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11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
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48 Tartim Tartuffe

seiner Leber 2 nimmer weichende Geier; Sisyphos wälzt den gewaltigen Stein,Jxion wird mit dem Rade umgedreht, Tantalos muß ewig, hungernd und dürstend,schmachten, und die Danaiden schöpfen die lelhäische Flut in durchlöcherte Gefäße.In den ältesten Vorstellungen erscheint oft2)dasganzcTodtenreich als ein düsterer,unterirdischer Ort und wird bisweilen im Allgemeinen durch den Namen Tartaros(Ercbos) als Pluto's Reich bezeichnet; eigentlich aber dachte man sich gewöhnlichden Tartaros, den Aufenthalt der Titanen und Verdammten, als den tiefsten undfinstersten Theil der Unterwelt, welcher zur Linken liege.

Tartini (Giuseppe), einer der größten italienischen Violinspielec IN derMitte des 18. Jahrh., war zu Pisano in Jstcien 1692 geb., wurde von seinenÄltern nach Padua geschickt, um die Rechte zu studiren, trieb aber mehr die Fecht-kunst und heirathcte heimlich ein Mädchen, das er liebte, weßhalb er, von ihrerFamilie verfolgt, flüchten mußte. Er ging verkleidet als Pilger nach Rom undblieb dann einige Jahre bei einem Verwandten im Minoritenkloster zu Assisi, woer sich der Musik, die er vorher nur nebenbei getrieben hakte, mit allem Eifer wid-mete und eine andere Lebensart anfing. Als sich derZorn jener Familie gelegt halte,ging er nach Padua zurück; dann wendete er sich nach Venedig und Ancvna. SeinRuhm stieg immer mehr, und Kaiser Karl Vl. ließ ihn 1723 zur Krönung nachPrag berufen. Drei Jahre darauf errichtete er in Padua seine berühmte Musik-schule, aus welcher Männer wie Nardini hervorgingen. Er brachte, wie Schubartsagt, Bogenleilung und Applicatur in ein System, doch bemerkt derselbe auch,daß der majestätisch-träge Zug die Geschmeidigkeit des Bogens hemme, und daherdas Spiel dieser Schule sich vorzüglich zum Kicchenstyl eigne. T. war Meister inder Tonschkunst wie im Spiel, und der gefeierte Lehrer Aller, welche damals dieMusik gründlich üben wollten. Namentlich bat er auch als solcher zur Bildungdes Capellmeisters Naumann wesentlich beigetragen. Seiner Werke, svwol derpraktisch-theoretischen, über Führung des Bogens u. s. w., als auch der bloß fürden Vortrag berechneten, sind ziemlich viele; doch dürften die wenigsten der letztemjetzt, selbst von guten Meistern, mit Beifall vorgetragen werden können, weil siedem Geschmack und der Bogcnführung, die jetzt gewöhnlich ist, fremd sind. DasBerühmteste, was er schrieb, war seine sogen. Teusclssonate, unmittelbar, wie erselbst geglaubt zu haben scheint, vom Teufel eingegeben. Er hatte sie immer, we-nigstens im Zimmer, vor sich hangen, und als Erzeugm'ß einer ganz besonders be-geisterten Stimmung konnte sie allerdings ihm durch die Entstehung, seinen Zeit-genossen durch ihre auffallenden Gänge, Dissonanzen und Passagen merkwürdigsein. Übrigens ist er auch durch sein harmonisches System, für welches Rousseausehr eingenommen war, und durch die Entdeckung des dritten Klanges, der aus 2rein angegebenen Terzen sich erzeugt, berühmt. Gegen das Ende s. Lebens verlorer sich in metaphysisch - religiöse Betrachtungen. Er starb 1770.

Tartsche, wahrscheinlich ein slawisches Wort, denn es ist noch IN der pol-nischen und russischen Sprache ein runder, in der Mitte erhabener Schild, der sonstbesonders bei den Türken sehr gewöhnlich war.

Tartuffe, das berühmteste Lustspiel von Mollore, 1664 zuerst vor Lud-wig XkV. auf die Bühne gebracht. Es war, behaupteten Einige, darin der Cha-rakter von Ludwig- Beichtvater, dem Pater Lachaise, den er einst Trüffeln genießensah (daher der Name), copirt. Hatte Moliöre schon vorher durch seine GeißelhiebeÄrzte, Verbildete, Gecken, mit Einen« Worte, Thoren aller Art gereizt und sichFeinde erweckt, so war mit dem Tartuffe der Krieg nun vollends erklärt, und dieGeistlichkeit bot alle ihr zu Gebote stehenden Mittel auf, die Ausführung vor demgroßen Publicum zu hindern. Zwei Jahre bemühte sich Moliöre vergebens beiHofe, beim papstl. Legaten, bei den Prälaten, diese zu bewirken. Als eben schonder Vorhang aufgehen sollte, ward eS noch untersagt, weil, wie Moliörc es mit