervor, die, nachdem die franz. Übertragung durch ein räthsel-Conv.-Lex. Siebente Aufl. Bd. XI. ch tz