Tangente Tangentialkraft 37
peligcm Bau. Ihre Früchte sind entweder unvollkommen und als bloße Keimkör-nec anzusehen , oder echter, in Schoten befindlicher Same.
Tangente, Berührungslinic, jede gerade Linie, welche mit einer krum-men (wenigstens mit jeder solchen krummen, die von einer geraden bloß in 2 Punk-ten geschnitten werden kann) nur Einen Punkt gemein hat und ganz aus einer Seitederselben liegt (geometrische Tangente); im trigonometr. Sinne derjenigeTheil der Berührenden beim Kreise, welcher auf dem Endpunkte eines der den zu-gehörigen Bogen einschließenden Radien senkrecht steht (folglich den Kreis in diesemPunkte berührt) und vom verlängerten andern Radius (der Secante) geschnittenwird. Die trigonometr. Tangenten, deren man sich außer den Sinus, Cosinusu. s. w. zur Auflösung der Dreiecke bedient (s. Trigonometrie), sind ihrem re-lativen Werthe nach (d. h. mit Beziehung auf einen Halbmesser von einer gewissenGröße) für jeden Kreisbogen berechnet, und solche ihre Werthe, oder meistens derenLogarithmen, in den trigonom. Tafeln neben den Sinus und Cosinus derselben Bo-gen angesetzt. Wie diese Berechnung der trigonometr. Tangenten durch Bezie-hung auf Sinus, Cosinus und Radius geschehe, laßt sich, bei Verzeichnung dieserLinien und des zugehörigen Kreisbogens, durch bloße Vergleichung der entstehendenbeiden ähnlichen Dreiecke sogleich übersehen. Zur Bestimmung der geometr. Tan-gente, mittelst der Subtangente, ertheilt die Differenzialrechnung u. d. N. derdirecten Methode der Tangenten eine sehr einfache Anleitung. (S. Infinite-simalrechnung.) Dieser directen Methode der Tangenten setzt die höhere Ana-lysis eine umgekehrte Methode der Tangenten entgegen. (S. wegen letzterer t »-veina metirocku« tanFontiuni.)— Beim Clavier- oder Flügelbau heißenTangenten die kleinen messingenen oder hölzernen Stäbchen, welche hinten aufden Tasten stehen, und wenn diese durch den Druck der Finger in Bewegung gesetztwerden, hinten an die Saiten schlagen. v.
Tangentialkraft. Um einen anschaulichen Begriff davon zu erlangen,wie die Planeten, in Folge der Anziehung, welche die in dem einen Brennpunkteihrer elliptischen Bahnen ruhende Sonne auf sie ausübt, sonst aber frei im Weltcn-raume schwebend, ihre Bahnen beschreiben können, denke man sich, sie hätten an-fänglich in einem beliebigen Punkte derselben vom Finger der Allmacht einen Stoßerhalten, um sich in der diesem Punkte entsprechenden Richtung geradlinig fortzu-bewegen. Damit vereinigte sich die Anziehung der Sonne (Centcipetalkraft; sCen-tralkräfte), und der Planet müßte also die Diagonale des Parallelogramms be-schreiben, dessen Seiten jede dieser beiden Bewegungen, einzeln genommen, füreine gewisse Zeit darstellen. Im folgenden Zeitabschnitte würde der Planet, auchohne alle weitere Einwirkung einer Kraft, und bloß seiner Trägheit gehor-chend, den angefangenen Weg in der Richtung dieser Diagonale fortsetzen; dieCentripetalkraft wirkt aber wiederum auf diese erlangte Geschwindigkeit, um denPlaneten aufs Neue von der letztcrhaltenen Richtung abzulenken. Auf diese Artentspringt, wie schon die Fortsetzung einer nach obigen Angaben entworfenen Zeich-nung augenscheinlich lehrt, Bewegung um den Mittelpunkt der Kräfte (Central-bewegung), und zwar bloß in Folge der Centripetalkraft, wenn man nämlich vonjenem ursprünglichen Stoße, als der angeblichen Ursache der sogen. Centrifugalkrast(s. Central kräfte), abstrahlet. Dem Planeten wohnt in jedem Punkte seinerBahn eine gewisse Schwunggeschwindigkeit (Folge seiner zeitherigen Bewegung,also ganz eigentlich Wirkung der Trägheit) oder ein Bestreben bei, die letztcrhaltcnediagonale Richtung fortzusetzen und sich somit zugleich vom Mittelpunkte der Kräftezu entfernen. Diesem Bestreben widersetzt sich die nach letzterm Punkte gerichteteAnziehungs- (Centriprtal-) Kraft. Die Centripetalkraft läßt sich wieder in 2 andreKräfte zerlegen, deren erstere (Normalkraft) auf der Bahn senkrecht ist und alsobloß dazu verwendet wird, den Planeten in derselben zurückzuhalten, zu verhindern.