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11 (1830) T bis V
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Tasso ^Lorquato)

umlaufenden satyrischen Gedichts und unterwarf ihn einer gerichtlichen Untersu-chung. Diese Kränkung bewog ihn, Bologna ;u verlassen. Er ging nach Modena,und folgte dann der Einladung seines Jugendfreundes, des jungen Scipione Gon-zaga, der in Padua eine Akademie gestiftet hatte und T. an der Spitze derselben zusehen wünschte. Mit großem Fleiße studirte er die Philosophie des Aristoteles, nochmehr aber die des Plato, zu dem sein eigner Geist ihn vor Allen hinziehen mußte.

Dabei verlor «r sein Epos nicht aus dem Auge. Wie ernstlich ihn die Theorie dieserGattung beschäftigte, beweisen s. damals verfaßten 3 Dialogen darüber. Der Ear- ^

dinal Lodovico v. Este ernannte ihn nachher zu s. Hofcavalier und wellte, daß er bei *

der Vermählung seines Bruders Alfons mit einer Erzherzogin von Östreich in Fer-rara gegenwärtig sein sollte. T. ging (Oct. 1565) dahin und wohnte den glänzen-den Festen dieses prachtliebendcn und galanten Hofes bei, mit welchen jene Ver-mählung gefeiert wurde. Die beiden Schwestern des Herzogs, Lucrezia und Leo-uore, Beide zwar nicht mehr jugendlich, aber schön und liebenswürdig, schenktendem Dichter ihre Gunst, besonders Letztere, die ihn bald bei Alfons einführte.

Dieser Fürst, welcher wußte, daß T. die Eroberung Jerusalems in einem Epos ver-herrlichen wollte, empfing ihn auf das schmeichelhafteste und ermunterte ihn zu sei-nem Unternehmen so dringend, daß der Dichter nicht nur zu seiner seit 2 Jahrenunterbrochenen Arbeit zurückkehrte, sondern auch beschloß, s. Werk dem Herzog Al-fons zuzueignen und überhaupt dem Ruhme des Fürstenhauses zu widmen, vondem er damals so große Gunst genoß. Nur auf kurze Zeit verließ er Ferrara, um >Padua, Mailand, Pavia und Mantua, wo er s. Vater sah, zu besuchen. Mit er-höhtem Ruhme kehrte er zurück. Eine junge Dame, Lucrezia Venadidio, wurdeder Gegenstand seiner dichterischen Ergüsse. Durch dieses Verhältniß ward er derNebenbuhler von des Herzogs Secretair Pigna, dessen Feindschaft ihm nachtheiligwerden konnte. Seine Beschützerin Leonore, welche dieses Übel voraussah, wußteihm auch vorzubeugen. Großen Schmerz verursachte dem zart- und tiefkühlendenHerzen T.'s der unerwartete Tod s. geliebten Vaters; doch hielten weder dieserTcauerfall noch sonstige Zerstreuung ihn ab, täglich an s. Gedichte zu arbeiten, vondem er 8 Gesänge vollendet hatte, als er im Gefolge des Cardinals v. Este 1571nach Frankreich reiste. Hier ward er von Karl IX. sowol als von dem ganzen Hofemit Auszeichnung aufgenommen. Der Dichter Ronsard ward sein Freund, undBeide theilten sich ihr« dichterischen Arbeiten mit. Indeß mochte T. sich über Ge-genstände, die damals alle Gemüther beschäftigten, zu frei und rücksichtslos äußern; '

kurz, er verlor die Gunst des Eardinals, gcrieth dadurch, wie es scheint, sogar ineinige Verlegenheit und nahm endlich Urlaub nach Italien. T. kehrte nach Romzurück und trat bald darauf, seinem Wunsche gemäß, durch die Vermittelung derFürstin von Urbino, Lucrezia von Este, und der Prinzessin Leonore in die Dienstedes Herzogs Alfons. Die Bedingungen waren Vortheilhaft und ehrenvoll und lie-ßen ihm vollkommene Freiheit. Aber kaum hatte er die Arbeit, aufweiche die Weltmit Ungeduld wartete, hier wieder vorgenommen, als der Tod der Gemahlin desHerzogs ihn aufs Neue störte. Alfons machte bald darauf zu seiner Zerstreuungeine Reise nach Rom, und T. benutzte die Muße, die ihm zu Theil wurde, einWerk auszuführen, zu welchem der Plan schon lange in s. Innern rnhte, den„Aminta". Die Aufführung einer dialogisirlcn Idylle von Agvstino degl'Argenti, »der er 6 Jahre zuvor in Ferrara beigewohnt, hatte ihn entzückt und den Gedankenzu einem ähnlichen Werke in ihm geweckt, welches er jetzt in 2 Monaten vollendete.

Alles, was Italien in dieser Gattung besaß, wurde davon weit übertreffen, wie-wol Guarini in der Folge bewies, daß es nicht unübertrefflich, mindestens nichtunerreichbar sei. Man kann annehmen, daß in diesem dramatischen Spiele dieOper ihren Ursprung nahm. Der Herzog wurde durch diese dramatische Dichtungauf das angenehmste bei s. Rückkehr überrascht und ordnete die Ausführung mit