i.^2 , Europa und die Revolution.
daß die krankhaften Organe, die selber nur wiederKrankes erzeugen mögen, den Dienst versagen, somußte es auch hier geschehen. Die Leidenschaften,die eben, indem sie den löblichen Brauch zu sichhinabgezogeu, rhu zum Mißbrauch verdorben ha- ^ben, hüten nun mit heuchlerischem Eifer das Ent-artete, indem sie stets auf seinen besseren Ursprungsich berufen, und reden damit leicht der gutmüthi-gen Beschränktheit ein, nicht bas Kleinste imWerke dürfe von der Stelle rücken. So beharr-ten die Einen eigensinnig, und die Andern erzürn-ten, daß man so Gerechtes versage; Alpen und ^weite Landerstriche trennten die Streitenden, undhinderten jede Verständigung. Zn Italien war ^der Mittelpunkt der Kirche, im Lande, das zu allerZeit das Herrlichste getragen, aber auch zugleichim Verderbniß edler Kräfte alle moralischen undphysischen Gifte erzeugt. Die Reformation ihrer- ^seits aber war von Teutschland ansgegangen, wodas Volk in treuherzigem Glauben die Religionimmer anfs Ernsilichste genommen, und jetzt nicht ^ganz grundlosen Verdacht geschöpft, daß frecherUnglaube frevle Spiele mit seiner Einfalt treibe.Als darum italischer Uebermuth höhnisch das An-sinnen der Sprecher abgewiesen, erwachte jener ^ethische Ingrimm, der dies Volk von je zum Werk-zeug der Nemesis gemacht, und schirmte die An- .