Taktik Talent 21
ber in Mainz gibt in der „Leipz. mus. Zeitung", 1813, Nr. 27 und 48, 1814,Nr. 27 und 41, und 1815, Nr. 5, zur Bestimmung der Schnelligkeit, mirwelcher der Takt eines Tonstücks genommen werden soll, folgende Methode an:„Das einfachste und sicherste Chronometer ist ein einfaches Pendel, d. h. bloß einFaden, an dessen Ende eine Bleikugel befestigt ist. Bekanntlich schwingt ein Pen-del desto geschwinder, je kürzer er ist, und je länger er ist, desto langsamer. Manbraucht also nur am Anfange eines Tonstücks die Länge des Pendels hinzuschreiben,dessen Schläge den Takttheilen des Tonstücks entsprechen, z. B. Allegro 8" rhein.
d. h. in diesem Allegro sollen die Takttheile (hier die Viertel) so geschwinde ge-nommen werden, wie die Schläge, welche ein 8 rhein. Zoll langes Pendel thut.Sowie dann ein also bezeichnetes Tonstück vorkommt, darf man nur den Fadendes Pendels 8 Zoll lang nehmen, und die Kugel daran ein paar Mal hin und herschwingen lassen, so gibt jeder Pcndelschlag genau den Grad der Geschwindigkeitan, in welchem der Tonsetzer die Viertel des Allegro ausgeführt haben will, undgenauer als die schwankenden Ausdrücke ^Ile^ro , molto oder pooo Allegro es imStande sind. Diese Tempobezeichnung hat das Vorzügliche, daß sie ohne alleMaschine überall verstanden und angewendet werden kann, wo nur ein Zwirnfadenund etwa eine Flintenkugel von beliebiger Größe zu finden, und wo das Zollmaß be-kannt ist, und man nicht vergißt, daß jeder Pendelschlag einen Takttheil (alsoViertelim ^ -, Z- -, - Takt, Achtel im Z- -, Z - Takt) bedeuten soll. Sollten bei
äußerst geschwinden Bewegungen die Takttheile gar zu kurz, bei äußerst langsamerBewegung zu lang werden, so könnte man der Bequemlichkeit halber eine Ausnah-me von der Regel machen und im ersten Falle z. B- halbe Takte, im letztem dieAchtel nach dem Pendelschlage bestimmen. Es bedarf auch keiner besondern Vor-sichtsmaßregeln bei dem Gebrauche des Pendels, da die seinen Unterschiede hier nichtbemerkbar sind.
Taktik ist die Lehre von der Stellung und dem Gebrauch der Truppen zumGefechte. Man kann sie in die Elementartaktik und die eigentliche Taktik thei-len. Jene lehrt die Ausbildung des Soldaten und das Einzelne der Bewegungen,diese ihren eigenthümlichen Gebrauch und die beste Benutzung im Gefechte. Eshat demnach jede Waffengattung ihre eigne Taktik. Man braucht das Wort auchfür Fcchtart. Die Taktik im Allgemeinen hat sich seit dem Revolutionskriege we-sentlich verändert. Über den in neuerer Zeit viel besprochenen Unterschied zwischenTaktik und Strategie vgl.MilitairWissenschaften undMilitairschrift-steller. — Die Seetaktik, oder die Kunst des Seekrieges, brachte zuerstClerk, ein Engländer, selbst nicht Seemann, um 1780 in eine systcmat. Form,und bereicherte sie durch die Ausführung des Grundsatzes der Durchbrechung der Li-nie. Seitdem ist das Hauptwerk zur Geschichte dieser Kunst des RcaradmiralsCh. Ekins's Gesch. der brit. Seeschlachten in den letzten 60 I. („Id'aval bsttlo»trom 1744 to tsie poave in 1814, vritioall^ illuntratei!", Lond. 1824, 4 ).
Talapoinen, Priester des Fo (s. d.).
Talar, ein langes, bis auf die Fersen herabceichendes, mantelartiges Feier-kleid, wie es Fürsten und Priester im Ornate zu tragen pflegen.
Talent bedeutet theils eine Rechnungsmünze, nach welcher
große Summen berechnet wurden — in Athen 60 Minen zu 100 Drachmen ge-rechnet, d. i. gegen 1350 Thlr.—; theils ein großes Gewicht, gewöhnlich zu 53Pfd. 27 Loth 2 Quentchen 56 Aß berechnet. — Im bildlichen und jetzt gewöhn-lichen Sinne wird Talent eineausgezeichneteGeistcsfahigkeitgenannt. Sie gehörtalso zur Anlage und entspringt aus derselben. Aber jeder Mensch hat Anlage; denndie frühern physischen sowie die dadurch bestimmten geistigen Verhältnisse seinerNatur sind es, deren Inbegriff wir Anlage nennen, insofern sie auf die spä-tere Richtung und Bildung des Individuums bezogen werden. In der Anlage