Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
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Lasso (Äernardo)

Forisetz. für das 1.1803, welche Sophie Merean redigirte. Der Götting. Musen-almanach besteht daher aus 36 Bündchen, und die vollständ. Sammt, ist e'ne Se'-tenheit. Ein „Almanach der deutschen Musen", von Schmid zu Gießen, erschienvon 1770—81 zu Leipzig. Auch Schiller begann 1796 eine solche Samml., unddurch die Ausnahme der „Tenien" erhielt dieser erste Jahrgang einen so starken Ab-satz, daß er mehre Male aufgelegt werden mußte. Es erschienen noch die Jahrgange1797—1800. Zu den anziehendsten Samml. dieser Art wurde auch der wienerMusenalmanach gerechnet, welcher 1781—88 und 1790—96 von Blumauer .und Ratschky herausgeg. und dann einige I. von Leon fortgesetzt wurde. Auch die ^neue romantische Schule hat es versucht, in einigen solchen Sammlungen sich mitdem großem Publicum zu befreunden. Später hörte die Theilnahme an diesen aus-schließlich poetischen Blumenlesen fast ganz auf. Wetzet kündigte für 1820 eineneue an; allein der Tod raffte den talentvollen Dichter weg, ehe er den ersten Jahr-gang hatte ordnen können. Seitdem haben nur einige Provmzialproducte dieserArt, z. B. der nord. Musenalmanach, der berliner, mit 1826 begonnenund beschlossen, und der schlesische, von Brand (ö.Jahrg. 1830) ihr Publi-cum gefunden. Pros. Wendt in Göttingen gab einen „Musenalmanach s. d. I.1830" zu Leipzig bei Weidmann heraus.

Tasso (B rnardo), einer der vorzüglichsten epischen und lyrischen DichterItaliens, dessen Ruhm jedoch von s. Sohne, Torquato Tasso, verdunkelt worden,geb. 1493 zu Bergamo, stammte aus einem alten adeligen Geschlechte. Er zeigte ^schon als Knabe viel Anlagen und erhielt von seinen Ältern, und nach deren frühemTode von s. Onkel, Luigi Tasso, Bischof zu Recanati, eine sorgfältige Erziehung.

Bei s. schnelle» Fortschritten im Griechischen und Lateinischen trieb er bald mit glei-chem Erfolge die ital. Poesie und Beredksamkeit. 27 I. alt begab er sich nach Pa-dua, um sich dort durch Unterricht und Umgang weiter auszubilden. Er beschäftigtesich hier nicht bloß mit der Poesie, sondern auch mit der Staatskuust und Staats-wiffenschaft, durch welche er Glück und Ehre zu erwerben hoffte. Als Dichterward er schon damals durch ganz Italien bekannt, besonders als er seinen Schmerzüber den Verlust s. Geliebten, der Ginevra Malatesta, in einem herrlichen Sonettaussprach, sowie er sie früher in s. Versen gepriesen hatte. Graf Guido Nangone,päpstl. General, ein Freund der Wissenschaften, nahm ihn in s. Dienste und über-trug ihm die schwierigsten Unterhandlungen zu Rom mit Clemens VII. und inFrankreich mit Franz 1. Bernardo trat nachher in die Dienste der Prinzessin Re- >nata, Herzogin von Ferrara, verließ jedoch bald diesen Hof und ging nach Padua,und von da nach Venedig. Hier gab er eine Sammlung s. Gedichte heraus, dieihm eine Stelle unter den ersten damals lebenden Dichtern verschaffte. FcrranteSanseverino, Fürst v. Salerno, nahm ihn (1531) unter ehrenvollen und vortheil-hasten Bedingungen als Secretaic in Dienste. Als Sanseverino mit einer auf eigneKosten ausgerüsteten Galeere Karl V. auf dem Zuge nach Tunis begleitete, befandsich auch T. in s. Gefolge. Nach dieser Unternehmung ging er in Geschäften s. Für-sten nach Spanien, und als er nach Salerno zurückkam, heirathete er 1539 dieschöne, reiche, durch Geist und Tugend ausgezeichnete Porzia de' Rossi, und zog sich,mit s. Fürsten Genehmigung, nach dem unmuthigen Sorrento zurück, wo er bis1.547 höchst glücklich lebte. Seine Muse wandte er auf die Poesie und begann s. ^Gedicht „Amadis". Das Unglück seines Herrn, des Fürsten Sanseverino, der sichder Einführung der Inquisition zu Neapel widersetzt hatte und von Karl V. s. Gü-ter beraubt wurde, brachte auch ihn in die größte Verlegenheit. Er war genöthigt,einen andern Zufluchtsort zu suchen, verlor während dieser Zeit seine geliebte Porziadurch den Tod und kam endlich (1556), von Allem entblößt, einzig mit seinemGedicht „Amadis" nach Ravenna. Von hier berief ihn der Herzog von Urbino(Guidobaldo II) nach Pesaro. Nun lebte Bernardo in geehrten Verhältnissen