Tamcrlan Tancred 35'
mit allgemeinen Beifall erwarb. Die schönsten und elegantesten Psm!» mir» «lsbasgu« kauft man bei Erard in Paris. — Noch wird in Provence und Languedoceine kleine um den Leib geschnallte Pauke, welche mir einem Klöppel geschlagenwird und zur Begleitung einer Pfeife dient, Tamburin genannt. — Endlichheißt so bei den Frauenzimmern eine Art Nahrahmen oder Reif, über welchen derzu bearbeitende StoffsSeide, Baumwolle)gespannt, und worauf die sogen. Tam-burinstickerci, eine Art von Kettelstichen, mittelst der Tamburinnadel ge-kracht wird. Letztere ist ein kleines elfenbeinernes oder knöchernes Heft, an desseneinem Ende mit einer Schraube ein kleines stählernes Häkchen befestigt wird, dasman durch das Zeuch durchsticht, indem man den Faden damit aufhebt.
Tamerlan, s. Timur.
Tanals oder Don. Dieser Strom, der ehemals Assen von Europa schied,entspringt bei Tula, nimmt den Donez u. a. m. auf, ist 300—1200 F. breit undfällt nach einem Laufe von 142 deutschen Meilen in das asowschc Meer. Am Nie-derdon liegt das zu keinem russ. Gouvernement gehörende Land der konischenKosacken (3600 UM-, 370,000 Einw.) nebst der donischen S tcppe.
Tancred, der Sohn des Markgrafen Odo oder Ottobonus, geb. 1078,nebst Gottfried v. Bouillon die Seele des ersten Krcuzzuges. Ohne ihn wäreJerusalem nicht erobert, das Eroberte nicht erhalten worden. T.'s Vaterstarb zwar früh, und die Geschichte weiß uns nicht einmal zu sagen, wo dieserMarkgraf seinen Sitz hatte. Aber die Mutter des Helden, Emma, war dieSchwester des berühmten Normannenherzogs Robert Guiscard in Apulien undEalabricn. Das Haus s. Oheims, und folglich auch das s. Mutter, galt seit Jah-ren als eins der berühmtesten in der Niedernormandie. Drei Söhne Tancred'svon Hauteville halten die Herrschaft der Normannen in Italien gegründet, undvon Robert Guiscard ward dieselbe vollendet. Selbst Sicilien brachte er in seineGewalt und überließ es seinem Bruder Roger. Konstantinopel zitterte vor ihm.Nur der Tod Roberts, der an einer Seuche starb, die auf seiner Flotte ausbrach,rettete es. Der älteste Sohn Roberts, Boemund, ward T 's treuester Freundund Waffenbruder. Als daher 1095 der erste Kreuzzug zu Stande kam, nahmnicht allein T., sondern auch dieser das Kreuz. T. überließ sein Erbtheil dem jun-gem Bruder und unterstützte jeden unvermögenden Ritter, der ihn nach dem Mor-genlande begleiten wollte. 1096 schifften beide Helden nach Epirus und zogennach Macedonien. T. führte die Vorhut oder die Nachhut, je nachdem eS dortoder hier Gefahr gab, und rettete das Heer mehr als ein Mal, bei den Nachstel-lungen der Griechen, vom Untergänge. Da der griech. Kaiser Boemund, demSohne des Robert, welcher ihm den Thron zu rauben drohte, mißtraute, so dürfensolche Nachstellungen um so weniger ausfallen, und sie hörten nicht eher auf, als bisBoemund ihm den Lehnseid geschworen hatte. Dies empörte indessen T. so sehr,daß er sich von Boemund trennte, bis ihn der Mangel an Lebensrnitteln und Boe-munds Zureden zur Nachgiebigkeit nöthigte. In der Ebene von Chalccdon stie-ßen seine Scharen zu denen von Gottfried v. Bouillon. Hier lernten sich Beidekennen und schlössen jenen Bund, den Tasso in s. „Befreiten Jerusalem" soschön besungen hat. Bei der Belagerung Nicäas, 1097, trat T. zuerst unter denHelden auf, die den Gang der Begebenheiten leiteten. In der Schlacht von Do-ryläum rettete er das von 200,000 Seldschucken umringte Kreuzhecr vom Unter-gänge, sah aber s. jüngern Bruder fallen. Von Nicäa nach Jerusalem über dasTaurusgebirge, 200 Meilen durch verödete, unbekannte Länder, zogen GottfriedsBruder Balduin und T. voran, den Weg zu erkundigen. T. drang zuerst durchdie Schluchten des Gebirges und nahm die Stadt Tarsus durch Vertrag ein. Ihmfolgte Balduin. Dieser war treulos genug, die Stadt für s. Bruder dem Namennach, der Sache nach für sich in Besitz zu nehmen. T. blieb nur einen Augenblick
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