HEBER DIE FORTSCHRITTE DER HYGROMETRIE IN DER NEUESTEN ZEIT. EINE PHYSICALISCHE VORLESUNG NEBST ERLÄUTJ RNDEN ZUSÄTZEN IN'l) DER BERECHNUNG EINIGER HYGRO METRISCHEN BEOBACHTUNGEN, WELCHE BEI GELEGENHEIT DER REISE Sr. I'XCELLENZ DES KÖN1GL. PREUSS. WIRKE. GEH. RATHS, FREIHEB RN ALEXAND ER VON HUMBOLDT im NÖRDLICHEN ASIEN UND AN DEN UFERN DES CASPISCHEN MEERES ANGESTELLT WORDEN SIND, VON I) R. E. F. AUGUST , PROFESSOR END DIRECTOR DES CÖLLNISCHEN REAL - GYMNASII ZU BERLIN. MIT EINER ABBILDUNG IN STEINDRUCK. B E BERLIN, 1830. T. TRAUT WEIN. ¥ Uebcr die Fortschritte der Hygromelrie in der neuesten Zeit. Eine Vorlesung, gehalten zu Berlin Jen 23. September 1S28 vor Jcr Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte. !> ie Fortschritte der physikalischen "Wissenschaften dieses Jahrhunderts haben sich auch in der Verbesserung derjenigen Instrumente offenbart, welche zu meteorologischen Beobachtungen angewendet werden. Barometer und Thermometer sind durch die Bemühungen der Physiker und Techniker zu einer früher nicht geahnten Vollkommenheit ausgebildet und haben mit ihrer Vervollkommnung zugleich eine umfassendere Anwendung in verschiedenen Gebieten physikalischer Untersuchung erlangt. Vorzüglich ist das Thermometer eins der zuverlässigsten und vielseitigsten Instrumente geworden, indem es zugleich als Wärmemesser, Lichtmesser, Barometer und Hygrometer dienen kann. Besonders wiehtig ist der in neuerer Zeit nach LatRoi’s und Leslie’s Vorgänge von vielen Seiten wieder angeregte Gebrauch desselben zur Hygrometrie; weil dadurch die eben so unzulässigen als mühselig konstruirten und berechneten Instrumente von Saussüre und Deluc entbehrlich gemacht werden*). Bekanntlich haben erst Dalion’s schätzbare Untersuchungen über die noch keinesweges beendigte und abgeschlossene Verdunstungslehre in dem Maafse Licht verbreitet, dafs die von der Verdunstung abhangenden Phänomene mit mathematischer Bestimmtheit aufgefafst und dargestellt werden können. Dieser Physiker hat das Gesetz am bestimmtesten ausgemittelt, dafs bei einer gegebenen *) l'eUer die in dieser Vorlesung nur kurz lieriilirten Gegenstände lielelirt ausftilirlicker der Artikel Hygrometer im neuen Gelilerschen physikalischen TV iirUtrhuch TU. V. S. 593 etc. 1 2 Temperatur in einem gegebenen Raume sich nur eine bestimmte Menge Wasserdunst entwickele,- und durch zuverlässige Versuche für jeden Wärmegrad den Druck bestimmt, welchen der Dunst im Maximo feiner Dichtigkeit bei jeder Temperatur vermöge der ihm eigentümlichen Expansivkraft auszuüben im Stande ist. Durch die augenfälligsten Versuche zeigte er zuerst, dafs der Dunst im Maximo seiner Expansivkraft sich nicht durch mechanischen Druck wie atmosphärische Luft comprimiren lassen sondern dafs bei jeder Zusammenpressung desselben sich so- viel Flüssigkeit tropfbar niederschlage, als der durch den Druck erfolgten Raumverminderung entspricht und der Gegendruck des Dunstes nicht wie bei der Luftcompression fortdauernd wächst,- sondern unverändert derselbe bleibt; dafs aber Dunst, der nicht im Maximo- ist,, sich beim Zusammendrücken so lange wie Luft verhalte und einen immer verstärkten Gegendruck aus übe, bis er dadurch zu der Expansion des Maximumgelangt sei, von welchem Augenblicke an er sich auf die eben beschriebene Weise niederzuschlagen anfange. Eben so zeigte Dalton bestimmter als seine Vorgänger, dafs eine gegebene Dunstmasse, die nicht im Maximo ist, durch allmählige Abkühlung die Temperatur erhalten könne, bei Welcher sie sich im Maximo befindet und dafs dann eine fortgesetzte Temperafurerniedrigung einen tropfbaren Niederschlag geben müsse. Hierauf basirt sich die Theorie des Thaupunktcs, welche für die Meteorologie von so grofser Wichtigkeit ist. Da nämlich die Luft fortdauernd Wassertheile in Dunstgestalt enthält, fo hat man für den hygrometrischen Zustand der Atmosphäre nur zu wissen nöthig, bei welcher Temperatur der jedesmal vorhandene Dunst anfangen würde zu condensiren, um theils aus dem Verhältnifs dieses Thaupunktes zur Luftwärme unmittelbar gewisse meteorologische Bestimmungen zu entnehmen, theils aus der für die Temperatur des Thaupunktes ermittelten Expansion des Dunstes auf die vorhandene Menge desselben einen Schlufs zu machen. Schon vor v, Saussüre hatte LeRoi diesen richtigen Weg hygrometrischer Bestimmungen eingeschlagen. Die Methode aber, welche er für den Versuch angab, war zu unsicher, um dem genau beobachtenden v. Saussüre zu genügen. LeRoi stellte nämlich ein Thermometer in ein Glas mit Wasser, von der Lufttemperatur, welches durch kältende Mischungen allmählig soweit abgekühlt wurde, bis das Glas äufserlich beschlug. Den Grad, den das Thermometer in diesem Augenblick angab, nahm er für den Thaupunkt. Das schlechte Wärme-Lei- 3 tungsvermögen des Wassers und des Glases mufste hiebei natürlicher Weise bei demselben Zustande der Luft auf bemerkliche Abweichungen führen, die dem scharfsehenden v. Saussüre nicht entgingen. Schade nur, dafs dieser, statt eine passendere Methode der Beobachtung zu erfinden, die Idee des mislungenen Versuches wegen ganz von sich wies, deren weitere Verfolgung die Hygrometrie gewifs I schneller gefördert hätte, als die mühselige Untersuchung, die der scharfsinnige Mann dem eigensinnigen und oft widerspenstigen blonden Frauenhaar widmete, dessen hygroscopischc Eigenschaften er zu einem freilich sehr vergänglichen :und dem Wandel alles Organischen ausgesetzten, aber nichts desto weniger empfindlichen und durch die Berechnungen .des Erfinders ziemlich brauchbaren Instrumente zu benutzen wufste, das neben dem Eischbeinhygrometer Deluc’s, und wegen gröfserer Empfindlichkeit noch mit einem gewissen Vorzüge vor demselben, bis in die neuesten Zeiten zu den wichtigsten Beobachtungen angewendet wurde. Dalton nahm die von Saussüre verworfenen Vorschläge LeRoi’s wieder .auf; doch erhielten diese erst ihre zweckmäfsigste Anwendung als Daniell die nach ihm benannte sinnreiche Vorrichtung angab, vermittelst deren man den Thaupunkt, wenn auch innerhalb der Gränzen eines halben Reaumürschan Grades schwankenddennoch so genau erhält, als es nur irgend zu meteorologischen Bestimmungen erfordert werden kann. Obgleich ich dies Instrument allen hochverehrten Mitgliedern dieses Vereines als bekannt voraussetzen kann, so habe ich es doch hier vorzeigen wollen, um eine kleine Veränderung, die ich demselben mit gutem Erfolg gegeben habe, kurz berühren zu können*). Die Beobachtungskugcl nämlich, in welcher *) Für diejenigen Leser dieser Abhandlung, welche mit diesem sinnreichen Instrument-weniger bekannt sein sollten, habe ich die Abbildung desselben in der nach meiner Angabe veränderten Gestalt, in der ersten Figur der angelielteten Tafel darstellen lassen, a ist die Beobachtungskugel zur Hälfte mit Schwefeläther gefüllt und äufserlicli mit einem glattpolirten, in das Glas eingebrannten Goldringe bc überzogen, dessen Gränzen in der Figur durch punktirle Linien angegeben -werden. Diese Kugel a ist so gebogen, dafs ein in der damit verbundenen Rohre c d heiindliches Thermometer seine Kugel e theils zur Hälfte in den Schwefeläther eintaucht, -dessen Oberfläche in der Zeichnung durch die unpunktirte Linie markirt ist, theils möglichst nahe an der äufseren Oberfläche des Goldreifens sich befindet; so dafs die Entfernung ec höchstens - Pariser Linien beträgt. Mit der Rohre cd steht eine andre de in Verbindung, an welcher die Kugel f angeblasen ist. Das Innere der ganzen Vorrichtung mufs luftfrei sein. Dies wird vom Künstler erreicht, wenn er den Aether in a über einer Spirituslampe vorsichtig siedet ond durch die Dämpfe desselben die Luft aus einer feinen Rohren-Spitze bei f vertreibt, diese Rühre dann fofort zuschinilzt. Die Kugel f ist mit Musselin überzogen und das Ganze ruht auf einem Stativ g. Beim Versuch träufelt man äufserlicli etwas Aether auf die Kugel f. Der 1 * durch die bekannte Behandlung des Instrumentes Kälte erzeugt und dadurch an dem äufseren hier vergoldeten Umfange der Kugel ein Hauchring hervorgebracht wird; ist nach meiner Angabe so gebogen, dafs das innere Thermometer dem äufsern Umfange möglichst nahe ist, damit die Uebcreinstimmung zwischen der Temperatur des äufseren Umfanges, an welchem die atmosphärischen Dünste condensiren und des innern Thermometers möglichst genau sei. Denn viele sehr sorgfältige gleichzeitige Versuche mit Instrumenten von