Druckschrift 
Europa und die Revolution
Entstehung
Seite
267
Einzelbild herunterladen
 

267

III. Gegenwart.

ihn an die Familie bindet, die der Herr, wie seinenViehstand, in eigenem Interesse ordnet; sind alleseine Laster das Werk seiner Unterdrücker, undseine bösartige Tücke, seine rachsüchtige Wildheit,die Verhärtung und Niedertracht, nur die Rück-wirkung der geängsteten Natur gegen die schänd-liche Tiranney. Unter solcher Unterdrückung istdas russische Volk, wie so viele seiner Stammes-Verwandten, seit Jahrhunderten entartet; aber dieTugenden, die ihm noch geblieben, zeugen gegenseine Unterdrücker; und rührend lebt noch in derSchwermut!) seiner Volkslieder die Erinnerungeines besseren früher« Zustandes, aus dem es dieTiranney vertrieben.

Also aus zwey oienstbaren Kasten und einemdritten Stamme leibeigner Parias gefügt, hatdiese Autocratie sich ganz nach den Formen orien-talischer Reiche in nordischer Härte ausgebaut, undJahrhunderte hindurch denselben stehend geworde-nen Typus festgehalten. Das fortschreitende-euro-päische Princip ist da zum erstenmale in sie ein-getreten, als 1682 auf Galizins Vorschlag derCzar Fedor Aleriewitsch die Familienvorrechte auf-gehoben, und die Rosrädbücher verbrennen ließ.Bald erhub sich nun Peter, diese einzige giganti-sche Gestalt in der modernen Geschichte, in Wahr-heit einer der Helden von Wladimirs Tafelrunde,und riß mit starkem Arm, wie ein alter Stierbän-