Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
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Dieses ist auf die Composition gegebener Worte leicht zu beziehen. Die Worte z.B. lebe, liebe, hoffe u. s. w. würden an sich am schicklichsten in den Zweivierteltaklpassen, weil Länge und Accent in den ersten Sylben dieser Worte sich gleich sind;dagegen die Worte: selig sind die Auserwählten, sich mehr für den Viervierteltaktichicken als für den Zweivierteltakt. Der Gebrauch einer falschen Tonart und dieVermischung einfacher und zusammengesetzter Taktarten ist an den Verrückungenjener Verhältnisse, und besonders dadurch zu erkennen, daß der Accent aufeinefalsche Stelle oder auf einen schlechten, das Accentlos« auf einen schweren Takttheilfällt. In den Büchern von Kirnberger (Kunst des reinen Satzes", 2 Thle., 2.Abschn., 2. Abth!.), Koch (Versuch einer Anleit. zur Composition", 1. Thl., 2.Abthl., 2. Abschn.), Gfc. Weber (Theorie der Tonsetzkunst", 1. Bd., Cap.Rhythmik) findet man Mehres über diesen Gegenstand. Für den Erfinder desneuern Taktes wird Franco von Köln (s. Musik, Geschichte der) gehalten.Bei den Griechen wurde der Takt zum Gesänge des Chors Anfangs durch Holz-schuhe (x(>ourkA«), dann durch eiserne, bei den Römern durch das «esinillumoder svadillum angegeben. Man s. darüber Völliger's Programm:kjuiä nit,ckovere ksdulam". Die Neuern bedienten sich des T aktstocks, Taktstabes,einer Papierrolle oder der Hand. Tak t stri ch ist der senkrechte Strich, wodurchdie Abschnitte, welche der Takt im Rhythmus bildet, bezeichnet werden,

Takt Messer, musikalischer Zeitmesser (Chronometer, Metrometer). Esist für die musikalische Ausführung eines Tonstäcks sehr wichtig, die richtige Aeitbe-wegung zu treffen, in welcher es, nicht zu langsam oder nicht zu geschwind kurz,dem Charakter desselben angemessen, vorgetragen werden soll; denn die Angabe derZeitbestimmungen, eVnclsnte, Acksgio, Llle^r», krosto etc. sind immer nochzu schwankend und ungewiß, weil jeder Compofiteur sich sein Andante, seinAUc-gro langsamer oder geschwinder denkt als ein andrer, mithin auch in einer andernBewegung vorgetragen wissen will. Man hatte daher lange, in London sowolals in Paris, mit Erfindung einer Maschine, durch welche der Tonsetzec genauangeben kann, nach welchem bestimmten Zeitmaße er sein Stück ausgeführt wissenwill, Versuche gemacht, die auch zum Theil glückten und von der Akademie derKünste und Wissenschaften zu Paris mit Beifall gekrönt wurden. Allein inDeutsch-land wollten solche Versuche keinen Eingang finden, obgleich Pros. Bürja zu Ber-lin und Cantor Weißke zu Meißen fast zu gleicher Zeit ein solches Instrument erfan-den. Neuerlich aber hat hauptsächlich Stöckel, Cantor zu Burg, hierin einen sehrglücklichen Versuch gemacht, dessen Taktmesser oder Chronometer aus einer aufeine Grundlage gestellten Maschine, gleich einer Uhr mittler Größe, besteht, anwelcher ein Pendel und eine Schnur mit einer Rolle hängt, woran sich ein Gewichtbefindet; auf dem Zifferblatte sind Zahlen, auf welche, sowie es von dem Compo-nisten über seinem Stücke angegeben ist, man die Zeiger hinrückt, um dann durchden in Bewegung gesetzten Pendel und dessen Schnelligkeit oder Langsamkeit, dieZeit zu erfahren, welche jener für sein Stück haben will. Der geschickte Mechani-ker Mälz! in Wien hat diese Maschine auf den höchsten Grad der Vollkommenheitgebracht. Sie wird jetzt auch in Orchestern gebraucht, und die berühmtesten Ton-setzer, z. B. Beethoven, haben das musikalische Zeitmaß ihrer Werke nach diesemMetronom bestimmt. Man kann ihn in jeder bedeutenden Musikhanblung in Leip-zig und Wien kaufen. Der als Componist und Theoretiker bekannte Gvttfr. We-

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