32 Talmud Talos
Großmeister der Templer, Sylla (oder vielmehr Napoleon, von Jouy), Karl IX.waren T.'s Hauptrollen. T. gab die Memoiren des Lekain heraus; vortrefflichsind s. „Idellexions sur I-»rt tliöiltrsl" (Paris 1825). — Vgl. Moreau's „IVIem.Iiistor. er littvr. our k. 1. lalma" (2. A., Paris 1826). Seine Gattin, Ka-roline, zuerst als Mlle. Vanhove, dann als Mad. Petit-Vanhove und endlich alsMad. Talma bekannt, galt für eine der größten Schauspielerinnen ihrer Zeit. Siehatte sich schon seit 1810 von der Bühne zurückgezogen.
Talmud. Der Talmud gehör; zu den jüdischen Schriften der nachchristli-chen Zeit, welche sich auf jüdische Gesetze und ihre Erläuterungen beziehen. DasWort bedeutet Lehre, Anweisung, von dem hebr. Lamad: er hat gelernt. Dergesammte Talmud besteht aus 2 Hauptabiheilungen, der Mischna und Gemara.Die Mischna ist eine im 2. Jahrh. n. Chr. veranstaltete Sammlung von Vorschrif-ten jüdischer Rabbincn (Gesetzlehrer). Die ganze bürgerliche Verfassung und Den-kuugsart der Juden hatte allmälig, gegen das Zeitalter Christi hin, eine eigenthüm-liche, von der frühern Verfassung und Denkart dieser Nation in mehr als einer Hin-sicht verschiedene Gestalt angenommen. Es konnte ihnen selbst nicht entgehen,daß die in den mosaischen Büchern enthaltenen bürgerlichen Vorschriften den Be-dürfnissen und Verhältnissen der neuern Zeit nicht mehr vollkommen entsprachen.Der neue, politische Zustand der Dinge, verknüpft mit manchen eigenthümlichenreligiösen Ansichten, welche die spätern Juden allmalig in ihre Glaubenslehre auf-genommen hatten, veranlaßte nicht selten Fragen über Das, was zu thun oder zulassen sei, worüber sie in ihrem mosaischen Gesetzbuche keine Erörterung fanden.Die Ausleger des mosaischen Gesetzes, die Rabbinen, suchten diesem Mangel da-durch abzuhelfen, daß sie theils dem mosaischen Gesetz Auslegungen beifügten, wo-durch es Anwendbarkeit auf neue Verhältnisse, neue Fragen und Untersuchungenerhielt, und neue Vorschriften aus den alten ableiteten (wobei sie allerdings n'chtselten mit ziemlicher Willkür zu Werke gingen), theils eigne , ganz neue Vorschrif-ten gaben, welche damals, in Hinsicht ihres Ansehens, dem mosaischen Gesetzebeinahe gleichgestellt zu werden pflegten. Diese rabbinischen Auslegungen undZusätze nannte man die mündliche Überlieferung, zum Unterschiede von der in denhebr. Offenbarungsurkunden schriftlich aufbewahrten. Um ihre Sammlung machtesich besonders Rabbi Juda, mit dem Beinamen der Heilige, verdient (150 n.Chr.), und s. Werk erhielt den Namen Mischna, oder auch das zweite Gesetz.Sowol gleichzeitige als spätere Rabbinen beschäftigten sich nun sehr ämsig mit wei-tem Auslegungen und Erklärungen dieser Mischna, und vorzügliches Ansehenerhielt darunter die 230 n. Chr. vom Radbi Jochanan abgefaßte Gemara (einchaldäischer Ausdruck, von dem Worte Gamra abgeleitet, die Vollendung, Vervoll-ständigung oder, nach der Meinung andrer Ausleger, die Lehre, den Unterricht bedeu-tend). Jene Mischna und diese Gemara machten gemeinschaftlich den jerusalem-schen Talmud aus, der sich zunächst auf die Juden in Palästina bezog. Nachdemsich die Juden vorzüglich nach Babylon gewendet hatten, und die Synagogen in Pa-lästina allmälig fast verschwunden waren, bearbeiteten die babylonischen Rabbincneinen neuen Commentar über die Mischna, der im Fortgange der Zeit immer mehrerweitert und 560 n. Chr. vollendet ward, sodaß es nun auch einen babylonschenTalmud gab. Zur Kenntniß des Talmud, der Targumim und Midraschim, hatM. I. Landau, Jnspector der israelit. deutschen Hauptschule in Prag, ein „Rabb!-nisch-aramäisch-deutsches Wörterbuch", mit Anmerk. für Philologie, Geschichte,Archäologie, Geographie rc. hcrausgeg. (Prag 1819 — 24,5 Bde.). 8.
Talos (Mythvl.), auch Taurus genannt, der aus ehernem Geschlecht ent-sprossene Beschützer von Kreta, welcher täglich 3 Mal die Insel umwandelte, umsie gegen feindliche Einfälle zu schützen. Auch habe er, setzt die Sage hinzu, alleDiejenigen, welche in Kreta landen wollten, dadurch abgehalten, daß er inS Feuer