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Lasso (Torquato)
ficht mit dcr Zftrfnahme sowol des Fürsten als der Florentiner zufrieden sein. Alleiner sehnte sich nach Neapel und kehrte im Herbste mit allen Zeichen der Hochachtungund reich beschenktnach Rom zurück, wo erkrank ankam. Noch nicht wiederhergestellt,begab er sich aus dringende Bitten nach Mantua zu dem Herzog Vinccnzo Gonzaga.
Hier würde er sich wohl befunden haben, wenn seine stets abnehmende Gesundheitnicht die Sehnsucht nach Neapel in ihm genährt hatte. Auf die Einladung seinerFreunde ging er (Jan. 1592) dahin und nahm s. Wohnung bei s. Gönner, dem Für-sten Eonca. Die Vollendung des „Eroberten Jerusalems" (die Umarbeitung des„Befreiten") war sein erstes Geschäft und fast beendigt, als er Argwohn schöpfte, der »Fürst wolle sich seiner Handschriften bemächtigen. Er theilte diese Besorgniß sei-nem Freunde Manso mit, der ihn mit Bewilligung des Fürsten, und ohne daßdie Dankbarkeit und Freundschaft verletzt wurde, in eins seiner Häuser aufnahm,das die reizendste Lage am Meeresufer hatte. Dies hatte den günstigsten Einflußnuf T., der hier die letzte Hand an sein zweites Jerusalem legte und zugleich aufden Wunsch dcr Mutter des Marchesc s. Gedicht „Von den sieben Tagen der Schö-pfung" begann. Inzwischen hatte Hippolyt Aldobrandini als Clemens V1H. denpäpstl. Stuhl bestiegen. T. hatte seinem vormaligen Gönner dazu, wie früher Ur-ban VH., in einer herrlichen Canzone Glück gewünscht, und mußte endlich denwiederholten Einladungen des Papstes, nach Rom zu kommen, nachgeben. Die-ser sowol als seine beiden Neffen, vornehmlich der Cardinal Cinkio Aldobrandini,bewiesen ihm die zarteste und liebevollste Aufmerksamkeit. T. eignete Letzterm aus ,Dankbarkeit s. „Erobertes Jerusaiem" zu; nur die Rückkehr seiner Krankheit konnteihn bestimmen, Rom zu verlassen und wieder nach Neapel zu gehen. Er verlebtehier 4 Monate sehr glücklich in dem Kreise seiner Freunde. Inzwischen hatte ihmCintio, um ihn wieder nach Rom zu ziehen, beim Papste die Ehre der feierlichenKrönung auf dem Capital ausgewirkt. Auf diese Nachricht reiste T. nach Nc-m,wo er im Nov. 1594 ankam und mit großer Auszeichnung empfangen wurde. DerPapst überhäufte ihn mit Lobsprüchen und sagte u. A. zu ihm: „Ich biete Euch denLorber, damit er von Euch so viele Ehre empfange, als er Denen, die ihn vor Eucherhielten, verliehen hat". Man verschob indeß die Feierlichkeit bis zum Frühjahre,um ihr desto größer« Glanz zu geben. Während des Winkers schwand T.'s Ge-sundheit mehr und mehr; er fühlte sein nahes Ende und ließ sich in das Kloster vonS. - Onoftio bringen, wo er zu derselben Zeit, die man für s. Krönung bestimmthatte, am 25. April 1595 starb. Ein hitziges Fieber endigte sein Leben im kaum >begonnenen 52- I. Dcr Cardinal Cintio ließ ihn prachtvoll in der kleinen Kirchedes genannten Klosters bestatten, und 8 I. daraus ließ der Cardinal Brvilacquaihm das Denkmal errichten, welches noch jetzt sich dort befindet. Die ItalienerManso; Serassi und Zurcala haben (1819) sein Leben beschrieben. Auch hatSerassi mehr als 250 Briefe des T. gesammelt herausgegeben. Der Arzt Giaco-mazzi hat in s. „Dialo^ln sopra gli smori, Irr pri^ivnia eck il Avirio ckil'orgiintol'ssno ete." (Brcscia 1827) die Meinung aufgestellt, nicht Leonore, sondernLucrezia, die nachherige Gemahlin des Herzogs v. Urbino, sei dcr Gegenstand dcrplatonischen Liebe des unglücklichen Dichters gewesen.
Friedr. Schlegel in seiner „Geschichte der alten und neuen Literatur", wo erAriosto, Camoens und Lasso mit einander vergleicht, sagt über den Letzter«: „Er- ^was jünger als Camoens ist Tasso, dcr uns schon durch seine Sprache und zumTheil auch durch s. Inhalt näher steht, indem die Kreuzzüge die ganze Fülle desRitterlichen und Wunderbaren mit dem Ernste der geschichtlichen Wahrheit verbin-den. Nicht bloß eine poetische, sondern auch eine patriotische Begeisterung für dieSache der Christenheit beseelte den ebenso ruhmbegierigen als frommfühlendenDichter. Doch hat er die Größe seines Gegenstandes durchaus nicht erreicht, denReichthum desselben so wenig erschöpft, daß er ihn, so zu sagen, nur an der Ober-