2o6 Europa und die Revolution.
worden, jedoch also, daß der gälische Stammcha-rakter bey weitem das entschiedene Uebcrgewichtbehauptet; und darum, obgleich in anderer Weiseund in verschiedenen Elementen, derselbe nur be-schranktere Gegensatz, wie zwischen Italien undDeutschland sich entwickelt hat.
Man kann sagen, daß kein Volk auf Erdenso recht eigentlich zn Hause scy, wie das Französi-sche, so daß man füglich diesen Stamm, den eigent-lich irdischen, oder wenigstens vorzugsweise Euro-päischen nennen könnte. Keinem Andern ist einsolcher Weltverstand zu Theil geworden, um dieBeziehungen der Dinge mit Leichtigkeit zn durch-schauen, die Gelegenheit im rechten Augenblick zufassen, und den Umstanden dienstbar auzuschmie-gen; keinem solches Geschick, sich schnell in allenverworrenen Verhältnissen zurecht zu finden, undmir Geschmeidigkeit in alle Formen sich zu finden,und in alle Lagen sich einzupassen. Keines kannbey gleicher Betriebsamkeit in Verfolgung bestimm-ter Zwecke sich solcher Gewandtheit rühmen, dasSpiel persönlicher Beziehungen, Interessen undLeidenschaften ohne Aufsehen und großes Nach-denken durch bloßen Takt zum eigenen Vor-theil hinzuwenden, und das Streitende bewußtloszum dienstbaren Werkzeuge sich umzuschaffeu. Kei-nem Andern ist solche Fertigkeit geworden, die