Druckschrift 
Die Reise der Herren Karl Green, Robert Hollond und Thomas Monk-Mason von London nach Weilburg am 7. und 8. November 1836 in dem Luftschiffe Royal-Vauxhall-Nassau : voraus geht eine kurze Geschichte der Aeronautik ; mit einer lithographierten Abb. des Ballons
Entstehung
Seite
55
Einzelbild herunterladen
 

55

füllt. Da aber die Dichtigkeit der Luft je höher je geringer wird,so läßt sich gleich einsehen, daß ein Aerostat nur so lauge steigen kann,als sein specifisches Gewicht kleiner als das der Lustschichtc ist, in derer sich befindet, daß also daS Steigen in allen Fälle» auf eine gewisseGrenze beschränkt ist.

7) Wenn man von dem Grundsätze ausgeht, daß ein bloßer Mecha-nismus oder eine künstliche Nachahmung der Fittige des Vogels zu kei-nem bedeutenden Resultate für die Luftschiffahrt führe, sondern daß nurentweder die Hervorbringung eines leeren Raumes in einem festen Kör-per, oder die Erzeugung einer dünneren Luft, als unsre atmosphärischeist, geeignet sey, die Aufgabe zu lösen: so gebühret dem, wegen seinerFreimüthigkeit und seiner imt den glänzendsten Erfolgen getriebenennaturwissenschaftlichen Studien, von der damaligen Geistlichkeit so hartverfolgten, englischen Mönche Hoxer It-ico (geb. 1214 gest. 1294) dieEhre, zuerst diesen physikalischen Weg betreten zu haben. Er hatte näm-lich die Absicht, aus zwei hohlen Halbkugeln, deren Mechanismus erselbst in seinem unter dem Titel -Opus 1267 gedruckten Werke

beschreibt, die Luft herauszubringen. Ob und wie ihm dieß gelungen sei,ist unbekannt. — Um 1630 faßte der Bischof IVUliins das Project, aufmechanischem Wege zu diesem Ziele zu gelangen; ebenso sein ZeitgenvßeIr-Olr <Ie Laxis, Mathematiker zu Rom, welcher ein Luftschiff zu bauenvorschlug, das durch Segel und Ruder, wie ein gewöhnliches Schiff, inder Luft sollte bewegt und regiert werden. Das Mittel jedoch, die Ma-schine in der Luft schwebend zu erhalten, sollten vier große, hohle, luftleergemachte, kupferne Kugeln von 20 Fuß Durchmesser sein. — Desglei-chen machte der portugiesische Mönch Vunun»»! 1730 den Versuch, dieWirkungen mechanischer und physikalischer Gesetze in einer die Fittige desVogels nachahmenden Flugmaschine zu vereinigen.- Obgleich derselbemißglückte, so wurde doch 6us>»l>i»> mit einer ansehnlichen Pensionbelohnt und soll es später dahin gebracht haben, einen mit Papier über-klebten Weidcnkorb von 7 Fuß Durchmesser bis zu einer Höhe von 300Fuß steigen zu lassen. — Schon in 6. Sebolt'e .»lügi.-»und des Paters in»»/. I,!»IS -t'i inlloiuo , 1 ^ 11 ' »iNe maestr.'».» Brescia1670 findet man Vorschläge zum Luftballon. Auch haben L1e>r>Iora und241l,^t,is 8-lxo>,iu8 darüber geschrieben.

8) 6»r»Ilo (Hliei-ius), von schweizerischer Abkunft, nach Andernaus Neapel gebürtig, brachte einen großen Theil seines Lebens inLondon zu und starb nach einem 30jährigen Aufenthalt daselbst den 5.Fan. 1810. Viele merkwürdige Erscheinungen der Natur, die er sorgfäl-tig untersuchte, leiteten ihn auf scharfsinnige Resultate und Entdeckungen.Besondere Verdienste erwarb er sich um die Theorie der Elektricität unddie Anwendung derselben auf die Medicin und Mineralogie. Auch danktman ihm die Erfindung eines neuen Mikrometers. Die wichtigsten