Der erste vorbereitende Schritt zu seinem spätern Sturze, wardie Gcfangcnuehmuug seines Bruders Johann. Schon 1561 hatteErik nehmlich ein Heer unter Klas KristerSson Horn nach Esthlandgeschickt, um die Stadt Neval auf ihre Bitte gegen die Nüssen zuschützen. Nach einigen Monaten ergab sich der Adel in Esthlandnebst Neval, unter Zusichcrung seiner Privilegien in schwedischenGehorsam, und Erik schrieb sich seitdem „der Schweden, Gothen,Wenden nebst mehrern ihrer Angehörigen König, Herr über dieliefländischen Landmarken und über Neste." — Hiermit thatSchweden seinen ersten Schritt jenseits der Ostsee und fing einenmehr als hundertjährigen Krieg an.
Dennoch gelang es vorläufig den Frieden mit Rußland zuerhalten, da sowohl dies wie Schweden, Polen fürchteten und be-neideten. Ganz im Gegensatz zu diesen Gefühlen nun, schloß sichHerzog Johann aber immer mehr an Polen an, und warb endlichum die Schwester des kinderlosen Königs dieses Landes, Sigis-munds II., um Katharina Jagellonica. Erst gab Erik zwar seineEinwilligung, nahm sie aber balo zurück und befahl seinem Bruderunverzüglich nach Schweden zurückzukommen. Johann aber küm-merte sich nicht darum, begab sich zu seiner Braut und ward,nachdem er heimlich mehrere für Erik nachtheilige Bedingungeneingegangen, mit ihr vermählt; woraus er sie nach Finnland führte.Als Erik ihm befehlen ließ, nach Stockholm zu kommen uni sichdort über sein Betragen zu verantworten, rief er seine Finnenzur Vertheidigung auf, und suchte Hülfe in Polen und Preußen;woraus er als Aufrührer zum Tode verurtheilt ward. Er ver-theidigte sich zwei Monate lang im Schlosse zu Abo, mußte sichendlich, 1563, ergeben und ward nach Gripsholm in ein anstän-diges Gefängniß gebracht. Seiner Gemahlin ward ein königliches
dunkle Nacht seiner langen nnd harten Gefangenschaft siel. Als er ermordet,ward die Karin von dem bald Reite fühlende» Johann »>it besonderer Mildennd Gnade behandelt nnd in Finnland mit Gütern beschenkt, die er, da siedurch ihr stilles und reines Leben immer höher in seiner und der öffentlichenAchtung stieg, von Zeit z» Zeit vermehrte. Von »Kindern hatte sie »nr »ocheinen Sohn, Gustaf Lriksson den Jüngern, und eine Tochter Sigrid. Ersterer,voll Geist tittd Gelehrsamkeit, muhte im Altslande verweilen, nnd starb nacheinem höchst abcnthcncrliche» Leben in Rußland. Sigrid vermählte sich erst mitHenrik Klasso» Toll, später mit Nils NilSsc» Natt och Dag. In ihrer Näheführte die gestürzte, aber mit ihrem Schicksal versöhnte Fran, von geliebtenEnkeln umgebe», ein glückliches Lebe», nnd starb erst in hohem Alter, 1612,von der ganze» Gegend um ihrer Wohlthätigkeit willen betrauert.
H. (nach l'nvxnUsaoitttl.» Uititor. lll, ).