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Gustaf Adolf wird König.
sehnsüchtige Blicke auf den ausgezeichneten und im evangelischenGlauben standhaften König Christian IV. von Dänemark. DerBürger- und Bauernstand war beinah zu Grunde gerichtet durchdie ewigen Kriegtzsteueru und Truppenlieferungen. Im südlichenSchweden waren große Striche Landes vom Feinde verheert; auchin ander» Laudöortcu blieben immer mehr Häuser und Höfe wüstund unangebant liegen, da es an Menschen zur Benutzung, undan Geld zum Versteuern fehlte. Das Elend erzeugte Unzufrieden-heit, besonders in Dalekarlie» und Helsingland, wo wirklich be-drohliche Unruhen ausbrachen, und nur mit Mühe gestillt werdenkonnten. Sigismunds *) Anhänger, oder richtiger Karls viel-fältige und bittere Feinde, benutzten die Stimmung der Gemüther.Durch die Landstädte wurden eine Beenge Briefe verbreitet, inwelchen das Volk ermähnt ward, „Karls gottlosen Abkömmlingzu verlassen. Die Unglücksfällr, welche das Land so hart dar-nieder drückten, wären eine Strafe des Himmels, für die bewicsneTreulosigkeit gegen ihren gesetzlichen, von Gott verordneten König."
Das Reich bedurfte also wohl der Erleichterung und Ruhe;aber statt dessen crfvdcrten feine äußer» Verhältnisse neue An-strengungen, und dies auf die allerunbedingteste Weise! GustafAdolf hatte nehmlich mit den drei Kronen SchwcdeuS auch dreiKriege geerbt, nehmlich gegen Rußland, Polen und Dänemark.Alle drei crfoderten Geld und Menschen; aber der gegen Däne-mark war doch der allerbedrohlichste. > Die Dänen, von einemjungen und kraftvollen Könige angeführt, hatten Kalmar, einender Schlüssel des Reiches, erobert, und die südlichen Städte desLandes überschwemmt. Jetzt stand gleichsam das Herz des 'Reiches,vielleicht seine ganze Selbstständigkeit auf dem Spiele. Kein Auswegwar da! Die öffentlichen Vorräthe und Kassen waren erschöpftund leer, und Gustaf Adolf hatte zuweilen nicht einmal für dietäglichen Ausgaben auch nur einige Thaler in der Tasche. Umunbedeutende Schnciderrechnungen zu bezahlen, mußte er Ver-schrcibungen oder Anweisungen auf die bleibenden Steuern, welchedie Krone von Butter, Heu, Getreide u. st w. zog, ausstellen.Und manchmal wurden diese nicht einmal angenommen! Manschien zweifelhaft darüber, ob die Krone wohl jemals ihre Per-
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) Siehe die Einleitung.