Tudmoc Tufoigülcr 7
Kunstcharakter des T. siehe die Abhandlung in den „Abhandlungen der betti». Akad.dcrW." a. d. 1.1822—23. Der Empfehlung sind würdig die Ausg. von Jak. Gro-,wv (Amst. 1685, 2 Bde., oder Utrecht 1724, 4.), von Brotier (Par. 177s,4 Bde., 4., oder 7 Thle., 1776, 12.), von Ernesti (Lcipz. 1801, 2 Thle.,durch Obcrlin). Mehre Gelehrte haben sich auch an das schwierige Unternehmengewagt, den T. zu verdeutschen. Flüchtig gearbeitet ist die Übers. von C. F. Dahrdt(Halle 1787, 2 Bde.). Treuer und sorgfältiger hat Weltmann übers. (Der!.1811, 5 Bde.). Aber die Sucht, der deutschen Sprache, ihrem Charakter zu-wider, die römische Kürze anzubildcn, stößt jeden Leser zurück, und T. erscheintin derselben steif und unbeholfen. Dazu kommt, daß sie sehr oft von der Unwis-senheit des Bcrs. zeugt, der sehr gewöhnliche Ausdrücke nicht verstand und daherganz sinnlos wiedergab, z. B. aus der weiblichen Heftigkeit der Livia eiere weiblicheUnzulänglichkeit machte. Weit besser ist die neueste Übertragung von Strombeck,und die Übersetzung der „Annalen" des Tacitus von Freih. v. Hacke (Frks. 1825).Ricklcfs hat sammtl. Werke des T. zu übersetzen angefangen (Oldenburg 1825).Unter den sranz. Übers. werden Dureau de la Malle und Burnouf (0 Bde., Paris1827 fg.), auch Letellier's „'l'rrbleaux lüstvrig. oxtririts >Io lAvet«, et verminp.ar <ie8 üvmiuaires et lies »ppvnlliees; trullnct. nouv. irv. le texte en reZirrä etlies irotes erit. et littvr." (Paris 1825, 2 Bde.) geschätzt.
Tadmor, s. Palmyra.
Tadolini (Adam), ein Künstler, der s. ersten Unterricht von der Naturempfing, geb. zu Bologna 1789, wurde von s. Vater mit dem Hanf- und Flachs-handel beschäftigt, daher konnte er nur im Geheimen Figuren modellircn. Alsdiese Übungsstücke dem Prinzen Ercolani zu Gesichte kamen, wirkte er dem jungenKünstler die Erlaubniß aus, seinem Berufe folgen zu dürfen. T. besuchte hierausdicKunstschulcn zuBologna und machte in weniger als ZJahrcnsolcheFortschritte,daß er 2 Mal den für Zeichnung und Skulptur ausgesetzten Preis erhielt. DerBildhauer Demaria, dessen bester Schüler T. war, nahm ihn jetzt nach Ferraramit, wo er ihm bei Errichtung eines öffentlichen Denkmals bchülslich sein sollte.Nach Bologna zurückgekehrt, verlor T. s. Vater in demselben Augenblick, wo erden großen Preis der Bildhauerkunst für s. Basrelief Venus und Äneas erhielt.Bald darauf berief man ihn, kaum 22. I. alt, an Barbieri's Stelle zum Pros.der Kmistanatomle. Nachdem er diesem Lehramt 8 Monate mit großem Beifallvorgestanden-, begab er sich mit einer Pension der Regierung nach Rom, um s.Bildung zu vollenden. Hier führte er, bei Gelegenheit einer von Canova eröffne-ten Preisbewerbung, binnen 4 Wochen ein Gppsmodell aus: der sterbende Ajax.Die Großartigkeit dieser Cemposition bewundernd, nahm Canova den jungenKünstler zu sich und ließ ihn die Gruppe Venus und Mars, eine kolossale Statueder Religion, das Modell zu der Ncitcrstatue Karls ill. in Neapel, den großenSarkophag für die letzten Stuarts, und die Statuen von Washington und PinsVI. bearbeiten. Ausgebildet in der Schule des großen Meisters, eröffnete T. eineignes Atelier und führte mehre neue Werke aus, u. a. die Gruppe Venus undAmor, für den Prinzen Eecolani; einen Ganymed, der den Adler tränkt, für tunFürsten Esterhazy; das Grabmal des Cardinals Lante, für die Stadt Bologna,und eine große Anzahl Büsten, die von seltener Wahrheit und Vollendung sind.1825 bildete T. einen Ganymed in aufrechter Stellung, einen ruhenden David,Jason mit dem goldenen Vlies, die Ziege Amalthea, von Amor mit Blumenkrän-zen umwunden u. a. Werke mehr. — Auch T.'s Gattin ist eine ausgezeichnete Künst-lerin. Die Cameen, welche sie arbeitet, werden von Kennern sehr gesucht.
Tafel gütcr, könn inensalia, diejenige» Güter, welche zum Unter haltedes landesherrlichen Hofes, besonders in den ehemaligen geistl. Staaten, bestimmtwaren. Wenn es Lchnaütec sind, so heißen sie Tafcl! ehcn.