verschiedener Construction haben mich belehrt, dafs die Anzeigen des innern Thermometers beim Entstehen des Hauchringes immer niedriger werden, je weiter das Thermometer von der äufsern Oberfläche der Kugel entfernt ist; offenbar eine Folge der schlechten Leitung der Flüssigkeit und des Glases, die bei diesem Instrumente nur weniger störend hervortritt, als bei dem Verfahren, welches den ältem v. Saussüre so unbefriedigt gelassen hatte. Was die Beobachtung dieses zweckmäßigen Instrumentes an- belrifft; so erlaube ich mir nur noch darauf aufmerksam zu machen, dafs man sich nicht eher für überzeugt halten kann, einen richtigen Versuch gemacht zu haben, als wenn man bemerkt, dafs das innere Thermometer in dem Augenblick, wo äufserlich der Hauchring sichtbar wird, auch zugleich zu sinken aufhört und Aether verdunstet sehr rasch und kühlt dabei die Glaskugel f beträchtlich ab. Es befindet sich aber in dieser Kugel notliw endigerw eise Aetlierdunst und zwar im Maximo für diejenige Temperatur, welche das Instrument vor dem Versuch halte. Ein Tlieil desselben inufe also condcnsirt, d. li. durch die Abkühlung in tropfbaren Aether verwandelt werden, der sich unten in der Kugel f ansammelt, Dadurch wird aber der Druck vermindert, den der Aetlierdunst auf den Aether in der Kugel a ausübte und es kann sich nun in a neuer Dunst entwickeln. Es 1ritt also augenblicklich im Innern der Beobaeh- tungskugel eine lebhafte Verdunstung ein. Durch diese wird Wärme gebunden. Die Oberfläche des Aethers kiiliU sich daher hinter dem Goldringe be bedeutend ah. Gleichzeitig sinkt das Thermometer, dessen Kugel e in den SchwefeJällier eiutaucht. Das Glas wird natürlicher NVeise an der Stelle, wo der Goblring bc ist, dadurch auch abgeküblt und je näher das Thermometer e diesem Goldringe liegt, desto mehr wird es auch in seiner Angabe mit der in c erzeugten Temperatur übereinstimmen. Ist mm die den Jling bc umgebende Luft so abgekühlt, dafs der in der atmosphärischen Luft enthaltene Dunst sein Maximum zu überschreiten anfängt, so wird er sich als ein feiner Beschlag an der Goldoberfläche zeigen und das Thermometer im Innern des Instruments wird dann den Thaupunkt, d. h. diejenige Temperatur angeben, bei welcher der atmosphärische Dunst tropfbar zu werden anfangen miifste, wenn die Luftwärmc so weit abnähme. Beobachtet man also gleichzeitig ein möglichst frei hangendes Thermometer, welches die Mechaniker sehr unpassend in dem Fuße g anzubringen pflegen; so giebt der Vnterschied beider Thermometer iin Augenblick der Entstehung des Hauchringes an, um wie viel Grade die atmosphärische .Luft abgekühlt werden müßte, wenn der in ihr enthaltene Wassexdunst anfangen sollte, sich tropfbar auszuscheiden. 5 mit dem darauf beginnenden Steigen desselben der Hauehring auch wieder verschwindet. Alle anderen Beobachtungen sind,- wenn es sieh um Genauigkeit handelt, mehr oder sninder unzulässig und di>e Annahme, der eigentliche Conden- sationspunkt liege zwischen der Temperatur,, bei welcher (nach dem innern Thermometer beobachtet) der Hauehring zu entstehen und der, bei welcher er zu verschwinden scheint, hat sich mir als ganz unstatthaft gezeigt.. Offenbar entsteht doch diese "Verschiedenheit der Temperaturangaben beim Entstehen und Verschwinden des Hauchringes nur durch zu lebhafte Erkaltung des eingeschlossenen Aethers, das innere Thermometer bleibt in solchem Falle, vermöge der Trägheit des Quecksilbers ein wenig zurück, zeigt, also im Augenblick der ersten Erscheinung des Ringes eine etwas zu hohe Temperatur. Häuft sich nun der Wasserbeschlag an, so braucht er mehr Zeit zum Entweichen und verschwindet erst, wenn das Thermometer wieder bedeutend höher steht, als heim Entstehen des Ringes. Da also beide Beobachtungen eine zu hohe Temperatur geben, so wird durch die Annahme des Mittels der Felder noch vermehrt, den man auszugleichen beabsichtigt. Dafs übrigens das Daniell’sche Hygrometer, wenn es sehr sorgfältig beobachtet wird, die Temperatur des Thaupunktes etwas niedriger angeben müsse, als sie wirklich ist und dieser Felder um so gröfser sein müsse, je weniger Dunst die Luft enthält, geht auch schon daraus hervor, dafs der Hauehring erst sichtbar werden kann, wenn der Gondensationspunkt schon überschritten ist und eine gewisse Quanlilät von Dunslbläschen die vergoldete Oberfläche der Bcobachtungskugel bereits so bedeckt hat, dafs durch die veränderte Lrchtreflexion der Hauehring sichtbar geworden ist. Bei sehr hohen Temperaturen und in sehr trockner Luft gelingen Versuche mit dem DanieU’sehen Instrumente gar nicht. Dieselbe I nsicherheit theilcn mit diesem Hygrometer alle nach Erfindung desselben angegebenen ähnlichen Vorrichtungen, wie z. B. das bekannte Körnersche Hygrometer und eine neuerdings erst von Bohnenberger vorgesclilagene Einrichtung, zufolge welcher um die mit Musselin umwickelte Thermometerkugel ein oben und unten offener Cylinder von nicht viel gröfcerem Durchmesser als die Thermometerkugel befestigt wird, der eine vergoldete äufsere Oberfläche hat, in dessen innern Raum man von oben her Aetlier träufelt, damit er die Themiometerkugel mit dem umgebenden Cylinder bis zur Condcnsationskälte abkühle, deren Eintritt durch den an der Oberfläche des Cylindcrs- entstehenden Hauchring angezcigt wird*). *) Ich halte mit einem Hygrometer ron dieser Einrichtung, Ms jetzt noch keine gelungene Beobachtungen zu Stande bringen können. 6 Durch Instrumente dieser Art, die noch nicht so allgemein verbreitet sind, als sie es verdienen, hat die Hygrometrie bedeutend gewonnen, indem es nun möglich wird, durch Verdunstung weniger Aethertropfen die Temperatur des Thaupunktes zu erfahren und aus diesem an sich schon wichtigen Datum mit Hülfe der in jedem physikalischen Lehrbuche neuerer Zeit angegebenen Methoden den Feuchtigkeitszustand der Luft auf eine leichte Art zu berechnen. Immer aber erfordern diese Instrumente einen Versuch und erschweren es besonders dem Reisenden, mit der gehörigen Ersparnifs an Raum und Zeit eine hinreichende Menge von Beobachtungen anzustellen. Schon der Transport des erforderlichen Schwefeläthers ist ein Umstand, der für gröfsere Reisen dem fortdauernden Gebrauche dieses Instrumentes sehr ungünstig ist. Mehr durch Zufall, als w'cil ich auf einem von Leslie schon betretenen, von anderen Physikern aber wieder verlassenen W.ege etwas für die Hygrometrie Erspriefsliches zu finden hoffte, bemerkte ich vor drei lahren, als ich des jüngeren De la Rive Vorschlag, den Dunstgehalt der Atmosphäre durch die Wärmezunahme eines mit Schwefelsäure benetzten und frei aufgehängten Thermometers zu messen, an gleichzeitigen Beobachtungen des Daniell’schen Instrumentes prüfte und nach jedem Versuche die angewandten Thermometer in Wasser wieder abspülte, dafs diese, so lange sie benetzt waren, einen festen Stand ziemlich genau in der Mitte zwischen der Luftwärme und dem durch das Daniell’sche Instrument angezeigten Thaupunkte behaupteten. Die Fortsetzung meiner Untersuchungen über diese durch das einfache Verhältnifs überraschende Beobachtung leitete mich auf einen Ausdruck, der zwar nicht so einfach ist, aber doch ein Mittel an die Hand giebt, aus einer einfachen und sicheren Beobachtung der Verdunstungskälte jede hygrometrische Frage so .zuverlässig zu beantworten, als es nur durch das Daniell’sche Instrument möglich ist. Ich schlofs dabei so: So lange ein Thermometer, dessen Kugel mit Wasser benetzt ist, sinkt, so lange tritt dasselbe einen Theil der Wärme des Quecksilbers und Glases an das umgebende Wasser ab, welches denselben beim Verdunsten bindet; wenn aber der constante Punkt, den wir Verdunstungskälte nennen, eingetreten ist, so ist dies ein Zeichen, dafs das dann verdunstende Wasser dem Thermometer keine Wärme mehr entzieht; sondern dafs die Verdunstung nun auf Kosten derjenigen Wärme geschieht, welche die zunächst liegende Luft verliert, während sie von der Luftwärme sich bis zur Ver- dunstungskältc abkühll. Von diesen Voraussetzungen ausgehend, entwickelte ich eine Formel, welche ich in den Poggendorfischen Annalen mit mehreren Ver- suchen mitgetheilt habe, und mit welcher alle meine Beobachtungen seit jener Zeit auf das Genügendste übereingestimmt haben und um so genauer, je sorgfältiger sie angestellt waren*). Leslie hatte schon zu einem ähnlichen Zweck das von ihm construirte Differenzialthermometer eingerichtet. Theils