ig8 Europa und die Revolution.
bildung beynahe in Allem das Gegentheil. Nichtso stnncskraftig und minder heiß elektrisch und ge-witterhaft in den Trieben der mittleren und unte-ren Region, hat das Bewußtfeyn in ihnen vonjeher größere Gewalt erlangt; weniger von außc- ,ren Rührungen abhängig, hat eine größere Selbst-thätigkeit in ihnen sich entwickelt, die nun liebervon innen nach außen bestimmend wirkt, als sichvon außen her bestimmen laßt; und innerlich wie-der von oben nach unten nachdenklich und beson-neu und in ruhiger Ueberleguug sich und die Er- 'scheinungen der Welt zu ordnen sucht. Darumist das Christenthum minder durch eine Art vonNaturosfeubarung im Gemüthe, als vielmehrdurch eine geistige Ueberzeuguug an die Teutschengelangt, und es hat bey ihnen immer einen Vorherr- sschend skrengen, ernsten, ethischen Charakter behaup-tet, und selten oder nie die freundliche, liebliche Sinn-lichkeit wie in Italien gewonnen. Derselbe Gegensatzhat sich auch in den Künsten ausgewiesen, die diese Re- 'ligion zu Hülfe genommen. So hat die Baukunst in ^Italien jenen griechisch romanischen Styl gefunden, !indem ste in den leichten, zierlichen, heiteren Wer- !ken der Constantinischen Zeit die Naturplastik derantiken Kunst in's Christenthum hineingebildet.Der Norden aber hat diese Werke schwerer fassend iAnfangs in longobardifche, sächsische, fränkische Weise .