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Den ihm von Ludwig XVI. zugedachten Adclsllrief lehnte er für seinePerson ab, und bat nur, die damit verbundenen Rechte aus seinen altenVater überzutragen. Während der Revolution, von deren Stürmen erviel zu leiden hatte, blieb er in seiner Fabrik zu Aunouay, begab sich aberspäter, an einer Herzkrankheit leidend, mit sciner Familie nach Lyon,und starb, auf einer Reise von da nach Annonay, zu ServidreS, den2 . Aug. 1799.
11) Vilatre <I>; Ikarier (I^^ais), geb. zu Metz 1756, war früherApotheker, legte sich aber vornehmlich auf das Studium der Naturge-schichte, Mathematik und Physik, erhielt zu RheimS eine Anstellung alsProfessor der Chemie, kehrte aber bald nach PariS zurück, um die Aus-sicht der Naturaliensammlung von ül°»s!a,ii- (nachmals Ludwig XVIII.)zu übernehmen, und eröffnete, von diesem unterstützt, 1781 eine An-stalt, in der, unter Benutzung eines großen physikalischen Apparats, denSchülern der verschiedenen Collegicn daS Studium der Physik und Che-mie durch Erperimente erleichtert wurde. Hier studirte er besonders dieWirkungen der Gase und Dämpfe.
12) »laiidlarcl (IHa^ais), geb. zu AndelyL (im Depart. Eure) 1738.Unaufhörlich trug er sich mit der Erfindung der Kunst zu fliegen herum.Da ihm dieselbe durch blos mechanische Mittel nicht hinlänglich hatte ge-lingen wollen, so benutzte er die Erfindung Alonij-alliar'a und zugleichauch physische Mittel zu Erreichung seines Zweckes, jedoch ohne die me-chanischen dabei aufzugeben; vielmehr hoffte er gerade durch diese dieLuft zu beherrschen. Bei seinem ersten Versuch am 2. März 1784 behielter aber nur noch daS Steuerruder davon übrig; denn die künstlichenFlügel, auf die er viel gerechnet hatte, gingen ihm bei dem Versucheeines Kadetten zu Grunde, der mit bloßem Degen in die Gondel sprang,und hartnäckig darauf bestand, die Reise mitzumachen. Im Mai undJulius stieg er wieder mit seinen Flügeln auf, die jedoch sciner Absichtnicht entsprachen, wenn er es gleich versicherte. Er fügte noch ein Wind-rad (i»oul!»ut) hinzu, dessen er sich im Octobcr bediente, als er in Eng-land aufstieg, ohne daß er auch damit seinen Zweck erreicht hätte. Kühnund unerschrocken zeigte er sich bei allen seinen Luftreifen. Für seine am7. Jan. 1785 unternommene Fahrt wurde er vom Könige von Frankreichdurch ein Geschenk von 12,000 und eine Rente von 1200 LivreS belohnt.Ilnbeschrciblich war der Jubel, mit welchem «. damals in Calais em-pfangen wurde; mau läutete die Glocken, überreichte ihm in einer golde-nen Büchse ein Medaillon, auf welchem der Luftballon abgebildet war,und beschenkte ihn mit dem Bürgerrechte. Von dieser Zeit an benutzteL. seine Kunst als Erwerbszwcig, so daß man an 70 in verschiedenenLändern von ihm ausgeführte Lnftschifffahrten zählt. Unter andern stieger am 3. Octobcr 1785 (lo Uhr 36 Minuten) in Frankfurt am Mainauf und landete (11 Uhr 15 Minuten) bei Weilburg. Das Luftschiff