die Schwierigkeit, vergleichbare Instrumente der Art zu erhalten, theils die mit der Erfahrung nicht übereinstimmende Berechnungsart, welche der Erfinder vorschlug, hatten das Vertrauen zu der Erfindung geschwächt. Deshalb und weil man ohnedies bei diesen Versuchen auch die Luftwärme genau kennen mufs und die Beobachtung der Differenz dieser Luftwärme und der Verdunstungskälte allein nicht hinreicht; so fand ich es gerathener, zwei genau bis auf Zehntel - Grade getheilte und miteinander vollkommen correspondfrende Thermometer anzuwenden, von denen die Kugel des einen und der ganze Raum zwischen Kugel und Scala durch eine leicht anzubringende Vorrichtung mit reinem Wasser benetzt erhalten wird**). *) Die Formel, der ich mich damals, als ich diese Vorlesung hielt, und lange Zeit hindurch nachher bedient habe war nicht vollkommen richtig entwickelt. Der Fehler, den sie enthält, beruht darauf,, dafs die latente Wärme des Wasserdunstes unter allen Temperaturen als ungeändert angenommen ist». Sie theilt diesen Fehler,. auf den ich durch Herrn Dr. Poggendorff aufmerksam gemacht worden bin,, mit denjenigen, wonach Gay Lüssac’s mit einem feuchten Thermometer in trockner Luft an- gestell'te Versuche berechnet sind. Ich habe- den- Felder seitdem verbessert und bin auf eine Formel gekommen,, die noch weit genauer sich an die Erfahrung anschliefst als die vorige, und auch auf die Gay Lussacschen Versuche sehr gut pafst r was bei der frühem Psychrometerformel nicht der Fall war. Ich werde an einem andern Orte die Art der Entwicklung der neuen Formel mittheilen, und führe sie daher nur als Resultat an.. 0)558 (t— t') b x = n — - K ;_ V — U Hierin bedeutet: x die Spannung des in der Luft enthaltenen Wasserdunstes. t die Lufiwänne^ durch ein freies Thermometer angegeben. die Verdunstungskälte durch das- befeuchtete Thermometer bestimmt. b den Barometerstand' auf 0° Queeksilberwärme reducirt. q die zur Temperatur tgehörige Expansivkraft des Dunstes im Maximum, auf dieselbe Maafsein^ heit mit 1> bezogen. \ die latente Wärme des Dunstes hei 0° (also 640° C oder 512° II.) DievSe Formel stimmt auch mit der Erfahrung überein, wenn das befeuchtete Thermometer eine Eisrinde hat, nur mufs dann % um die latente Wärme des Wassers bei 0°, d. h. um 60° R oder 75° Cent, erhöht werden. **) Die in Figur 2 gegebene Abbildung des Psychrometers ist ohne Erklärung verständlich. h ist das trockne Thermometer', b das befeuchtete, dem aus dem Glasgefäfse c durch den Bandstreifen s Da durch dieses Instrument die Feuchtigkeit der Luft nur mittelbar, die Verdun- stungskälte des Wassers oder die sogenannte Nafskälte hingegen unmittelbar gemessen wird, indem nothwendigerweise die Temperatur der äufsersten Oberfläche jedes freien Wassers-mit der-des gleichzeitig beobachteten feuchten Thermometers übereinstimmen mufs, so habe ich der zu diesem Zweck bestimmten Zusammenstellung eines trocknen und eines feuchten Thermometers den Namen Psychrometer (Nafskältcmcsser) gegeben, und so viel ich vreifs, früher.als dieses Wort von einem englischen Physiker gebraucht worden ist, -der das Spiritusthermometer an dem bekannten Thermometrographen, welches das Minimum der Temperatur Exirt, mit diesem Namen belegt hat. Bei den verschiedensten Temperaturen und Barometerständen habe ich seit der ersten Bekanntmachung das Psychrometer beobachtet und im vorigen Sommer einen ganzen Tag hindurch auf-dem Gipfel des Brocken die Anzeigen desselben mit Versuchen an zwei übereinstimmenden Daniell’schen Hygrometern verglichen. Für die Berechnung habe ich Tafeln und Annäherungsformeln entworfen, welche ich zusammcngestellt mit den seit jener Zeit auch von anderen deutschen Physikern, die dem Instrumente ihre Aufmerksamkeit widmeten und es als brauchbar erkannten, entwickelten L o calfo rmein den hochgeehrten Mitgliedern, die sich für diesen Gegenstand interessiren, zu überreichen mich in einer der nächsten Sitzungen beehren werde. Die Art der Rechnung zu beschreiben würde eben so wie die Aufzählung der Resultate Ihre Geduld ermüden- Aus diesem Grunde habe ich mehrere von dem Herrn Professor Erman mir gütigst privatim mitgelheilte und andre mir durch Journale bekannt gewordene Beobachtungen dieses Instrumentes, dazu meine Brockenversuche und einige andre Beobachtungen, die ich zur Prüfung des Instrumentes mit aller möglichen Sorgfalt angestellt habe, in zwei Ihrer gütigen Aufmerksamkeit empfohlene Tabellen mit aufgenommen. Der dritte Theil sämmllicher Beobachtungen ist genau übereinstimmend mit den Angaben des Daniel!"sehen Instruments; die Abweichungen sind bei den übrigen nie grofs, ein wenig mehr ins Minus gehend, was mit der Theorie des Daniell’scheri Instrumentes übereinstimmt, das den Thaupunkt zu niedrig angieht. Von der Einfachheit der Annäherungsformel können sich die hochgeehrten Herrn aus der kurzen Notiz überzeugen, dafs man die dem Thau- punkte zugehörige Expansion iji Pariser-Linien bei mittlerem Barometerstände schon d eine geringe Quantität "\\a5ser zugeführt wird, um den Zustaml (1er Feuchtigkeit ununterbrochen zu erhalten. 9 ziemlich genau findet, wenn man ein Drittlieil der in Reaumürschen Graden ausgedrückten Temperaturdifferenz beider Thermometer von dem Expansionsmaximum, das der Verdunstungskälte entspricht, ab zieht*). Für jede Linie Abweichung des Barometerstandes beträgt die Cor- rection dann noch ein Tausendtheil der so beobachteten Temperaturdifferenz, additiv bei niedrigeren, subtractiv bei höheren Barometerständen. Ich habe, wie schon bemerkt, bis jetzt die Anzeigen des Psychrometers gröfstentlieils nur vermittelst der Anzeigen des DanielFschen Instrumentes geprüft und die Uebereinstimmung so grofs gefunden, dafs ich nicht in die Nothwendig- keit gekommen bin, aus einer Versuchsreihe eine Formel, die eine noch vollkommenere Uebereinstimmung gebe, zu entwickeln. Es kommt meiner Meinung nach nicht darauf an, dafs das Psychrometer absolut in Uebereinstimmung mit dem auch nur innerhalb gewisser Gränzen zuverlässigen Daniell’schen Instrument gesetzt werde, sondern dafs ermittelt werde, welches von beiden Instrumenten die richtigste Anzeige gebe. Uas DanielFsche Instrument fehlt bei genauen Versuchen ins Minus, das Psychrometer vielleicht ins Plus und die Wahrheit liegt sehr wahrscheinlich in der Mitte. Es sind daher für einige verschieden bedingte Fälle Versuche über den absoluten Th'aupunkt anderweitig erst allzustellen, ehe man mit Zuversicht die eben angeregte Frage entscheiden kann. Ein Mittel, welches ich angewandt habe, auf einem noch andren Wege die Temperatur des Thaupunktes zu erfahren, will ich seiner Einfachheit wegen, und weil es gewifs in vielen, wo nicht in allen Fällen das complicirte DanielFsche Hygrometer ersetzt, noch kurz anführen. Nimmt man gewöhnlichen Brennspiritus, dessen Anziehung gegen den Dunst in der Luft sich schon etwas geschwächt hat und befeuchtet damit die Kugel eines guten Psychrometers, so wird man bemerken, dafs das Thermometer anfänglich lebhafter, nachher langsamer sinkt, bei einem Punkt eine kurze Weile verharret und dann wieder allmählig zu steigen anfängt. Dieser niedrigste Punkt, *) Diese Näherung trifft hei der berichtigten Formel nicht mehr ganz zu, weicht jedoch nicht bedeutend ab. Für den mittleren Barometerstand von 336 /,/ und Temperaturen über 0°, erhält man für Reaumürsclie Grade x = e' — — (t — t / ). S Für Temperaturen unter 0° ist aber x = e — 2 . (t — D). 