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Ueber die Fortschritte der Hygrometrie in der neuesten Zeit : eine physikalische Vorlesung nebst erläuternden Zusätzen und der Berechnung einiger hygrometrischen Beobachtungen, welche bei Gelegenheit der Reise Sr. Excellenz des Freiherrn Alexander von Humboldt im nördlichen Asien und an den Ufern des caspischen Meeres angestellt worden sind
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Dafs das Psychrometer auch beobachtet werden könne, wenn das Was-ser gefroren ist, wurde schon oben (S. 13) angedeutet, indem wir für den Eis-zustand der Feuchtigkeit an demselben die Formel etwas modihcirten. Das besteVerfahren dabei ist folgendes: Man läfst beide Thermometer ohne Umhüllung undnimmt auch den Bandstreifen d fort. Während nun das Instrument in der niedri-gen Temperatur sich irgendwo befindet, z. B. auf dem Gesims eines Fensters aufserhalb, nimmt man ein kleines Gefäfs mit reinem Wasser und hebt es unter derKugel a so empor, dafs diese eingetaucht und vermöge der Adhäsion des Wassersam Glase, benetzt wird. Ueberläfst man nun das Instrument sich selber, so be-merkt man jedesmal ein rasches Sinken, bis mehrere Grade unter 0., darauf einplötzliches Steigen bis 0,2 oder 0,0, auf welchem Punkte es dann fast 5 Minutenverharrt, bevor es wieder zu sinken anfängt. Während dieser Zeit geschieht dieVereisung des Wassers an der Oberfläche des eingetauchten Thermometers, undes giebt, beiläufig gesagt, keinen bestimmteren und kürzeren Versuch über dieErscheinung der frei werdenden "Wärme beim Gefrieren des Wassers als diesen.Wenn nun dem beeiseten Psychrometer Zeit gelassen wird, seinen niedrigstenStand zu erhalten, welches nach etwa 10 15 Minuten geschehen ist, so behältes diesen eben so constant, wie das befeuchtete Thermometer bei höheren Tem-peraturen. Die Differenz ist aber jederzeit nur geringe, theils, weil im W interdie Luft gröfstentheils dem Sättigungspunkte sehr nahe ist, theils weil überhauptin diesen niederen Temperaturen geringere Differenzen der Expansivkraft auf grö-fsere Abstände des Thaupunktes von der Luftwärme schliefscn lassen. Mantliut wohl nach jeder Beobachtung das Eintauchen zu wiederholen, damit sichdie Eisrinde fortdauernd um das Thermometer erhalte. Bei diesem Verfahrenkann man das Psychrometer stündlich oder zweistündlich sehr genau beobachten.Die Berechnung der Expansivkraft des W r asserdunstes mufs dann nach der zwei-ten Formel angestellt werden.

Die Vergleichung mit dem Daniellschen Instrumente wird hier etwas un-genauer, weil an diesem Instrument, meinen Erfahrungen gemäfs, in der Kälte zweiPhaenomene eintreten, die um etwa 2,4° R. von einander entfernt liegen, das ersteist der schwache Hauchbeschlag, bei sehr niederen Temperaturen kaum bemerk-bar, das zweite ist die bei gehöriger Anhäufung des W T assers an dem Goldreifenentstehende plötzliche Gefrierung desselben. Bei Temperaturen nahe bei 0, zwi-schen 0° bis 3° beobachtet man nur den ersten, nie den zweiten Punkt, beiniedrigeren Temperaturen von 3° bis 8° kann man beide ziemlich deutlich