Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
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34 Tamburin

ks nur drei Männer, die schreiben konnten wie sie, und fähig waren sie zu verstehen".Dessenungeachtet hatte El. von ihren Kenntnissen nur eine geringe Meinung, undvon ihren zahlreiche» Handschriften ist wenig gedruckt worden. Die reinste Sittlich-keit bezeichnete ihr Leben; allen großen und schönen Gefühlen stand ihr Herz offen.Unvergeßlich waren ihr Die, welchen sie ihre Bildung verdankte; den Pater Aponteverließ sie lebenslang nicht, und nach s. Tode errichtete sie ihm in der Carthause vonBologna ein Denkmal. El. starb am 4. Juni 1817. Ihr schriftlicher Nachlaß kamin ihres Bruders Hand. Gedruckt sind:Vers! zzreci per le narre Kllwilieri, eon latrallue.ione" (1792) U.Oilesakirea ^rees, can la trrulurione tosvnna" (1794).

Tam b Urin oder 4'smhaur <Ie b-lügne, Handpauke, gehört zu den älte-sten musikalischen Instrumenten. Überall, wo der hebräischen Musik gedacht wird,finden wir auch diese Handpauken genannt. Der Siegsgcsang Mirjam's nach demDurchzuge der Jsraelitcn durch das rothe Meer beweist, daß damals schon die Vo-calmusik mit Instrumenten und mit Tanz begleitet wurde. Unstreitig stammlediese Musik von der Feier des ägyptischen Bacchusfestes ab. Bei allen Bacchana-lien und bei den Dithyramben, welche die auf den lhrazischen Gebirgen herum-sckwarmenden Manaden sangen, finden wir ferner die Pauken und Handtrommclnerwähnt; bei den Orgien waren zwar erst nur Lyren und Flöten zum Gesang er-laubt, als aber Bacchus selbst, der Fabel nach, begleitet von Satyrn, Faunen undBacchantinnen, das Fest besuchte, brachten diese auch Pauken, Sistern, Krotalenund Hörner mit. Die Schlaginstrumente, die den Rhythmus am taktmäßigstenbestimmen, waren immer bei festlichen Tänzen sehr beliebt. Luther übersetzte dashcbr. Wort l'vplr durch Pauke. Die Griechen nennen es ruz-Trur-ou, die Lateinert/i»panum, die Araber Volk (Tambur ist im Orient ein Name der Guitarre) unddie Spanier eliluke, ein Wort, welches aus dem Arabischen abstammt und wahr-scheinlich von den alten Mauren mit dem Instrumente selbst zu den Spaniern kam.Schon dadurch, daß es im Morgenlande stets von Jungfrauen bei Fest und Tanzgespielt wurde, sehen wir, daß es keineswegs mit unserer jetzigen Pauke zu verwech-seln ist. In den Zeiten des Mittelalters finden wir unter den vielen Instrumente»der Troubadours und Mvnetricrs dies Instrument auch erwähnt; damals wurdees Tambour und Cloquette genannt und gehörte zu jedem vollstimmigen Concerte. Unser jetziges Tamburin besteht aus einem metallenen oder hölzernen Eirkclrcife,welcher mit einer Haut bespannt und ringsum mit kleinen (schneckenarlig ausge-höhlten und bei der Berührung des Instruments zusammenschlagenden) Schellenoder auf der Hintern Seite mit Glocken besetzt ist. Man fährt bald mit dem Dau-men der einen Hand auf dem Felle im Kreise herum, bald schlägt man auf dasselbe,um den Rhythmus genauer zu bezeichnen, und dreht mit der andern Hand den Reifunter allerhand Wendungen herum. Gewöhnlich ist an einer mit Elfenbein aus-gelegten Stelle der Reif durchbohrt, um den Daumen der linken Hand durchzuste-cken; auf diesem ruht dann beim Spiel das Tamburin und dreht sich um ihn her-um, während die rechte Hand ihm abwechselnd Läufer, Triller, gezogene Baßtöneund vielfältige Schellenklänge abzulocken weiß. Dies ganze Spiel bekommt durchdie mannigfaltigsten Biegungen und Wendungen der Ärme und des Körpers nochunendlichen Reiz und malerische Grazie, sodaß man selbst der Muse der Tanzkunstgewöhnlich ein Tamburin in die Hand gibt. Man nennt das größere so gebauteInstrument eigentlich 4'aindour lle hasgue, weil »s in Biscaya zu allen Volks-liedern und Tänzen gespielt wird. Das kleinere Tamburin hat weniger Ton, oftwirkliche)Schellen und ist keiner so kunstmaßigen Behandlung fähig. In neuesterZeit hat besonders der Eapellmeister Steibelt mehre ebenso gefällige als glänzendeMusikstücke für das Pianoforte mit Begleitung dieses Instruments geschrieben, dieer Bacchanals nennt. Die Gattin dieses Componisten, eine geborene Engländerin,war die Erste, die dies Instrument so kunstmäßig zu behandeln verstand, daß sie da-