3 Die im Text angegebene Correetion für den Barometerstand ist in beiden Fällen zulässig, obgleich bei Beobachtungen über 0 genauer jjVüS slatt T555 anzunehmen ist. 2 10 ✓ den es aber vielleicht nur \ Minute, keinesweges so lange als es feucht ist, behauptet, stimmt nach den Versuchen, die ich von Zeit zu Zeit angestellt habe, auffallend mit dem sowohl durch das Daniell’sche Hygrometer angezeigten, als auch nach der Angabe des Psychrometers berechneten Thaupunkte überein. Es wäre interessant, wenn man auf so einfachem Wege den Thaupunkt beobachten könnte, doch ist meine Untersuchung noch nicht so vollendet, dafs ich mit Bestimmtheit mich hierüber ebenso, wie über die Brauchbarkeit des Psychrometers mit Wasserbefeuchtung aussprechen könnte, und ich will die folgende Erklärung des Phänomens, ohne die von der Erfahrung zu erwartende Unterstützung noch nicht als ausreichend aufstellen. Ich stelle mir nämlich die Sache so vor. Der Weingeist verdunstet lebhafter als das Wasser, doch nicht viel lebhafter, da die Expansion desselben bei gleicher Temperatur noch nicht das Doppelte beträgt. Kommt also das in der Nähe des Thaupunktes schon langsamer sinkende Thermometer, welches mit "Weingeist befeuchtet ist, auf diesen Punkt, so mufs das fernere Sinken desselben sogleich gehemmt werden, da sich der nun condensirte Wasserdunst der Atmosphäre tropfbar mit demselben vermischt und eine augenblickliche, wenn auch noch so geringe Erwärmung durch diese Mischung hervorbringt. Daher der kurze Stillstand und das darauf erfolgende Steigen des befeuchteten Thermometers. Bewährte sich hier die Theorie an der Erfahrung, so hätten wir eine einfachere Methode das Psychrometer zu prüfen, welches aber auch vor diesem Verfahren den Vorzug behaupten würde*). Ich empfehle auch die aus solchen Versuchen hergeleitete Tabelle der Aufmerksamkeit der hochgeehrten Anwesenden, und bin bereit, in einer physicalisch-meteorologischen Section heut Nachmittag Versuche auf einem Platze, in dem Garten, wo wir nach Tische versammelt zu sein pflegen, anzustellen, die namentlich für die Spiritusbefeuchtung sehr günstig ausfallen dürften, da sie mir gestern und vorgestern noch sehr gut gelungen sind. Zusätze und Erweiterungen. Um nach der in der Anmerkung S. 7 gegebenen Formel rechnen zu können, mufs man für jede Temperatur t 1 die zugehörige Dunstspannung im Maximum e kennen. Diese ergiebt sich aus folgender Tafel: *) Fortgesetzte Untersuchungen tiher diesen Gegenstand haben mit}) überzeugt, dafs mir bei gewissen liygrometrisciien Zuständen der Luft, diese Methode annähernde \\ r erthe giebt. Jeder Luftzustand erfordert eine andre Beschaffenheit des Weingeistes, um die Erscheinung zu zeigen* 11 Tafel der Expansionen des Wasserdunstes im Maximum für Reaum. Grade und Pariser Linien. 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 —29 0/12 0,12 0,12 0,12 0,11 0,11 0,11 0,11 0,11 0,11 28 0,13 0,13 0,13 0,13 0,13 0,13 0,13 0,12 0,12 0,12 27 0,15 0,15 0,15 0,15 0,14 0,14 0,14 0,14 0,14 0,14 26 0,17 0,17 0,17 0,16 0,16 0,16 0,16 0,16 0,16 0,15 25 0,19 0,19 0,19 0,18 0,18 0,18 0,18 0,18 0,17 0,17 —24 0,21 0,21 0,21 0,21 0,20 0,20 0,20 0,20 0,20 0,19 23 0,24 0,24 0,23 0,23 0,23 0,23 0,22 0,22 0,22 0,22 22 0,27 0,26 0,26 0,26 0,26 0,25 0,25 0,25 0,24 0,24 21 0,30 0,29 0,29 0,29 0,28 0,28 0,28 0,28 0,27 0,27 20 0,33 0,33 0,33 0,32 0,32 0,31 0,31 0,31 0,30 0,30 — 19 0,37 0,36 0,36 0,36 0,35 0,35 0,34 ” 0,34 " 0,34 0,33 18 0,41 0,40 0,40 0,40 0,39 0,39 0,38 0,38 0,38 0,37 17 0,45 0,45 0,44 0,44 0,43 0,43 0,43 0,42 0,42 0,41 16 0,50 0,50 0,49 0,49 0,48 0,48 0,47 0,47 0,46 0,46 15 0,56 0,55 0,54 0,54 0,53 0,53 0,52 0,52 0,51 0,51 0,62 0,61 0,60 0,59 0,59 0,58 0,58 0,57 0,57 0,56 13 0,68 0,67 0,66 0,66 0,65 0,64 0,64 0,63 0,62 0,62 12 0,75 0,74 0,73 0,73 0,72 0,71 0,70 0,70 0,69 0,68 11 0,82 0,82 0,81 0,80 0,79 0,78 0,77 0,77 0,76 0,75 10 0,90 0,90 0,89 0,88 0,87 0,86 0,85 0,85 0,84 0,83 — 9 0,99 0,98 ~ Ö ,97 0,97 0,96 0,95 0,94 0,93 0,92 0,91 8 1,09 1,08 1,07 1,06 1,05 1,04 1,03 1,02 1,01 1,00 t 1,20 1,19 1,18 1,16 1,15 1,14 1,13 1,12 1,11 1,10 6 1,31 1,30 1,29 1,28 1,27 1,25 1,24 1,23 1,22 1,21 5 1,44 1,43 1,41 1,40 1,39 1,38 1,36 1,35 1,34 1,33 ~L57 1,56 1,55 1,54 1,52 1,50 T ,49 1,48 1,46 1,45 3 1,72 1,71 1,69 1,68 1,66 1,65 1,63 1,62 1,60 1,59 2 1,88 1,86 1,85 1,83 1,81 1,80 1,78 1,77 1,75 1,74 1 2,05 2,03 2,02 2,00 1,98 1,96 1,95 1,93 1,92 1,90 0 2,24 2,22 2,20 2,18 2,16 2,14 2,12 2,11 2,09 2,07 Hh 0 2,24 2,26 2,28 2,30 ” 2,32 2,34 2,36 2,38 2,40 2,42 1 2,44 2,46 2,48 2,50 2,52 2,54 2,57 2,59 2,61 2,63 2 2,65 2,68 2,70 2,72 2,75 2,77 2,79 2,82 2,84 2,86 3 2,89 2,91 2,94 2,96 2,99 3,01 3,04 3,06 3,09 3,11 4 3,14 3,16 3,19 3,22 3,24 3,27 3,30 3,33 3,35 3,38 0 1 2 3 4 5 6 7 8 ~ 2 * 12 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 — H 5 3,41 3,44 3,47 3,49 3,52 3,55 3,58 3,61 3,64 3,67 6 3,70 3,73 3,76 3,79 3,82 3,85 3,S9 3,92 3,95 3,98 7 4,01 4,05 4,08 4,11 4,15 4,18 4,21 4,25 4,28 4,31 8 4,35 4,38 4,42 4,46 4,49 4,53 4,56 4,60 4,64 4,67 9 4,71 4,75 4,79 4,82 4,86 4,90 4,94 4,98 5,02 5,06 +10 5,10 5,14 5,18 5,22 5,26 5,30 5,34 5,38 5,43 5,47 11 5,51 5,56 5,60 5,64 5,69 5,73 5,78 5,82 5,87 5,91 12 5,96 6,00 6,05 6,10 6,14 6,19 6,24 6,29 6,34 6,38 13 6,43 6,48 6,53 6,58 6,63 6,68 6,74 6,79 6,84 6,89 14 6,94 7,00 7,05 7,10 7,16 7,21 7,27 7,32 7,38 7,43 +15 ”7,49 7,54 7,60 7,66 7,72 7,77 7,83 7,89 7,95 8,01 16 8,07 8,13 8,19 8,25 8,31 8,38 8,44 8,50 8,56 8,63 17 8,69 8,76 8,82 8,89 8,95 9,02 9,09 9,15 "9,22 9,29 18 9,36 9,42 9,49 9,56 9,62 9,70 9,77 9,85 9,92 9,99 19 10,06 10,14 10,21 10,28 10,36 10,43 10,51 10,59 10,66 10,74 +20 10,82 10,90 10,98 11,05 11,13 11,21 11,29 n;S7 11,46 11,54 21 11,62 11,71 11,79 11,87 11,96 12,04 12,13 12,22 12,30 12,39 22 12,48 12,57 12,66 12,75 12,84 12,93 13,02 13,11 13,20 13,30 23 13,39 13,48 13,58 13,67 13,77 13,87 13,96 14,06 14,16 14,26 24 14,36 14,46 14,56 14,66 14,76 14,87 14,97 15,07 15,18 15,28 +25 15,39 15,50 16,60 15,60 15,71 15,82 15,93 16,04 16,15 16,26 16,37 17,53 26 16,48 16,71 16,83 16,94 17,06 17,17 17,29 17,41 27 17,65 17,77 17,89 18,01 18,13 18,25 18,38 18,50 18,63 18,75 28 18,88 19,01 19,14 19,26 19,39 19,52 19,66 19,79 19,92 20,05 29 20,19 20,32 20,46 20,60 20,73 20,87 21,01 21,15 21,29 21,43 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Der Gebrauch dieser Tafel, um den Fcuchligkeitszusland der Luft aus einer Psychrometerbeobachtung zu berechnen, ergiebt sich nun sehr einfach aus dem Vorhergehenden. Man sucht zu der Temperatur des feuchten Thermometers die entsprechende Dunstspannung in der Tabelle auf, in welcher man die ganzen Grade in der ersten Längenspalte, die Zehntel - Grade in der ersten Ouerreihe angedeutet findet. Die beim Zusammentreffen der zu den ganzen Graden gehörigen Querreihe und der zu den Zehnteln gehörigen Längcnspalte gefundene Zahl drückt in Pariser-Linien die gesuchte Expansion des "Wasserdunstes im Maximum aus. Hätten nun beide Thermometer des Psychrometers keinen Unterschied, sondern gäbe das feuchte genau dieselbe Temperatur an, welche das trockne zeigt, 13 so würde die auf diese Weise in der Tafel gefundene Zahl unmittelbar den Dunstdruck bestimmen, weil dann der Dunst in der Atmosphäre im Maximum und die Luft so feucht sein müfste, dafs sie keinen Dunst mehr aufnehmen könnte. In den Fällen aber, Wo das trockne Thermometer um einige Grade höher steht, mufs man f- dieser durch Reaumürsche Grade ausgedrückten Temperaturdifferenz (oder wenn das feuchte Psychrometer beeiset ist, nur ■§) von jener in der Tabelle aufgesuchten Zahl subtrahiren um gleichfalls in Pariser Linien die Spannung des in der Atmosphäre befindlichen Dunstes zu erhalten. Ist der Barometerstand beträchtlich gröfser oder kleiner als 336so mufs man noch töVöö dieser Abweichung mit dem Unterschiede beider Thermometer multipliciren, und im Falle eines gröfseren Barometerstandes dieses Produkt zu der schon gefundenen Gröfse hinzufügen; bei einem niedrigeren Barometerstände davon subtrahiren. Diese Regeln der abgekürzten Rechnung lassen sich auf die Formeln bringen: x = e — | (t — t') — 0,0011 (336 — b) (t — t') Ö x = e — i (t — t') — 0,001 (336 — b) (t — t') o Genauer aber sind die Ausdrücke x = e x = e 0,558 (t — t') b 512 — t' 0,558 (t — t') b 572 — t' von denen der erste für Beobachtungen des blofs nassen, der andre für Beobachtung des mit einer Eisrindc überzogenen Psychrometers gültig ist. Die gröfseste Psychrometerdifferenz hat in unsrer Gegend der Herr Professor Erman am 20. Mai 1827 um Uhr Nachmittags bei einem Barometerstände von 338 /// ,23 beobachtet. Das trockne Thermometer zeigte 19,1° R. Das feuchte 11,1°. Die Differenz beider war also 8°. Um hieraus die Spannung des atmosphärischen Dunstes berechnen zu können, suchen wir die zu 11,1° gehörige Spannung in der oben mitgetheilten Tafel auf. Man findet 5,56; von dieser Zahl subtrahirt man -| der beobachteten Temperaturdifferenz, welches in diesem Falle 3,00 beträgt. Die Subtraction giebt 14 2,56 y// . Da aber das Barometer 2 Linien höher als 336 //y stand, so ist noch 0,0022 X 8 = 0,02 von der gefundenen Zahl zu subtrahiren. Man erhält also auf diese Weise 2,54 als Expansion des in der Luft enthaltenen Dunstes. Sucht man diese Zahl wieder in der Tafel auf, so findet man, dafs sie für die Temperatur 1,5° das Maximum angiebt. Es ergiebt sich daraus, dafs wenn die Luft sich an dem gedachten Tage von ihrer Temperatur 19,1° bis unter 1,5° hätte abkühlen können, ein tropfbarer ^Niederschlag entstanden sein würde. Es ist also 1,5° der Thaupunkt nach dem Psychrometer. Rechnet man nach der genaueren Formel, so ist = 5,56 — 0,558 . 