Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
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Lakt 19

schledenhei't seiner Glieder wiederum eine verschiedene Bedeutung; daher die Takt-orten. Denn der Takt ist verschieden nach der Zahl seiner Glieder (Takttheile) unddie dadurch bestimmte Verschiedenheit des Aecents, der die Zeittheile trifft. Hier-nach gibt es zunächst eine gerade Taktart, deren Glieder eine gerade Zahl bilden,und eine ungerade, deren Glieder eine ungerade Zahl haben. Einfach ist jene,wenn sie aus 2, diese wenn sie aus 3 Hauptzeiten besteht. Der einfache geradeTakt ist der 4 - und der 4 - Takt; zusammengesetzt ist der Viervierteltakt (bezeichnet6 oder S), und der G - Takt. Der Zweivierteltakt (4) ist, nach Apel's Ausdruck,nur der Viervierteltakt im verjüngten Maßstabe; noch schneller und leichter ist dernicht sehr gebräuchliche Zweiachteltakt (4); sowie dagegen der Zweizweitel- oderAllabrevctakt (bezeichnet 4 oder P , oder A,) nur schwerer und langer vorgetragenwird als der Aweivicctcltakt, und daher höchstens Achtel als die kürzesten Notenduldet. Die gerade Taktart kann nicht wohl mehr als 8 gleiche Zeitthcile haben,weil mehre sich nicht würden zählend wahrnehmen lassen, mithin der Grund desTaktes, die abtheilende Verschiedenheit, durch dieselben sich verlieren würde; undalle mehr enthaltende Taktarten durch Unterabtheilungen in einfache aufgelöst wer-den. Der ungleiche oder ungerade Takt, welcher mehr Mannigfaltigkeit ver-stattet als der gleiche, kommt zurück auf den Dreivierteltakt (4). Durch kürzereDauer der 3 gleichen Zeittheile entsteht der Dreiachteltakt, durch längere Dauerder 4- Takt. Durch Multiplikation der Dceizahl entsteht der schwere 4-, und derleichtes-, 4' 4- und derTakt, welches die übrigen ungleichen Taktarten sind.Letztere beide sind schon seltener üblich. Über 12 ungleiche Zeiten hinaus würdeebenfalls keine vernehmliche Unterscheidung möglich, mithin der Takt nicht mehrfaßlich und gänzlich ermüdend sein. Andre ungleiche Zahlen aber, z. V. 5 und 7,bilden keine bestehende Taktarten, da sie, nach Apel, keine reinen, sondern ausGeraden und Ungeraden zusammengesetzte Zahlen sind. Daher hat man auch ehe-dem alle ungerade Taktartcn Tripeltakt genannt, indem nur die aus 3 Zeiten ent-springenden ungeraden Taktarten dem Ohre natürlich sind. Ein Takt endlich, deraus Einer Zeit bestände, würde ebenfalls unmöglich sein, da man eine Zeit stets inmehre zerlegen kann, und der Takt sich auf eine Gleichartigkeit des Verschiedenenbezieht. Aus diesem Allen geht auch hervor, daß die Taktarten keine willkürlicheEmpfindungen sind, wie Rousseau anzunehmen schien. Übrigens schreibt manden ungeraden Taktarten eine größere Lebhaftigkeit im Ausdrucke der Gemüthszu-stande als den geraden zu. Was die Takttheile betrifft, so haben sie einen verschie-denen innern Werth durch den Accent. Hiernach unterscheidet man gute undschlechte Takttheile (nota buona und not» oattivs, tlresis und arsis, Niederschlagund Aufschlag genannt). Ein guter oder schwerer Takttheil ist derjenige, der denAccent hat. Eine solcher verlangt bei der Gesangscomposition auch eine lange Sylbe,der schlechte eine kurze. Gute Takttheile sind in den gleichen Taktarten der erste(tiivsi«), dieser hat absolut das größte Gewicht, weil er den Anfang des Taktesentscheidet. Werden die halben Takte des Viervierteltakts in Viertel verwandelt,so erhält das erste und dritte Viertel den Accent, letzteres jedoch einen schwachem,weil sich hier die Viertel unter einander wie die Takttheile verhalten, welche dieViertel ausmachen. Einen noch schwächer» Accent erhalten das dritte und sechsteAchtel, wenn die Viertel in Achtel verwandelt werden. Bei den ungeraden Takt-arten hat wiederum imDreizweitellakt das ersteZweiteldas Gewicht, indem Sechs-vierteltakt das erste und vierte Viertel das größte, das zweite und fünfte Viertel einverhältnismäßig schwächeres Gewicht und so fort. Daß aber durch diese Verschie-denheit des Accents verschiedene Taktarten, selbst bei gleichgsltenden Noten, unter-schieden sind, sieht nian z. B. durch eine Vergleichung des Drcizweitel- und Sechs-viertel- , sowie des Dreiviertel- und Sechsachteltaktes:

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