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mit kleinen, aber lebhaften und vielsagenden Augen, der Kopf ist oval, das Haardunkel, die Gesichtsfarbe frisch und lebhaft, Haltung und Betragen ist anständigund selbst nicht obne Würde. Dabei ist er offen, freundlich, theilnehmend undgastfrei, friedfsrlig, aber muthvoll, liebt Unterricht und Künste, Ackerbau undHandwerke. Auch das weibliche Geschlecht ist nicht ohne Anmuth und Reiz. Etwader 5. Theil dieser Tataren hat die christl. Religion angenommen, die übrigen sindnoch Mohammedaner. Sie leben in Städten und Dörfern, aber auch unter Zel-ten , zum Theil nomadisirend. Die in Sibirien zerstreut lebenden Tataren haben,durch Vermischung mit andern Völkerschaften, ihren eigenthümlichen Charakterverloren. Einige von ikinen sind ansässige Landbauer; die meisten nomadisiren.In Ansehung der Religion sind sie Mohammedaner oder Heiden. Die Nogaicr,die um den Kuban und die Wolga, aber auch in andern Gegenden, zerstreut leben,Mohammedaner sind und größtentheils nomadisiren, stehen in der körperlichenBildung und in Rücksicht der Civilisation weit unter den eigentlichen Tataren.Noch viel tiefer stehen die Baschkiren (s. d.) (Basch-kurt), die im Sommernomadisiren, im Winter sich in Dörfern und in hölzernen Häusern aufhalten undeine bürgerliche Verfassung haben, welche der Verfassung der Kosacken ähnlich ist.Sie dienen, wie diese, im Kriege. In ihrer äußern Bildung ist viel Verschieden-heit. Im Allgemeinen unterscheiden sie sich durch ein plattes Gesicht, größereOhren und stuckern, mehr mit Fleisch belegten Glicderbau von den eigentlichenTataren. Sie sind sehr unreinlich, roh, dreist, kriegerisch und unbiegsam, abergewandt und gastfrei. Weit mehr als die übrigen nähern sich den eigentlichen Ta-taren in der äußern Bildung die Kirgisen, die in der großen orenburger Steppewohnen, bloß Viehzucht treiben, unter Zelten wohnen und Mohammedaner sind.Die Jakuten und Teleuten, der Anzahl nach die schwächsten dieser Volksstamme,haben fast alle Ähnlichkeit mit den eigentlichen Tataren verloren, sind fast ganzohne Cultur, Götzendiener und nomadisiren. Die in Rußland zerstreut lebendenWucheren haben alle Vorzüge des echten Tataren, wohnen meistens in Städtenund Dörfern und sind fleißige Arbeiter. Eine Übersicht aller bisher in Druck er-schienenen tatarischen Schriften liefern die wiener „Jahrbücher der Lit." (11. Bd.).
Tatianisten, s. Gnosis.
Tatowiren, eine Sitte vieler indianischer Völkerschaften, welche darinbesteht, die Haut mit allerlei Figuren zu bezeichnen. Es geschieht zur Bezeichnungeiner höher« Würde und zur Verschönerung. Aus der Art und Weise, wie derLeib tatowirt ist, und aus der Mehr-oder Minderzahl der Glieder, welche diesenSchmuck auszuweisen haben, läßt sich der Rang und Stand der Person erkennen.So tatowirt der geringe Indianer nur ein oder ein paar Glieder seines Körpers,etwa den Oberarm und das Bein; der vornehme Indianer dagegen läßt sich mehroder weniger den ganzen Leib tatowiren. Die zuvor entworfenen Zcichnungbn wer-den dabei durch Punkte und Einschnitte auf die Haut übergetragen, und in die wun-den Stellen allerlei unverlöschbarc Farben eingerieben, worauf jene Stellen, wennsie wieder vernarbt sind, für immer gefärbt bleiben.
Taubheit ist Mangel des Gehör« aus krankhaften Ursachen. Diese kön-nen, bei dem künstlichen Bau des Ohrs, sehr verschieden sein, und sind oft schwerzu erforschen. Dahin gehören Berknächerungen, Anschwellungen, abgelagerteKrankheitsstoffe, Unempsindlichkcit des Trommelfells und der Nerven u. s. w.Taubheit entsteht auch oft im hohen Alter; besonders hat man bemerkt, daß Mu-sikec im Alter taub werden. (S. Taubstumme.)
Taub mann (Friedrich). Das zweideutige Glück, in die Sage des Volksüberzugehen, ist diesem Manne nur durch eine höchst einseitige Darstellung seinesCharakters und selbst mit dem Verluste seines guten Rufes zu Theil geworden,aber sein wirklich verdienstliches Wirken ist darüber unbeachtet geblieben. Werkennt ihn nicht als Lustigmacher und oft faden Witzling (daher der Name Taub-