8 . 338,2 512 — 19,1 1409,17 * = 5 ' 56 - 492,9 X = 5,56 — 3,06 = 2,50 Man findet also die Expansion um 4 Hundertel einer Linie geringer, und es gehört zu derselben der Thaupunkt 1,3°. Diese Abweichung kann in den meisten Fällen vernachlässiget werden. Eine gleichzeitige Beobachtung des DanielFschen Hygrometers zeigte einen Hauchring an diesem Instrumente bei 37° Fahr. = 2,2° R. Der durch dieses Instrument gefundene Thaupunkt weicht also nur 0,9° R. von dem aus der Angabe des Psychrometers berechneten 1,3 ab. Die zu diesem Thaupunkt (2,2°) gehörige Expansion ist nach der Tabelle 2,70 yyy also um zwei Zehritheile einer Pariser Linie verschieden. Da die Beobachtung des Psychrometers sichrer ist, und in der Bestimmung des Thaupunktes nach dem Daniell'schen Instrument bei einer Beobachtung der Fehler eines ganzen Grades nicht undenkbar ist, so ist eine gröfsere Uebereinstim- mung^ bei so grofsen Temperatur-Differenzen beider Thermometer kaum zu erwarten. Sobald nun auf diese Weise die Spannung des in der Atmosphäre enthaltenen Dunstes und zugleich mit derselben der Thaupunkt gefunden ist, hat die Bestimmung aller übrigen für die Hygrometrie wichtigen Punkte keine Schwierigkeit mehr. Will man z. B. den Sättigungszustand der Luft kennen lernen, d. h. will man wissen, wie viel die Luft von der Dunstmenge, die sie überhaupt bei der vorhandenen Temperatur aufzunehmen im Stande ist, schon aufgenommen hat, so mufs man die zu der Luftwärme gehörige Spannungszahl in der Tafel aufsuchen. In unserm Falle gehört zu 19,1° die Zahl 10,l4 yyy . Da nun der Dunst nach der 15 Psychrometerbeobachtung die Spannung 2,50 u ‘ hat, aber bei dieser Temperatur die Spannung 10,14 /7/ haben könnte, sich bei derselben Temperatur die Dunst- 2 50 mengen aber wie die Spannungen verhalten, so ist = 0,25 ein Ausdruck für die verhältnifsmäfsige Menge des Dunstes in der Luft. Wir sehen also, dafs zurZeit jener Beobachtung die Luft nur 25 Hunderttheile, d. i. einViertheil derDunstmenge enthielt, welche sie bei vollkommener Sättigung enthalten konnte. Diese Zahl, 2,50 10,14’ welche man im Allgemeinen erhält, wenn man die zum Thaupunkte gehörige Expansion des atmosphärischen Dunstes (Expansio roralis) durch die Expansivkraft des Maximums (Exp. maxima) dividirt (Wir wollen sie durch Exp. ror. P — T7—-- Exp. max. vorstellen) dient ferner zur Bestimmung für das Gewicht des in einem Cubik- raum Luft enthalteneu Wasserdunstes. Kennt man nämlich ein für allemal das Gewicht eines Cubikraumes Luft bei allen Temperaturen, so darf man dasselbe in jedem besondren Falle nur mit dieser Zahl p multipliciren. Folgende kleine Tafel über die absoluten Gewichte eines Pariser Cubik- fufses Wasserdunst im Maximum bei den verschiedenen Temperaturen, wird diese Rechnung sehr erleichtern. Diese enthält einen ziemlich genauen Ausdruck dieser Gröfsen in Granen für die einzelnen Grade der 80theiligen Scale. Tafel zur Bestimmung des Dunstgewichtes im Maximum fiir Pariser Cubik- fulse und Reaumursche Grade. Grade | Gran | Grade | Gran. | Grade | Gran | Grade | Gran | Grade | Gran — 20 0,60 — 10 1,54 + 0 3,65 10 7,90 20 15,88 — 19 0,66 — 9 1,69 + 1 3,96 11 8,50 21 16,97 — 18 0,73 — 8 1,85 2 4,29 12 9,14 22 18,11 — 17 0,81 - 7 2,03 + 3 4,64 13 9,81 23 19,32 16 0,89 — 6 2,23 + 4 5,01 14 10,53 24 20,60 — 15 0,98 — 5 2,42 + 5 5,42 15 11,30 23 21,96 — 14 1,08 — 4 2,63 + 6 5,86 16 12,11 26 23,38 — 13 1,18 — 3 2,86 7 6,33 17 12,97 27 24,90 — 12 1,29 — 2 3,10 + 8 6,82 18 13,89 28 26,47 11 1,41 — 1 3,36 + 9 7,34 19 14,85 29 28,14 16 In unserm Falle würde also das aus dieser Tafel für 19,1° gefundene Gewicht, nämlich 14,So, zu multiplicircn sein mit 0,25. Dies giebt 3/71. Es wiegt also der in einem Cubikfufs Luft enthaltene Dunst unter diesen Umständen 3/71 d. i. nahe 35 Gran. Der Barometerstand hat auf die Zahl der vorigen Tafel keinen Einllufs, weil nach einem bekannten Dalton’schen Gesetze sich eben so viel Dunst in der Luft bildet als im leeren Raum. Genauer findet man aber das Gewicht eines Cubikfufses Dunst bei der beliebigen Spannung x und der Temperatur t nach der Formel 1,63 x y = 1+0,005 t Gran, wo x die Expansion für den Thaupunkt und t die Luftwärme bedeutet. Die freie atmosphärische Luft ist nie vollkommen trocken, weil sie nirgend ganz ohne Wärme ist, und Wasserdunst sich bei jedem Wärmegrade bilden kann. Wäre sie irgendwo vollständig trocken, so müfste die Beobachtung des Psychrometers die Expansion x = 0 ergeben. Gay-Lüssac hat gegen ein feuchtes Thermometer künstlich ausgetrocknete Luft strömen lassen und bei verschiedenem Druck und verschiedener Wärme die Yerdunstungskälte beobachtet. Berechnet man nach der oben angeführten Formel aus seinen Beobachtungen die Expansivkraft des Wasserdunstes in der anströmenden Luft, so findet man Gröfsen die um wenige Hundertel von 0 abweichen. Ich hebe nur vier von seinen Versuchen hier aus. Barometer Luftwärme V erdunstungsk, Expansion 336,9'" 0/0 0 R. PS 0 i- 1 — 0,04"' par. 336,9'" 20,0 + S/2 + 0,03"' 288,2'" 10/0 + 1/6 + 0,05'" 221/6'" 10/0 + 0,4 + 0,00"' Versuche der Art liefern neben den Vergleichungen des Psychrometers mit dem Danielfschen Instrument die beste Probe für die Pvichtigkeit der angewandten Formel. Die Abweichungen, welche in den Hundertein der Linie enthalten sind, dürfen aber füglich unbeachtet bleiben. Die schätzbaren Beobachtungen, welche ausgezeichnete Reisende in früherer Zeit mit dem Saussür’schen Haarhygrometer an verschiedenen Gegenden der Erde angestellt haben, machen es wünschenswerth, dafs man einen Vergleichungspunkt 17 aucli für dieses Instrument habe, um jene Beobachtungen, wenn auch nur innerhalb gewisser Gränzen zu benutzen. Obgleich man hier auf einem sehr unsicheren Gebiete sich befindet, so glaube ich doch aus einer genauen Berechnung der sogleich anzuführenden Versuche, folgende Formeln zur Erzielung angenäherier Werthe empfehlen zu können. Benennt man den Quotienten, welchen man erhält, wenn man die zum Thaupunkt gehörige Expansivkraft des Wasserdunstes durch das Spannungsmaximum für die Temperatur der Luftwärme dividirt, d. h. die verhällnifsmäfsige Feuchtigkeit der l.uft, wie oben geschehen, mit p, und die Grade des Haarhygrometers mit h, die Luftwärme mit t, so ist für mittlere Barometerstände p = 1,234 [1 — V \ — o,ooao4 (h — T V0 ] h = !6Sp —■ 68 p a -+- f üt. Die erste Formel dient, um die verhältnifsmäfsige Spannung der Dünste aus den Graden des I laarhygrometers herzuleiten, die letztere, um aus der verhält- nifsmäfsigen Spannung die Grade des Ilaarhygrometers zu bestimmen*). Eine schöne Vergleichung der bisher erwähnten drei hygrometrischen Instrumente gewähren die S. 13 erwähnten Beobachtungen des Herrn Professor Erman; welcher das Psychrometer neben dem Daniell’schen und Saussür’schen Hygrometer gleichzeitig zur Untersuchung des Zustandes der Atmosphäre angewandt hat. Die Angaben des Saussür'schen Instrumentes verdienen um so mehr Zutrauen als sie jedesmal das Mittel der Anzeigen zweier gut correspondirendcr Haarhygrometer enthalten. *) D'Aubuisson bestimmt nach r. Saussüre diese GrUfsen für Haarhygrometergrade über-50° durch folgende Formet p = 0,015 h — 0,47 welche sich nicht so gut, wie die oben angeführte an die rergleichenden Beobachtungen des Haarhygro. meters und des Psychrometers anschüelsL Wegen der grofsen Veränderung, welcher das Vcrhältnifs der Capillaranziehung des Haares zu der Anziehung der Luft gegen Wasserdunst bei verschiedenem Barometerstände unterworfen ist, wird es schwer, eine Barometercorrection bei diesen Formeln anzubringen. I)ie Vergleichungen des Delüc’sclien Fischbeiuhygrometers mit dem vSaussür’schen Haarliygro- meter werden am bequemsten nach den darüber durch Versuche ermittelten Tafeln bewirkt. (Gehler's Wörterbuch VI. S. 004.) 