Tagesordnung Takelage 17
kann uns die Sonne erscheinen. Diesen Schleier gibt ihr aber die Atmosphäre ver-möge ihrer Materialität, welcher die Finsterniß eigenthümlich ist. Alle Faibe istein durch Finsterniß, oder materielle Dazwischenkunst, auf eigenthümliche Weisemodisicirtes und daher getrübtes, geschwächtes, gemildertes Licht. Alles Sehenist durch Farben vermittelt, und das farbige Tageslicht ist das stärkste, das wiranhaltend ertragen können. Ohne die Vermittelung der Atmosphäre würde alleWechselwirkung der Sonne mit der Erde der letztem, wie der Semele die Majestätdes Zeus, verderblich sein. Die Atmosphäre des Planeten ist aber selbst das ersteProduct aus der Wechselwirkung desselben mit der Sonne. Letztere hat sich näm-lich in diesem Wechselverkehrc (polarem Verhältniß ihrer Thätigkeiten) einen Theilder Planetensubstanz möglichst angeeignet, sich ähnlich und daher ätherisch gemacht.Dies ist der Ursprung der Atmosphäre. So mußte, um das Wechselverhältnißzwischen der Sonne und der Erde zu einem fortwährenden organischen Leben zu ma-chen, die Atmosphäre ins Mittel treten, und das unmittelbare Licht der Sonne inein sonnig-planetisches, in einen farbigen Schein verwandeln und zugleich das Ta-geslicht vermitteln, welches Beides die Erde nun zur Entwickelung ihres Lebenserregt und zum Gebaren unzähliger Kinder bestimmt, welche die Sonne mit ihrerzeugt hat.
Tagesordnung, s. Reglement.
Tagezeichen, die astrologische Benennung der Sternbilder des Widders,der Zwillinge, des Löwen, der Wage, des Schützen und Wassermanns.
Tagfalter, Tagvogel, s. Schmetterlinge.
Tajo (spanisch; portug. Tcjo), einer von den großen Flüssen der pyrenäi-schen Halbinsel, welcher fast in der Mitte von Spanien, in der Landschaft Arago-nien, auf der Sicrra von Albaraccin, entspringt. Durch andre Quellen vergrö-ßert, fließt er durch die Ebenen, welche s. Namen führen, in die Provinz Euenza,die er von den Provinzen Soria und Guadalajara scheidet. Nachdem er einigeGebirge durchbrochen, fließt er durch die Provinz Toledo, bewässert die Gärten vonAranjuez, wendet sich um die Mauern von Toledo herum, geht dann durch dieStadt Talavcra und durchstießt Estremadura, wo im Paß von Almaraz eine alterömische Brücke und zu Alcantara eine prächtige, 670 Fuß lange Brücke über den-selben führt. Nachdem er 80 Meilen lang Spanien durchflossen hat, tritt er indas Königreich Portugal, welches er 32 Meilen lang durchströmt. Bei Salva-terra, unterhalb Santarem, theilt er sich in den neuen Tejo und den Mar del Pe-dro, vereinigt beide bei Villafranca, erhält eine Breite von 2 Meilen und mündetsich unterhalb Lissabon in das atlantische Meer. Der Tajo fließt von Nordostennach Südwesten. Er ist in Spanien wegen seiner vielen Klippen und Untiefennicht schiffbar, doch sing man im 1.1829 an, ihn hier schiffbar zu machen. InPortugal wird er bis über Abrantes hinauf befahren und hat bis Santarem Ebbeund Flut. Er hat gewöhnlich trübes Wasser und tritt jährlich (besonders in Por-tugal) über s. Ufer aus. Seine vornehmsten Nebenflüsse sind auf der Nordseite:der Larama (mit dem Henares, Manzanares und Tajuna), Guadarrama, Alber-che, Tintar, Alagon, Erxas, Ponzul, Laca und Cecere; und auf der Südseite:der Guadiela, Algodor, Torcon, Scdana, Pusa, Alija, Jbor, Magasca, Sa-lor, Sever, Alpiarza, Zatas und Almansor.
Takelage (le eoräsA«, Irr insnoeuvre, le» »Ares, In ASinitiire li'uavaissean), eins jener sonderbaren deutschen Afterwörter, die bei einer mehr oderminder franz. Form und Aussprache, doch keineswegs ftanz. Ursprungs, und umso verwerflicher sind, wenn wir schon, wie hier (Takel, Takelwerk) andre völligentsprechende Ausdrücke dafür haben. Man versteht darunter Alles, was zur Aus-rüstung und Regierung eines Schiffs gehört, Taue, Segel, Segelstangen, Win-Conv.-Lex. Siebente Auch Bd. XI.-j- 2