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Über die gegenwärtige Lage des Königreichs Hannover : ein Versuch, Ansichten aufzuklären
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V. Gegenwärtige Lage und Bedürfnisse.

die Summe des Ganzen entscheiden, nicht ein Einzelnes. Wenndas Einzelne in sich übtrcinstimmt, wenn das Ganze vom Zweckeder Vereinfachung und Stärkung des Staates sich nicht ent-fernt, wenn weiterem Fortschrciten in diesem Sinne keine Hin-dernisse in den Weg gelegt sind: so ist das Nöthige erreicht.Neue Rechte bedürfen wir kaum, wohl aber ist nöthig, daß desKönigs und des Volkes Rechte klar gestellt und in Ueberein-stimmung gebracht werden, daß man mit aller Macht den Streitentferne, in den beide gerathen zu scyn scheinen. Haben wirdas erreicht, dann erst ist dem Staate die Grundlage gewonnen,die nicht in äußerer Vereinigung besteht, sondern in der Liebeund dem Vertrauen aller zum Ganzen.

Aber noch eines mögen wir nicht vergessen. Dieser Staat,wie vorsichtig und weislich wir seine Verfassung ausstatten mö-gen, er kann dennoch nicht durch sich bestehen. Zerstückt, fastfremd in den einzelnen Theilen, überall granzend mit fremden,die dem Bürger naher stammverwandt sind, als die Mitbürgerin fernen Provinzen, nicht funfzehnmalhuudcrttauscnd Menschenmit mehr als dreihundert Meilen langer Granze umfassend,darf er niemals vergessen, daß er ein deutscher Staat ist, daßer nur in und durch Deutschland besteht, daß sein Wohlstandnur durch die engste Verbindung, durch Einheit mit Deutsch-land gesichert werden kann, daß seine Verfassung ihn vor allemmit Deutschland verbinden soll.

Könnte das Werk, von dem jetzt das Land alles hofft,dazu dienen, die Trennung Deutschlands zu befestigen, wahr-lich es unterbliebe besser. Das wird nicht der Fall scyn; wasdem innern Streite, der Selbstsucht wehrt, das wird vereini-gen; was nothwendige Entwickelung fördert, das wird Nach-folger erzwingen. Das Band, das Deutschland vereinigt, mußfester werden, und es ist die wichtigste Aufgabe jeder deutschenVerfassung: wie dies zu bewirken? Das Meiste und Wichtigstesteht noch in der Hand der Fürsten; jede Versaumniß wird ih-nen zur Last fallen, ihnen vor allem verderblich werden. Woaber die Völker neue Sicherung ihrer Rechte, Mittel ihre Stim-me geltend zu machen, fordern und erlangen, da nehmen auch