3 18 a b c A e f g h Zahl der Psychrometer. Berechnete Daniell’s Saussür’ Berechnete Trocknes Feuchtes Beohach- Expan- Thau- Hygrome- sclies Hy- sclie Hy- nifsmäfsi- tungeil. Thermometer. Thermometer. sionen. punkte. ter. grometer. gromeler- grade. ge Expansionen, i 19,1° n,i° 2,55 ;// 1,5° 2,4° 42 ° 40,3° 0,25 2 16,6 11,0 3,40 5,0 5,8 58 57,6 0,40 3 17,3 12,4 4,36 8,0 8,0 64 67,3 0,49 4 13,9 9,8 3,48 5,2 6,2 68 68,1 0,50 5 11,7 8,2 3,11 3,9 3,1 75,5 70,8 0,53 6 12,3 9,9 4,16 ■7,4 7/1 83,5 83,8 0,68 7 16,7 14,8 6,66 13,4 13,3 86 91,6 0,79 8 13,8 13,2 6,31 12,7 12,0 95 98,2 0,92 9 11,5 11,0 5,33 10,6 11,1 98,5 98,3 0,93 10 11,3 11,0 5,41 ■10,7 10,7 100 100 0,95 Man sieht aus dieser Zusammenstellung von Beobachtungen sehr verschiedener Beschaffenheiten der Atmosphäre, in welchen Gränzen der Zuverlässigkeit jedes der drei Instrumente sich bewegt. Das Daniell’sche Hygrometer weicht in der 4ten Beobachtung am meisten von dem Psychrometer ab, indem hier die Zahlen der Spalte d und der Spalte e um 1 G R verschieden sind. Nach dem Psychrometer liegt der Thaupunkt bei 5,2°, das Daniell’sche Instrument giebt ihn einen ganzen Grad höher. Aber bei demselben Versuche zeigt das Saussür’sche Instrument eine vollständige Uebereinstimmung mit dem Psychrometer; denn wie die Spalte f angiebt, zeigte das Haarhygrometer 68° und aus den Anzeigen des Psychrometers ergiebt sich, dafs die Luft eine verhältnifsmäfsige Feuchtigkeit 0,50 hat (Spalte h), woraus nach der oben gegebenen Formel 68,1 Haarhygrometergrade folgen, wie die Spalte g angiebt. Die gröfseste Abweichung des Saussür’schen Hygrometers hingegen zeigt sich im siebenten Versuche, wo die Rechnung nach dem Psychrometer 91,6° Grad vermuthen liefse, das Instrument selbst aber nur 86° gezeigt hat, wie die Vergleichung der Spalten g und f zeigt. Aber ein Blick auf die beiden vorhergehenden Spalten e und d überzeugt uns, dafs hier wieder das DanielFsclie Instrument vollständig mit dem Psychrometer übereingestimmt hat, indem erstercs bei 13,3° R beschlagen ist und zu den Anzeigen des letzteren der Thaupunkt hei 13,4° II berechnet wird. So zeigt sich denn, dafs wenn eines der neben dem Psychrometer gleich- 19 zeitig beobachteten Instrumente am Weitesten sich von dem Psychrometer entfernte, das andere vollkommen mit demselben in seinem Gange übereinstimmte, welches eine nicht geringe Unterstützung für die Ansicht derjenigen Physiker ist, die dem Psychrometer, das sich unter allen diesen Instrumenten auch am leichtesten beobachten läfst, den Vorzug eingeräumt haben. Die oben angegebene und den Versuchen des Herrn Professor Erman an- gepafste Formel zeigt, dals sich die Beobachtungen des Haarhygrometers mit den Angaben des Psychrometers in Uebereinstimmung bringen lassen, doch mufs für jedes Haarhygrometer die Formel besonderes berechnet werden, wenn dieselben nicht genau nach derselben Vorschrift construirt sind. Auch möchte sich die Gültigkeit der Formel nicht weit unter 40 Grade des Haarhygrometers erstrecken, da sie nur aus zwei Beobachtungen dieser Reihe entwickelt ist. Von Saussüre hat eine Tabelle zur Bestimmung der Dunstmenge nach Granengegeben, für den mittleren Barometerstand und die Temperatur von 15,16° R. Wenn man aus dieser die relativen Spannungen für die einzelnen Grade des Haarhygrometers berechnet, so erhält man ein anderes Resultat als die durch Biot, nach den bei 8° R. angestellten Versuchen Gay-Lussac’s berechnete Tafel enthält, und zwar liegt die Verschiedenheit nicht blofs in dem Temperaturunterschiede. Beschränken wir uns auf ganze Grade und Hundertel der verhältnifsmä- fsigen Dunstmenge, so zeigt folgende Tabelle dieAngaben beider Physiker, in welcher Sauss. die relativen Spannungen (oder Dunstmengen, was dasselbe sagt) nach v. Saussüre und G. L. dieselbe Gröfse nach Gay-Lussac angiebt. Tafel der verhältnifsmäfsigen Spannungen bei verschiedenen Graden des Haarhygrometers nach v. Saussure und Gay-Lussac. Gr. Spannung Sauss. |(x. L. Gr. relative Sp. Sauss. j G. X.. Gr. relative Sp. , Sauss. |G. L. k relatn Sauss. "e Sp. G. ü. | Gr. relative Sji. Sauss. | G. I.. 0 00 00 10 04 05 20 10 09 30 16 15 40 23 21 1 00 00 11 05 05 21 10 10 31 17 15 41 23 21 2 01 01 12 05 06 22 11 10 32 17 16 42 24 22 3 01 01 13 06 06 23 11 11 33 18 17 43 25 23 4 01 02 14 06 06 24 12 12 34 19 17 44 26 23 5 02 02 15 07 07 25 13 12 35 19 18 45 27 24 6 02 03 16 07 07 26 13 13 36 20 18 46 27 25 H / 02 03 17 08 08 27 14 13 37 21 19 47 28 26 8 03 04 18 09 08 28 15 14 38 21 20 48 29 26 9 04 04 19 09 09 29 15 14 39 22 21 49 30 27 3 * 20 I Spannung I j Spannung. I | Spannung. I I Spannung. I I Spannung. Gr. |Sauss.|G. L.|Gv. |Sauss.[G. L.|Gr. |Sauss.|G. L .| Gr. |Sauss.|G. L.|Gr. |Sauss.|G. L. 50 31 28 60 41 36 70 56 47 80 71 61 90 86 79 51 32 29 61 43 37 71 58 49 81 72 63 91 88 81 52 33 29 62 44 38 72 59 50 82 74 65 92 89 83 53 34 30 63 46 39 73 61 51 83 76 66 93 90 85 54 35 31 64 47 40 74 62 52 84 77 68 94 92 87 55 36 32 65 48 41 75 64 54 85 79 70 95 94 89 56 37 33 66 50 42 76 65 55 86 80 71 96 95 91 57 38 34. 67 52 44 77 67 57 87 82 73 97 97 93 58 39 34 68 54 45 78 68 58 88 83 75 98 98 96 59 40 35 69 55 46 79 70 60 89 85 77 99 99 98 Vergleicht man die Resultate der Versuche- des Herrn Professor Errnan mit dieser Tabelle, so findet man ebenfalls ziemlich befriedigende Uebereinstim- mung. Die folgende Tafel zeigt die verhältnifsmäfsigen Expansionen des Wasserdunstes in der Luft, nach den Angaben des Haarhygrometers und des Daniell’- schen Instrumentes neben denen, welche durch das Psychrometer angegeben wurden. Haarliy- Verliältnifsmäfsige Spannungen. Differenzen. grometer- a t) O d Beobacht nach dem nach Da- nach nach a — d a — C a — b tung. Psychrom. niell’s Inst. Gay L. Saussure 42 25 27 22 24 + 1 + 3 . 2 58 40 43 34 39 H- 1 4 - 6 — 3 64 49 49 40 47 4 - 2 4 - 9 0 68 50 55 45 54 — 4 4 - 5 — 5 75,5 53 50 54 64 — 11 — 1 — 3 83,8 68 66 66 76 — 8 + 2 4- 2 86 79 78 71 80 — 1 + 8 4 - 1 95 92 87 89 94 — 2 + 3 4 - 5 98,5 93 97 96 98 — 5 — 3 4 100 95 95 100 100 — 5 — 5 0 40 | 45 | 25 Man sieht, wie das Daniell’sche Instrument sich an das Psychrometer näher anschliefst, als das Haarhygrometer, und die Summe seiner Abweichungen von demselben etwa nur die Hälfte derjenigen beträgt, welche die Abweichungen des Haarhygrometers zeigen. Meine eigenen Beobachtungen ergeben mir eine noch bei weitem geringere 21 Abweichung des nach meiner Angabe construirten Daniell’schen Instrumentes von dem Psychrometer. So z. B. erhielt ich am 31.. Juli 1827 auf dem Gipfel des Brocken um 3§ Uhr Nachmittags bei einem Barometerstände von 298,1 /;/ die gröfseste Psychrometerdifferenz des Tages, nämlich 11,6 — 9,0 = 2,6; dazu gehört die Expansion 3,86, die verhältnifsmäfsige Feuchtigkeit t Vö> der Thaupunkt -i- 6,5°. Zwei gleichzeitig beobachtete Daniell’sche Instrumente beschlugen bei 48° und 47° F. Der Thaupunkt ist demnach bei 47,5° F. anzunehmen, d. h. 6,8° Pi; zu diesem gehört die Expansion 3,95 und die verhältnifsmäfsige Feuchtigkeit T 6 5 3 . Ich wähle diese Beobachtung, weil sie ein interessantes Datum enthält. Alle übrigen, deren ich überhaupt mit diesem Instrumente sehr viele angesiellt habe, stimmen eben so genau, gröfstentheils noch genauer, wie sich aus den darüber bereits gedruckten Resultaten ergiebt. Die frühesten Psychrometer-Beobachtungen sind in Carlsruhe vom Professor Boeckmann im Sommer 1802 zwei Tage hindurch zur Controlle des damals neuen Leslie’schen Hygrometers angestellt worden. Der Beobachter hatte die Kugel des einen Thermometers mit Goldschlägerhäutchen umgeben und in Wasser eingetaucht. Unter den wenigen Beobachtungen, welche Boeckmann in dieser Art anstellte, findet sich eine recht interessante. Am 27. Juli Uhr Nachmittags beobachtete er bei einem Barometerstände von 331,6 zwischen dem trockenen und feuchten Thermometer eine Differenz 21,5 — 13,7 = 7,3° R. Dazu gehört nach unserer Formel eine Expansion von 3,89 /// und eine verhältnifsmäfsige Dunstmenge t 5 ö%> wozu 51 — 55° Sauss. berechnet werden. Boeckmann beobachtete an dem Haarhygrometer 50°. In den ührigen Beobachtungen dieses und der folgenden Tage zeigt sich keine so gute Uebereinstimmung des Haarhygrometers mit dem Psychrometer, wie denn überhaupt die Vergleichung mit dem Haarhygrometer der Natur der Sache nach nur schwankende Resultate geben kann. Die besten Beweise der Brauchbarkeit des Psychrometers zu hygrometri- schen Bestimmungen giebt uns das Instrument selbst an die Hand. Wenn man in einem geräumigen geheizten Zimmer bei verschlossenen Fenstern und Thüren, so dafs man überall gleichen Feuchtigkeitszustand der Luft voraussetzen kann, zur Winterszeit Beobachtungen nahe den Fenstern und nahe dem Ofen anstellt, wobei man das Instrument durch ein Blatt Papier gegen