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Tafso ^Torquato)
und ohne Sorgen- Er benutzte diese Ruhe, den „Amadis" zu vollenden; Könn be-gab er sich nach Venedig, wo ihm große Auszeichnungen zu Theil wurden, und be-sorgte hier 1560 eine schöne Ausg. des „Amadis" und eine sehr vermehrte AuSg.si kleinern Gedichte, 1563 trat er als erster Secretair in die Dienste des HerzogsWilhelm v. Mantua, der ihn mit Beweisen der Hochachtung und des Vertrauensüberhäufte. Trotz seines hohen Alters war er noch in ««geschwächter Kraft, undstets mit der Poesie beschäftigt. Er zog aus dem „Amadis" die Episode des Flori-dante und begann, sie zu einem eignen Epos zu bearbeiten. Er war noch nicht weitdamit vorgerückt, als er, bald nach s. Ankunft in Ostiglia, wohin er als Gouver-neur gegangen war, erkrankte und 1569 in den Armen s. Sohnes Torquato starb.Der Herzog ließ den Leichnam in Sant' Egidio zu Mantua beerdigen und einenschönen Marmor auf die Grabstätte legen, mit der Inschrift: „Ossa Lernaräil'-wsi". Später ließ Torquato die Asche s. Vaters nach Ferrara bringen und inSt.-Paul bestatten. Von Charakter war Bernaldo ebenso liebenswürdig als ach-tungswerth; Stolz, Neid und Rachsucht waren seinem freien, heitern Gemütheunbekannt; vielmehr war er anspruchlos, offen, ein Freund seiner Freunde, undauch im Ungemach gefaßt und gleichmüthig. Sein Hauptwerk ist s. „Amadis", einromantisches Epos, worin er ein großes und schönes Talent entwickelt hat. Fastzu künstlich sind 3 Hauptsabeln in einander geschlungen, die mannigfaltigstenEpisoden wechseln miteinander, und stete Überraschungen unterhalten das Inter-esse. In dem Ausdrucke zärtlicher Leidenschaften, in Naturschilderungen, in der le-bendigen Darstellung von Kämpfen und Abenteuern findet sich Alles aufgewendet,was die Poesie darbietet. Aber mit allen diesen herrlichen Eigenschaften hat erAriosto's „Orlando" nicht erreicht. Eine der schönsten Partien ist die Erzählungder Fee Urgenda von der Geburt, und das erste Abenteuer ihres Amadis (im 6.Buche). Seine lyrischen und übrigen Gedichte in 5 Büch. gehören zu den lieblich-sten, welche Italien besitzt. Außerdem haben wir von ihm eine in der Akademiezu Venedig gehaltene Rede über die Poesie, und 3 Bde. Briefe, die für die politi-sche und Literaturgeschichte s. Zeit wichtig sind. bl.
Tasso (Torquato). Dieser durch s. unsterblichen Werke ebensowie durchs. damit in Verbindung stehenden Schicksale berühmte Dichter, des Bernardo T.Sohn, war 1544 zu Sorrento geb. Seine Anlagen entwickelten sich ungewöhn-lich früh und schnell; dabei zeigte er sich schon als zartes Kind stets ernst, nie la-chend noch weinend. Von seinem 7. bis zum 10. I. besuchte er die Schulen derJesuiten in Neapel und lernte Lateinisch und Griechisch aus dem Grunde. Dannberief ihn s. Vater nach Rom, wo er unter dessen Augen s. Studien mit gleichemErfolge 2 Jahre fortsetzte. Darauf ging er nach Bergamo, und 6 Monate daraufnach Pesaro, wo s. Vater bei dem Herzoge v. Urbino Aufnahme gefunden hatte.Hier theilte er den Unterricht mit dem Sohne des Herzogs. Seine Licblingsstu-dicn waren Philosophie und Poesie; damit verband er Mathematik und alle ritter-liche Übungen. Als s. Vater sich in Venedig aufhielt, blieb er ein Jahr lang beiihm dort und ging sodann, 13 I. alt, nach Padua, mit der Bestimmung, dieRechte zu studiren. Aber s. Neigung zog ihn unwiderstehlich zur Poesie, und ineinem Alter von 17. I. trat er mit einem epischen Gedichte in 12 Gesängen: „Ri-valdo", hervor, das er dem Cardinal Lodovico v. Este zueignete. Italien nahmdieses Werk mit allgemeinem Beifall auf, und der Vater willigte nach langem Wi-derstände ein, daß er die Rechtsstudien aufgab. Jetzt widmete sich Torquato mitdoppeltem Eifer literarischen und philosophischen Studien und folgte zu diesemZwecke einer Einladung nach Bologna. Hier begann er den schon in Padua ge-machten Entwurf zu einem epischen Gedichte, von der Eroberung Jerusalems unterder Anführung Gottfrieds v. Bouillon, auszuführen. Aber in diesen Beschäfti-gungen sah er sich unerwartet gestört. Man hielt ihn fälschlich für den Vers. eines