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11 (1830) T bis V
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Tauft

tauft. Bon dieser unter denJuden üblich gebliebenen Pcosclytcntaufc unterschiedsich die Taufe des Vorgängers Jesu, Johannis, durch den Umstand, daß er auchgeborene Juden taufte, um sie durch die Reinigung an die Nothwendigkeit einervollkommenen Buße und Besserung zu erinnern; denn daß die feierliche Wasser-taufe ein Sinnbild der Reinigung der Seele vom Bösen sei, war seinen Zeitgenos-sen nicht unbekannt. Jesus unterwarfsich sclbstdiesem Reinigungsgebcauche, in-dem er sich von Johannes taufen ließ, was auch mit mehren seiner Apostel, welchevorherJüngerJohannis gewesen waren, geschehen sein mußte. Jesus taufte nichtnur sclbst(Ev. Joh.IIl, 26; IV, 1), sondern verordnete auch, daß die Anhängerseiner Lehre durch die Taufhandlung in s. Gemeinde aufgenommen und zumchristl. Glauben und Leben eingeweiht werden sollten. Die Taufe wurde daher einchristl. Reli'gl'onsgebrauch, ohneden keine Aufnahme in die Christenheit stattfin-den kann. In den Zeiten der Apostel war er sehr einfach, sie und ihre Nachfolgertauchten die Täuflinge mit Aussprcchung der Worte: Ich taufe dich im NamenGottes des Vaters, des Sohnes, und des heiligen Geistes, in einen Fluß oderin ein mit Wasser gefülltes Gefäß. Das völlige Untertauchen des ganzen Körperswurde nur bei kranken Täuflingen, die das Bett nicht verlassen konnten, in einbloßes Besprengen mit Wasser verwandelt, welches Krankencaufe oder klinischeTaufe hieß. Die gricch. Kirche behielt, wie die schismatischen Christen im Mor-genlande, daS völlige Untertauchen bei, dagegen wurde in der röm. Kirche seit dem13. Jahrh, das bloße Besprengen des Kopfes mit Wasser bei der Taufegewöhnlichund blieb auch bei den Protestanten herrschender Gebrauch. Die dreimalige Wie-derholung desselben war eine Folge der Entwickelung des kirchl. Lehrbegriffs von derDreieinigkeit. In den ersten Jahrhunderten, wo gewöhnlich nur Erwachsene zumChristenthume übertraten, wurden die Neubekehrten (Katechumcnen) vor ihrerTaufe sorgfältig in der Religion unterrichtet, und der Glaub» an die Kraft diesesFeierbrauchs, den Täuflingen vollkommene Sündenvergebung zu verschaffen, be-wog manchen Katechumcnen, der sich entweder nicht stark genug im Guten fühlte,oder seinen stündlichen Neigungen noch länger nachhängen und die Gefahr, nach derTaufe aufs Neue zu sündigen, vermindern wollte, sie so lange als möglich aufzu-schieben. Die Lehre des heil. Augustinus von der unwiderruflichen Verdammnißder Ungetausten verwandelte diese Saumniß in Eile, und machte die Kindertaufeallgemein; nur der Märtyrcrtod wurde solchen Gläubigen, die ihn noch als Kate-chumenen erlitten, als ein der Taufe gleichgeltendcs Mittel zur Seligkeit angerech-net. (S. Bluttaufe.) Da aber seit dem 5. Jahrh, die zunehmende Herrschaftdeö Christenthums die Bcsorgniß der Verleitung zum Abfall verminderte, bewogallein die Überzeugung von der geheimen sacramentalischcn Kraft der Taufe, denMenschen zu erneuern und zu beseligen, sie nicht nur Neubekehrten ohne langeVorbereitung, sondern auch Kindern gleich nach der Geburt zu gewähren. Derunter den Montanisten in Afrika eingerissene Mißbrauch, sogar Todte zu taufen,mußte durch scharfe Verbote abgestellt werden, dagegen blieb die röm. Kirche bisjetzt bei dem im 10. Jahrh, aufgekommenen Gebrauch der Glockentaufe, indeman neuen Kirchenglocken zu ihrer Einweihung ein förmlicher Taufact vollzogenwird, was zu den abergläubischen Erwartungen eines besondern Schutzes von demLäuten bei GewitternAnlaß gegeben hat. Dieselben hohen Begriffe von den Wir-kungen des Sacraments der Taufe, welche dergleichen Mißbräuche erzeugten, hat-ten auch den Nutzen, daß die orthodoxe Kirche die bei schismatischen und ketzerischenParteien verrichtete Taufe (Ketzertause) mit Ausnahme der Antitrinitaricr für gül-tig erklärte, und jede Art von Wiedertaufe untersagte. Daher gilt noch jetzt dieTaufe einer Religionspartei bei den übrigen, obgleich die Taufgebräuche der einzel-nen Kirchen und Sekten verschieden sind. Beiden Katholiken und Griechen wirbdas Taufwasser besonders geweiht, dagegen die Protestanten es nicht vom gemci»