die Einwirkung der Strahlwärme schützen mufs, so werden die Thermometer einen ungleichen Stand 22 zeigen. Berechnet man aber nach der gegebenen Formel die Expansivkraft des in der Luft enthaltenen Wasserdunstes, so erhält man dieselbe Gröfse, wie auch zu erwarten ist, da der in der Nähe des Ofens mit der Luft zugleich erwärmte W asserdunst, wenn er sich ausdehnt, doch eben deshalb, weil er sich ausdehnen kann, seine Expansivkraft nicht ändert. Einen Versuch dieser Art, den ich in einem sehr geräumigen Zimmer vor Kurzem anstellte, setze ich zur Veranschaulichung des Gesagten her. I Fsyclirometer. Berechnete Daniells Saus&ure's Baronie- . . trofkn. feucht. Expan- Thau Hyirrom. Hygrrom. terslaml TJienllt Therm. sivkr. punkt beobachtet berechnet 333,9"' 1 12,6 7,7 2,44" 1,0° 1,0 0 R. 58° — 63 ° | 14,2 8,5 2,42 0,9° (31,5 ° F.) 53 0 — 57 Die Uebereinstimmung beider Anzeigen ergiebt sich aus der Vergleichung der Expansivkräfte, die nur um T | w einer Linie von einander abweichen. Dafs das Ilaarhygrometer dabei zur Trockenheit gehen müsse, je höher die Temperatur der Luft ist, begreift man leicht, doch stimmen die hier berechneten Grade nicht zu Saussüre's anderweitigen Angaben, nach welchen das Haarhygrometer bei 5° Unterschied und ungeänderter Feuchtigkeit, wenn es 58° hat schon 5.0/645 = 3,1° Temperaturveränderung voraussetzt, welches fast das Doppelte des hier beobachteten Unterschiedes ist, der nur 1,6° beträgt. So giebt auch v. Saussüre an, dafs zu 58° — 63° seines Hygrometers eine Temperaturerniedrigung von 25,5 — 16,7° R. gehöre, um in der Luft eine Condensation des Wasscrdunsles hervorzubringen; dahingegen nach unserem Versuche dazu nur 11,6° gehören. Man sieht hieraus, wie ungenau theils die durch mühselige Rechnungen erhaltenen Saussür’schen Zahlen, und wie schwankend überhaupt die Anzeigen des Haarhygrometers sind. Uebrigens zeigen Versuche der Art, wie ich eben angeführt habe, ganz deutlich, dafs die Vermuthung Munke’s im Gehler’schen Wörterbuche VI S. 656 unhaltbar ist. Gäbe, wie a. a. O. durchgeführt wird, das feuchte Thermometer den Thaupunkt an, so würde dasselbe in beiden Versuchen einen gleichen Stand behauptet haben. Es zeigte sich aber nicht nur in diesem Falle die gewifs nicht als Beobachtungsfehler zu betrachtende Differenz von 0,8°, sondern ich erhielt bei allen Versuchen dieser Art einen hohem Stand des befeuchteten Thermometers, je näher ich das Instrument dem Ofen brachte, kam aber durch Rechnung jederzeit. auf gleiche oder beinahe gleiche Dunstspannung. 23 Dafs das Psychrometer auch beobachtet werden könne, wenn das Wasser gefroren ist, wurde schon oben (S. 13) angedeutet, indem wir für den Eiszustand der Feuchtigkeit an demselben die Formel etwas modihcirten. Das beste Verfahren dabei ist folgendes: Man läfst beide Thermometer ohne Umhüllung und nimmt auch den Bandstreifen d fort. Während nun das Instrument in der niedrigen Temperatur sich irgendwo befindet, z. B. auf dem Gesims eines Fensters aufser halb, nimmt man ein kleines Gefäfs mit reinem Wasser und hebt es unter der Kugel a so empor, dafs diese eingetaucht und vermöge der Adhäsion des Wassers am Glase, benetzt wird. Ueberläfst man nun das Instrument sich selber, so bemerkt man jedesmal ein rasches Sinken, bis mehrere Grade unter 0., darauf ein plötzliches Steigen bis 0,2 oder 0,0, auf welchem Punkte es dann fast 5 Minuten verharrt, bevor es wieder zu sinken anfängt. Während dieser Zeit geschieht die Vereisung des Wassers an der Oberfläche des eingetauchten Thermometers, und es giebt, beiläufig gesagt, keinen bestimmteren und kürzeren Versuch über die Erscheinung der frei werdenden "Wärme beim Gefrieren des Wassers als diesen. Wenn nun dem beeiseten Psychrometer Zeit gelassen wird, seinen niedrigsten Stand zu erhalten, welches nach etwa 10 — 15 Minuten geschehen ist, so behält es diesen eben so constant, wie das befeuchtete Thermometer bei höheren Temperaturen. Die Differenz ist aber jederzeit nur geringe, theils, weil im W inter die Luft gröfstentheils dem Sättigungspunkte sehr nahe ist, theils weil überhaupt in diesen niederen Temperaturen geringere Differenzen der Expansivkraft auf grö- fsere Abstände des Thaupunktes von der Luftwärme schliefscn lassen. Man tliut wohl nach jeder Beobachtung das Eintauchen zu wiederholen, damit sich die Eisrinde fortdauernd um das Thermometer erhalte. Bei diesem Verfahren kann man das Psychrometer stündlich oder zweistündlich sehr genau beobachten. Die Berechnung der Expansivkraft des W r asserdunstes mufs dann nach der zweiten Formel angestellt werden. Die Vergleichung mit dem Daniell’schen Instrumente wird hier etwas ungenauer, weil an diesem Instrument, meinen Erfahrungen gemäfs, in der Kälte zwei Phaenomene eintreten, die um etwa 2,4° R. von einander entfernt liegen, das erste ist der schwache Hauchbeschlag, bei sehr niederen Temperaturen kaum bemerkbar, das zweite ist die bei gehöriger Anhäufung des W T assers an dem Goldreifen entstehende plötzliche Gefrierung desselben. Bei Temperaturen nahe bei 0, zwischen 0° bis — 3° beobachtet man nur den ersten, nie den zweiten Punkt, bei niedrigeren Temperaturen von — 3° bis — 8° kann man beide ziemlich deutlich 24 unterscheiden, bei noch niedrigeren Temperaturen bemerkt man gewöhnlich nur den letzten Punkt. Ist die Luft dem Sättigungszustande sehr nahe, so beobachtet man auch oft noch bei niedrigen Graden allein nur den ersten Punkt. Die Noth- wendigkeit zweier solcher, Punkte scheint mir auch von Seiten der Theorie begründet zu sein. Offenbar wird beim Condensiren des Dunstes an der Beobachtungskugel Wärme frei, die das Gefrieren in einem gewissen Grade hindert; sobald aber die Abkühlung bedeutender wird, überwindet die dadurch erfolgte Wärmeabsorplion im Innern der Beobachtungskugel jene Wärmeentwicklung und der Hauchbeschlag gefrieret. Einen entscheidenden Versuch in dieser Art machte ich den 29. Decbr. v. J. um 1 Uhr. Das Barometer stand 340,6 //y . Das Psychrometer gab die Differenz — 3,8 — (— 4,1) = 0,3° R. Das Daniell’sche Hygrometer gab bei wiederholter Prüfung die erste Spur des Hauchbeschlages bei 18° F. Durch behutsames Auftröpfeln von Aether brachte ich anfänglich das innere Thermometer bis auf 15° F., ohne dafs der Hauchring sich in Eis verwandelte. Auch stieg das Thermometer wieder bis auf 18° zurück, wobei sich der Hauchring w-enig änderte. Als ich aber einige Tropfen Aether mehr anwandte, brachte ich bei 13,5° F. ein plötzliches Gefrieren des Dunsthauches hervor, wobei sich der Hauchring theilte und durchsichtige Striche erhielt, wie wir an den Fensterscheiben bei dem Gefrieren eines sehr dünnen Wasserbeschlages wahrnehmen. — Nun dauerte aber auch der Eiszustand des Hauchringes, bis das Thermometer wieder bis auf 18° F. und darüber stieg, und es erfolgte bis zum gänzlichen Schwinden des Hauchringes keine auffallende Aendernng mehr, Hier ist also das erste bemerkliche Eintreten des Hauchringes um 4,5° F. = 2,0° R. höher als der Eisbeschlag. Der Conden- sationspunkt wird' durch dieses Eintreten bestimmt, liegt also hier bei 18° F. — — 6,2° R., wozu die Expansivkraft 1,31 gehört. Nach dem Psychrometer beträgt diese Expansivkraft 1,46 //y , wozu der Thaupunkt — 4,9° gehört. Dies würde eine Differenz der Thaupunkte um 1,3° geben. Sehr wahrscheinlich kann aber wegen der grofsen Dünnheit der Wasserdünstc in diesen niederen Temperaturen das allererste Eintreten des Hauchbeschlages nicht beobachtet werden, w-eshalb der Thaupunkt vom DanicH’schen Instrumente gewifs zu niedrieg angezeigt wird. Da der Punkt des entstehenden Eises leichter zu beobachten ist, so wird man nicht viel irren, wenn man den Condensationspunkt 2,4° R. höher annimmt, als die 25 Beobachtung des Eisbeschlages. Das Psychrometer hat mir in diesem Winter bei unzähligen Versuchen für diese Annahme befriedigende Bestätigung gegeben. Dem Freunde der Wissens haft gewähren Versuche der Art, die eine so unverkennbare Uebereinstimmung von Instrumenten, die nach verschiedenen Grundsätzen construirt. sind, darthun, einen sicheren Prüfstein dafür, dafs nicht nur die in der neueren Physik über Verdunstung, Wärmebindung etc. aufgenommenen Grundsätze, sondern auch die für die Anwendung dieser Theorie ermittelten Zahlenwert he der Expansionen, specifischen Wärme etc. so gut basirt sind, dafs darin nicht nur ein bedeutender Fortschritt dieser Disciplinen selbst, sondern auch eine feste Grundlage für fernere Untersuchungen anerkannt werden mufs. Ich kann diese zusätzlichen Bemerkungen und Erweiterungen zu dem von mir vor einer grofsen Versammlung von Kennern und Freunden der Naturwissenschaften gehaltenen Vortrage nicht würdiger schliefsen, als indem ich noch eine Reihe von Beobachtungen mittheile, welche der um diese Wissenschaften in ihrem weitesten Umfange so hoch verdiente damalige Präsident jener Versammlung auf seiner vorjährigen, in so vieler Beziehung merk-würdigen und wichtigen Reise in dem nördlichen Asien und an den Ufern des Caspischen Meeres veranlafste, und die ich mit Zustimmung des berühmten Reisenden der gütigen Mittheilung seines Begleiters des Herrn Professor Rose verdanke, der diese Beobachtungen angestellt hat. Zeit. 1829. Ort. Witterung. Barometer. Psychrometer, trockn. | feucht. Thenn, j Thenn. Dunstdruck. Thau- punkt. 