2 10
Europa und die Revolution.
Allodiums mit dem Lehn sogleich beginnen. Die-ser Kampf in Frankreich, von erblichen Könige»im dunkel gefühlten Einvcrstandniß mit der un-terjochten Nation und dem kleineren einheimischenAdel gegen die Repe der Eroberer in den höhe-ren Vasallen, dann auch gegen jene Bundsgenos-sen selbst mit der ganzen Schlauheit einheimischerPolitik geführt, mußte ganz zum Vorthcil derKrone sich entscheiden. In Teutschland hingegenvon einem wählbaren Oberhaupt gegen einheimi-sche Barone, in Mitte eines Volkes, das nie sicherobert betrachten konnte, nach dem Untergangeder Hohenstauffen meist lau und kleinlich, blos imHausinteresse geleitet, ist er zuletzt in eine gänz-liche Theilung ausgeschlagen, in der das Ober-haupt ein neues Kaiserthum aus dem Concurs fürsich gewonnen, die Vasallen aber Königreiche undHerzogthümer sich zugelegt.
Bey solchem Ausgang des langen Streiteshatte Frankreich mit der Einheit die Macht fürsich genommen; Teutschland war mit der Vielheitdie Ohnmacht zu Tbeil geworden; und die Gele-genheit war allzu lockend, als daß die Politik ihrhätte widerstehen mögen. Sobald daher die Kö-nige die englischen Invasionen abgewendct, undihre Alleinherrschaft befestiat hatten, wendeten siesogleich die Taktik, die ihnen in diesem Streit