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deutschen Übersetzungen seines „Befreiten Jerusalems" sind von Gries und Streck- 'friß. N.
Tasson i (Alessandro), einer der berühmter« Dichter Italiens, war 1565zu Modena geb. Seine Kindheit ward durch den frühen Verlust seiner Ältern,durch Krankheit, Unglücksfalle und gefährliche Feindschaften getrübt. Dies Alleshinderte ihn jedoch nicht in seinen Studien zu Bologna und Fecrura. 1597 ginger nach Rom und ward Secretair des Cardinals Ascanio Colonna, der ihn 1600mit sich nach Spanien nahm, und ihn 2 Mal, 1602 und 1603, in seinen An-gelegenheiten nach Italien sandte. Auf einer dieser Reisen schrieb er seine berührn- ^t.n „OonMorsLioiii svpra ii 1'etraica". Zu Nom ward er in dieAkadcmic «le^l-Ilmoristi aufgenommen. Eine Frucht seiner Besuche der römischen Gesellschaftenwaren die 10 Bücher seiner „koiwieri üiversi", von denen er eine Probe u. d. T.„Hue-nti" (1608, vermehrt 1612) herausgab. Dieses^ Werk, das mit seinensinnreichen Paradoxicn, womit es vielleicht dem Vers. selbst nicht immer Ernst war,den Wissenschaften den Krieg anzukündigen schien, und s. bittern Angriffe durchheitern Scherz und gefällige Anmuth würzte, machte gewaltiges Aussehen. Nochmehr war dies der Fall mit obengcnannt. „OonsiileraLioni", welche zuerst 1609 er-schienen. Da ihm die Verehrung und das Ansehen, worin Petrarca bei Einigenstand, übertrieben schien, bemühte er sich, diesen großen Dichter auf eine noch vielübertriebenere Weife herabzuwürdigen. Daraus entstand ein Wechsel von Streit-schriften. T. hatte sich seit dem Tode des Cardinals Colonna 1608 ohne Anfiel- >,lang befunden; da ihm die Mittel zu einem unabhängigen Leben fehlten, treu er1613 in die Dienste des Herzogs v. Savoym, KarlEmanuels, und des Cardinals,seines Sohnes. Hier stand er abwechselnd in Gunst und Ungunst. Daran mochtewol sein Haß gegen Spanien viel Antheil haben, mit welchem Reiche der Herzogbald in Krieg, bald in Frieden stand. Nicht ohne Grund schrieb man dem T. ei-nige „kilippiotre" gegen die Spanier und eine Schrift: „lw esegule ckvlla mo-nirrolnkr «li 8pLANi»", zu, wiewol er sie durchaus abläugnete. 1623 verließ erjene Dienste und lebte 3 I. den Studien und der Blumenzucht, die er sehr liebte.Damals beendigte er wahrscheinlich das schon früher begonnene „Ooinpomlio »lelLaronio", das er lateinisch angefangen hatte, nachher aber italienisch ausführte.
1626 verbesserte sich s. Lage. Der Cardinal Ludovisio, ein Neffe Gregors XV.,nahm ihn unter vortheilhaften Bedingungen in s. Dienst. Nach dem Tode desCardinals 1632 trat T. mit dem Titel eines Raths in den Dienst seines angehöre- *nen Fürsten, des Herzogs Francesco I. Er empfing einen ehrenvollen Gehalt, undwohnte am Hofe, genoß aber dieses Glück nur 3 I., da er 1635 starb. Nichtden bisher angeführten Werken verdankt T. seinen Ruhm, sondern einem komisch-epischen Gedicht u. d. T.: „Im soodria rapita" („Der Eimerraub", deutsch vonSchmitt, Hamb. 1781), welches zuerst 1622 erschien, und von ihm, vielleichtaus Rücksichten, für eine Jugendarbeit ausgegeben wurde, wogegen allerdingsschon die sorgfältigste Vrrsisication zu streiten scheint, die den Stempel eines reifenAlters trägt. Der Gegenstand dieses Gedichts ist der Krieg der Modeneser undBologneser in der Mitte des 13. Jahrh. In diesem Kriege wurde einst der Eimereines Brunnens von einigen Modenesern, die in Bologna eingedrungen waren,aus dieser Stadt weggeführt und als eine Trophäe nach Modena gebracht, wo er ,noch heutiges Tags als ein Kleinod aufbewahrt wird. Dies Ereigniß und die ver-geblichen Anstrengungen der Bologneser, den Eimer wiederzuerlangen, besingtL. in 12 burlesk-epischen Gesängen, denen es weder an Ariosto'scher Laune undAnmuth, noch auch in einzelnen Stellen an epischem Adel fehlt. Dabei hat dieSprache den echt toscanischen Charakter, und der Versbau ist leicht und angenehm.Wenn dessenungeachtet das Gedicht nicht mehr viel gelesen wird, ,so liegt der Grunddavon, wie beim „HudibraS" und ähnlichen Werken, in dem für uns mit derZeit verlorenen Interesse des Gegenstandes überhaupt und darin, daß viele An-