8 . Juri. H Uhl '' Kasan in dev Tataren- Vorstadt. 335,6'" 22 , 0 ° 15,3° 5,14'" 10 , 1 ° 2 U. ebendaselbst r 21,8 15,1 5,03 9,8 5. Juli 10i U. Hogoslowsk, Kupfergrube heiter 326,6'" 12,5 8,7 3,23 4,3 21. Juli 12 U. Tobolsk, am linken Ufer des Irtiscli heiter 335,2'" 21,8 14,3 4,29 7,8 63 ü. — am rechten. Irtisch-Ufer auf einer dürren Stelle 332,8'" 21,4 16,6 6,64 13,4 7 U. unweit davon auf einem frischen Rasenplätze : 20,3 16,7 7,15 14,4 22. Juli 7 U. Tobolsk auf dem ersten Beobachtungsurte, Balkon eines freien Hauses heiter (335,2'") 18,7 16,0 7,05 14,2 2 * IT- ebendaselbst 23,1 17,2 6,60 13,3 n u. ebendasei bst 24,4 17,5 4 6,41 13,0 Zeit. 1S29. Ort. Witte. rung. Barometer. Psychrometer rockn. | feucht. Therm. j Thenn. Dunsl- druck. Thau- punkf. 23. Juli 10 u. ebendaselbst heiter 335,3"' 20,2° Xt O 5,25'" 10,4'" 24. Juli 3 U. J o t oi« n l*o w a, 2 Stationen von Tobol.sk auf dem Wege naeli Tara heiter 335,0'") 23,6 16,7 5,93 11,9 31 U. ebendaselbst - z 23,4 16,6 5,90 11,9 26? Juli 9§ TT. B i b i n s k , Station zwischen Tobol.sk und Tara stellenweise bedeckt 332,5'" 22,4 18,2 7,95 15,8 10 U. ebendaselbst - z 22,5 18,3 S,02 15,9 28. Juli 4 U. P o k r o \v s k a j a , Station in der Barn bi nski sehen Steppe heiter (332,7"') 21,8 16,1 6,02 12,1 4§ U. ebendaselbst - z 21,6 16,2 6,20 12,5 29? Juli 3 U. Kai ns k, Stadt in der Bara- biaskischen Steppe heiter 329,8'" 23,6 17,2 6,48 13,1 31. Juli 81 U. Kotkowa, nördlich von Bersk am Ob weifse Wolken 327,2'" 21,0 17,4 7,64 15,3 5. Aug. 1 U. »Steppe Platowskaja zwischen Barnaul und Schlangenberg vollkommen heiler 326,7"' 19,0 9,8 1,66 -3,4 21. Aug. 101 TJ. Pjanojarskj zwischen llst- Kaminogorsk und Semi- palatinsk, 1 Werst vom Jrtisch heiter 330,2'" 16,5 12,8 4,97 +9, 1 24. Aug. 91 TJ. Tschernoretzkoi, auf der lrtischlinie SW. heiter und w indig, Tags zuvor liegen und Gewitter 332,3'" 12,8 9,2 3,45 5,1 3 TJ. P es eh l s ch a n i, Windstille hei ter (sehr windig) 333,7'" 16,8 11,1 3,43 5,1 Windstofs z z 16,4 10,7 3,26 4,4 25. Aug. 91 TJ. T s c h e r 1 a z o w k o i, an der lrtischlinie heiter, am Horizont Wolken, die am Mittag den Himmel bezogen. Abends wieder heiler 332,3"' 16,2 12,2 4,58 8,6 27 Zeit. 182!). Ort. Witterung. Barometer. Psychrometer trockn. j feucht. Thenn. |Thenn. Dunstdruck. Thaupunkt. 27. Sept. .9 U. M. Kirsanowskoi, auf der Uralschen Linie zwischen Orenhurg und Ural.sk, 300 Schritt vom Ural- Flusse heiler W. leiser Wind 339,0'" 13,4° 8,7° 2,83'" o *TO Ifi 28. Sept. 9 U. M. Uralsk, im Hofe der Stadt- Commundant ur heiter 340,8'" 10,9 7,9 3,18 4,1 9i U. ebendaselbst s s 11,6 8,4 3,28 4,5 3 U. ebendaselbst s s 17,6 10,3 2,46 1,1 30. Sept. 1$ u. Wosetesz enskaja, eine Station von Samora heiter 340,5'" 13,2 7,6 2,10 -0,7 10. Oct. 12i U. Sarepta, Herrnhuter - Colo- nie in der Steppe heiter, dabei Wind 341,0'" 16,2 9,4 2,29 0,3 11. Oct. 1 U. W e 11 a n i n s k a j a, 2 Stunden nürdlich von Jenota- jewsk an der Wolga heiter, etwas Wind 342,8'" 14,6 8,5 2,20 —0,2 15 Oct. 1 U. 11 i ru t s chi ka s sa, Quaran- taineninsel im Caspisclien Bleere an der Wolgainün- dung 338,8'" 14,6 12,8 5,66 11,3 23. Oct. 10 Ü. Gräsnoschewskaja, Dorf auf dem Wege von Astrachan nach Sarepta. heiter, sehr win- r 2 Nm. 23,1 17,2 6/60 13,3 0,49 68 69 - - 22 - 24,4 17,5 0,42 13,0 0,43 02 64 23. 10 Vm. 20,2 14,7 5,26 10,4 0,48 07 68 Jotopupowa 24. 3 Nm. 23,0 10,7 5,90 11,9 0,42 60 64 - H - 23,4 10,0 5,88 11,8 0,43 62 64 Rihinsk 20. H Vm. 22,4 18,2 7,92 15,7 0,62 75 78 - 10 - 22,5 18,3 7,99 15,9 0,02 75 78 Pokrowskaja 28. 4 Nm. 21,8 16,1 0,01 12,1 0,49 68 69 - * H - 21,0 10,2 6,17 12,4 0,51 70 70 Kainsk 29. 3 Nm. 23,0 17,2 0,44 13,0 0,40 65 66 Kotkowa 31. H Vm. 21,0 17,4 7,03 15,3 0,06 83 83 Platowskaja 5. Aug. i Nm. 19,0 9,8 1 /66 — 3,4 0,16 27 31 Pjanojarsk 21. 10i Vm. 10,5 12,8 4,97 9,7 0,59 77 75 Tschernoretzkoi 24. UX S 2 Vm. 12,8 9,2 3,40 5,2 0,55 73 73 Pesclit scliani - 3 Nm. 10,8 11,1 3,44 5,1 0,40 58 62 - - - 10,4 10,7 3,26 4,5 0,40 58 62 Tscherlazowskoi 25. oi Vm. 10,2 12,2 4,57 8,6 0,50 74 74 Kirsanowskoi 27. Sept. 9 - 13,4 8,7 2,83 2,7 0,43 01 04 L'ralsk 28. 9 - 10,9 7,9 3,18 4,2 0,58 75 75 - * gl - 11,0 8,4 3,29 4,6 0,57 75 74 - - 3 Nm. 17,0 10,3 2,45 1,1 0,27 42 47 Woscreszenskaja 30. n - 13,2 7,6 2,10 — 0,8 0,32 48 53 Sarepla 10. Oct. 12i N. 10,2 9,4 2,29 0.3 0,28 43 49 "VVetlaninskaja 11. i N. 14,6 8,5 2,21 -0,2 0,30 45 51 Birutsehicassa 15. i N. 14,0 12,8 5,08 11,4 0,90 97 94 Gräsnoschewskaja 23. 10 Vm. 7,8 3,4 1,35 -5,7 0,45 62 65 30 Die Leichtigkeit psyclirometrisclier Beobachtungen. welche erforderlichen Falles auch mit einem einzigen Thermometer angestellt werden können, und der hohe Grad von Genauigkeit, welchen sie gewähren *), wird gewifs in kurzer Zeit viel Licht über diesen Theil der Meteorologie verbreiten, Besonders wird die Beobachtung der Dunstsättigung in verschiedenen Höhen zu interessanten , auch für die Hühenmessung wichtigen Resultaten führen. Als eine kleine Trohe solcher Beobachtungen, denen in der Folge Meteorologen und Reisende ihre Aufmerksamkeit zuwenden mögen, folge hier das Resultat einiger gleichzeitigen Psychrometer-Beobachtungen, die von mir und einem Freunde in Halberstadt am 31, Juli 1827 angestellt sind**). Beobachtungen auf dem Brocken bei einem mittleren Barometerstände des Tages von 2!)7 / 5 |,// Beobachtungen in Halbersladt bei einem mittleren Barometerstände des Tages v. 334,0"' Std. [Psychrometer] Exp. |Tliaup. Daniel. Psychrometer. Exp. Tliaii] (i I 0,4 — 8/8 4,44 i>/3 8,3 14,4 — 12,1 5,14 4 0/1 8 1 10/7 — 0/4 4/43 8,2 8,2 15,4 — 12,3 4,04 0,6 10i 11,0 — 0,4 4,33 7,0 7,8 17,4 — 12,6 4,44 8,3 1 ; 11,4-0/3 4,13 V 7,6 18,5 — 12,0 4,28 7,8 H I 11,6 — 0,0 3,86 6,5 6,8 18/8 — 12,5 3,83 6,4 6 i 10,0 — 8,5 3,74 6,2 6,5 17,5 - 12,2 4,06 ~‘A Die ganz allgemeinen Regeln für die Auffindung des Thaupunktes aus den Anzeigen des Psvchvomelers, welche als das Endresultat meiner bisherigen Lntersucliungcn zu betrachten sind, stellen sich folgendermafsen. Ist F die Verdunstungskälte in SOllieiligen Graden; so findet man das zugehörige Druckmaximum e in Pariser - Linien nach der Formel: 7,0817243, F A..... . Log e 0,3506511 213,4878 -1- F Ist ferner t die Luftwärme und b der Barometerstand auf 0° Quecksilberwärme reducirt und in Pariser-Linien ausgedrückt; so ist der Druck des atmosphärischen Dunstes e 7 durch folgende Formel gegeben: B.e 7 = e' — 0,558 (t — F) b 512 — F Hat man auf diese Weise den Druck des atmosphärischen Dunstes e 7 daraus den Thanpunkt t // nach folgender Formel: Log e 7 — 0,3506511 berechnet; so findet man C.t" = 213,4878 8,3323754 — Log e 7 *) Man vergleiche in dieser Hinsicht auch: Scliüblers Bemerkung in Scliweigg. Jahrb. d. Physik. 1830. 2. S. 214. **) Die Maafse sind wie in den vorigen Tafeln Reaum, Grade und Pariser - Linien. Feber die Beobachtungen' des Daniell’schen Instruments, aus deren Anzeigen die 5te .Spalte das Mittel angiebt, ist schon S. 21. gesprochen. Die Vergleichung dieser Spalte mit der vorhergehenden bietet übrigens einen Beleg zu dem über die Zusammenstimmung beider Instrumente dort Gesagten. ***) Für Centesimalgrade und metrisches Maafs sind die drei Formeln: 23,045371 F 0.558 (t — F) b A . . . Log e' = — : — r — - 2,2060383 ; B . . . c 7 = e — ' 800 -H 3 F C . . . t" = 640 — t' 800 2,2060883 -f- Log e 7 3 5,6857520 — Log. e 7 Leber die Entwickelung von A und C vergleiche man Gehler’s pliys. Wörterb. H. S. 648 und meine frühere Abhandlung: Leber die Anwendung des Psychrometers zur Hygrometrie, Berlin b. Nauk 1828.