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Taufgesinnte, Baptisten
kommene Religionsfreiheit. In diesem Lande sind jetzt 131 Gemeinden mit 183Lehrern von allen Parteien der Taufgesinntcn, unter denen die meisten zu denRemonstrantischen, etwa ein Dritttheil zu den Mennonitcn, und nur einzelne,nicht zahlreiche Gemeinden zu den Feinen gehören. Die Taufgesinnten in Deutsch-land, wo sie besonders in den Rheinländern häufig sind, in Ostpreußen, derSchweiz, Elsaß und Lothringen, halten sich zu den eigentlichen Mennonite». ImGottesdienst aller dieser Parteien findet man wenig Abweichung von den Formendes Protestant. Gottesdienstes, doch stehen sie den Neformirten auch hierin näheralS den Lutherischen. Die Feinen haben Älteste oder Bischöfe, welche die Sacra-mente verwalten, Lehrer, welche predigen, und Diakonen oder Almosenpflegcr,und wählen alle diese Beamten durch Stimmenmehrheit der Gemeinden; dieMennoniten haben Lehrer und Diakonen, von denen erstere die eigentlichen Pa-storen, die andern nur Vermahlter oder Prediger sind, Beide aber von dem Äir-chenrathe (Presbyterinm) gewählt werden. Ebenso halten es die Rcmonstran-tischen. Im Allgemeinen verdienen die Taufgesinnte!, das ihnen sonst beigelegteLob des Fleißes, der Wiclhlichkeit, Stille und Sittenreinheit noch jetzt, nur habensich Viele unter ihnen so sehr an die Weltsitte gewöhnt, daß das Gepräge der Ei-genheiten ihrer Sekte sich immer mehr verwischt, und dieselbe überhaupt in Ver-fall und Abnahme zu sein scheint. — Außer aller kirchlichen Verbindung mit denhier beschriebenen Nachkommen der alten Wiedertäufer bildete sich die Sekte derBaptisten in England. Wiedertäufer, die sich vom festen Lande nach Englandgeflüchtet hatten, wurden unter Heinrich VIII. und seinen Nachfolgern mit Feuerund Schwert verfolgt; auch Elisabeth verbannte alle Taufgesinnte. Erst im An-fange d. 17. Jahrh, gründeten die Baptisten in Großbritannien ihre Gemeinden,welche meist aus Überläufern von den Presbytcriancrn bestanden, daher sie auchschon um 1630 in Particular- und Antinomian-Baptisten, die ganz bei der LehreEalvin's auch im Artikel von der Prädestination blieben, und in General-, auchUniversal- oder Arminianbaptistcn zerfielen, die den calvinischen Lehrbegriff indiesem Punkte verließen, und, bei einer den Nemonstcanten eignen Gleichgültig-keit gegen Untcrscheidungslehren, auch socinianischen Meinungen den Zugang zuihren Gemeinden öffneten. Noch eine dritte Sekte stiftete in der zweiten Hälftedes 17. Jahrh, ein gewisser Franz Bampsield unter den Baptisten, indem er dieFcier dcs Sonnabends oder Sabbaths einführte, daher seine Anhänger Sabbatha-rier hießen; diese dauern aber nur noch in Nordamerika fort. Alle Baptisten ha-ben gleich anfangs von den Eigenheiten der Taufgcsinnten nur die Verwerfungder Kindertaufe und den Gebrauch, die Erwachsenen zu taufen, angenommen.Sie thun dies durch dreimalige gänzliche Untertauchung, weßhalb sie von denHolländern unter die Dompelcrs gerechnet werden. Den Eid, die Kriegsdiensteund die Verwaltung obrigkeitlicher Ämter erlauben sie; in ihrem Geiste undGottesdienste stimmen sie mit den übrigen Disscnrers in Großbritannien überein,mit denen sie auch 1689 Religionsfreiheit erhielten. Seitdem besolden sie eigneLehrer, welche selten Laien sind, und in der Regel in den Lehranstalten der Prcs-dyterianer ihre Bildung erhalten. —Im Anfange d. 19. Jahrh, hatten sie in Eng-land 247 Gemeinden ihrer 3 Parteien, unter denen die Particular-Baptisten,ungeachtet ihrer strengern Kirchcnzucht, nach und nach die zahlreichsten wurden,eigne Seminarien für ihre Prediger anlegten und in der Mitte des 18. Jahrh,den Kirchengesang bei ihrem Gottesdienste einführten. In Nordamerika, wohinim 17. Jahrh, viele Mennoniten gekommen waren und noch jetzt bestehende Ge-meinden gestiftet hatten, sind auch dieBapristen weitverbreitet. Im Staate Ken-tuckv haben sie 16 Gemeinden mit 30 Predigern und in den meisten der übrigenFreistaaten wenigstens einige, im Ganzen 956 Kirchen der Particular-Vapüsten,20 der Universal - Baptisten und 12 der Sabbatharier. Ihre Thätigkeit in der