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11 (1830) T bis V
Entstehung
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22 Talisman

liegt sonach nur die Möglichkeit einer eigenthümlichen und bestimmten Kraftäu-ßerung oder Kraftrichtung (zur ausgebildeten Individualität). Die Fähigkeitdenken wir uns aber als die in einem Subject liegende Möglichkeit zur Hervorbrin-gung einer bestimmten Art von Wirkungen, wir denken also bei ihr an eine be-stimmte Art der Thätigkeit und ein bestimmtes Ziel, welchem diese Kraft von Sei-ten des Subjects angemessen ist. Sonach ist auch die Fähigkeit unterschieden vomVermögen, als dem innern Grunde einer menschlichen Thätigkeit, und bezogenaus die Anlage überhaupt, eine Anlage besonderer Art, und da sie einen bestimmtenGegenstand hat, auf welchen die Anlage gerichtet sich entwickeln muß, eine einzelneentwickelte, in einer bestimmten Art der Geistesäußerung beruhende Anlage. DieFähigkeit kann übrigens ebensowol Empfänglichkeit (Receptivität) als Selbstthä-tigkeit (Spontaneität) bezeichnen; ihr Gegenstand wird immer als etwas Künf-tiges gedacht. Sie unterscheidet sich von der Fertigkeit dadurch, daß diese die Kraftin ihrer wirklichen Äußerung, und zwar in einem hohen, durch Übung und Gewöh-nung (besonders mechanischer Art) erworbenen Grade der Leichtigkeit und Lebhaf-tigkeit bezeichnet. Wenn nun das Talent eine ausgezeichnete Fähigkeit ist, undletztere einen bestimmten Gegenstand hat, für welchen sie sich als bestimmte Rich-tung entwickelt, so ist das Talent zwar darin, daß es auf Naturgabe beruht, demGenie gleich, und, wenn wir ausgezeichnete Anlage oder Naturgabe überhauptTa-lent in einem sehr weiten Sinne nennen wollten, auch das Genie als eine besondreArt des Talents zu betrachten. Aber es unterscheidet sich, der vorher begründe-ten, engern und eigentlichen Bedeutung nach, vom Genie dadurch, daß es nureine einzelne ausgezeichnete Richtung des productivcn Geistes ist, das Genie abereine glückliche, durch Natur begründete Harmonie aller oder doch der meisten gei-stigen Anlagen, die sich unter der Herrschaft der Vernunft mit Originalität undEnergie in derHervorbringung unachahmlicher Wirkungen äußert. Zwar ist dasGenie durch Individualität, Wirkungskreis und äußere Einflüsse sehr verschiedenund daher beschränkt, allein es wirkt stets in größerm Umfange, mit eigenthümli-cherer Richtung und größerer Selbständigkeit als das Talent, und mit einer Füllevon Kräften, die diesem nicht zu Gebote steht. Auch hat das Genie! gewöhnlichvor ihm einen natürlichen Tiefblick voraus, der in den verschiedensten Gebieten dermenschlichen Wirksamkeit, selbst ohne genauere Wissenschaft des Einzelnen, dasRichtige und Wahre leicht ergreift und auffaßt, und auch das Schwierigste undTiefste durchdringt. Dies gilt vorzüglich von dem Kunsttalente im Gegensatze desGenies (s. Jean Paul'sVorschule zur Ästhetik'", in den Capiteln von dem Ge-nie und dem Talente). Zu den übrigen bedeutendsten Talenten gehört in theoreti-scher Beziehung das Talent der Beobachtung (die schnelle, leichte und genaueAuffassung des Eigenthümlichen der Erscheinungen und des in ihnen wirkenden Ge-setzes oder ihrer Bedeutung), das Talent der Vorhersehung (welches auf umfassen-der Erkenntniß der Erfahrung und des ursächlichen Zusammenhanges der Dinge,in Verbindung mit einer ausgezeichneten Fertigkeit des Schließens beruht); fernerder Witz (s. d.), Scharfsinn und Tiefsinn. In praktischer Beziehung redetman, außer dem Kunsttalente, noch von einem praktischen Talent, welches, mitdiesem oft verbunden, sich durch eine gewandte Benutzung der zur Ausführung ge-wisser Zwecke günstigsten Umstände, sowie überhaupt durch die Leichtigkeit, seinePläne schnell ins Werk zu setzen, ankündigt.

Talisman (arabisch: einBild, Abzeichen) ist ein Bild, in Metall oderStein gegossen oder gegraben, das zu einer besondern Stunde bei Erhöhung ge-wisser Sterne, bei der Zusammenkunft gewisser Planeten also unter einer ge-wissen Constellanon, daher sie auch den Namen Constellationsringe füh-ren mit Beobachtung abergläubischer Förmlichkeiten gefertigt worden, und da-durch die Kraft erlangt haben soll, bei Denen, welche es bei sich führen, außercrdent-