Druckschrift 
Über die gegenwärtige Lage des Königreichs Hannover : ein Versuch, Ansichten aufzuklären
Entstehung
Seite
123
Einzelbild herunterladen
 

26. Anträge der zweiten Cammer. 123

zweite Cammer trat diesem Beschlüsse bei, um nicht sofort Cvn-serenzcn zu veranlassen. Der mit der Bewilligung der Diätenzusammenhängende Antrag, daß die Regierung ihre Anträgedurch besvndre Cvmmissarien in der Versammlung vertheidigcnlasse, wurde ebenfalls an eine Commission verwiesen, und derersten Cammer gelang es, alle diese Anträge an eine und dieselbeCommission zu bringen.

Während sich nun die Versammlung mit den Anträgen derRegierung beschäftigte, die Herabsetzung des Licents annahm,die Wahlen der Städte aber durchaus auf das Princip derStadtvcrfassung zurückführtc, (die Ministerialproposition hatteein von dieser ganz abweichendes, mithin verwirrendes Principausgestellt) sollte diese Commission ihre Arbeit beginnen. Eshielt schwer die Wahlen zu bewirken, dann die vielfach beschäf-tigten Mitglieder zu einer Stunde zu vereinigen; auf jede in derVerhandlung selbst überwundene Schwierigkeit folgten neue; mankam nicht zum Ende; dann wieder neues Zögern, che eine zweiteSitzung statt fand. Es wurde davon geredet, wie erwünschtdieser Gang scy, um das übereilte Drängen der zweiten Cam-mer, auf die man gar zu gern den Verdacht revolutionärer Ten-denz geworfen hätte, zu lähmen; und selbst in der zweiten Cam-mer war die Stellung der Regierung noch durchaus nicht ent-schieden. Zuerst hatte man bei dem Anträge wegen Aufhebungder Mannsstifter einen sehr heftigen Widerstand dcrRegicrungs-parthei in der zweiten Cammer erfahren, und es war seitdemklar geworden, wie wenig ein Widerstand dieser Seite eine Ma-jorität gegen Maaßregcln der Reform hervorbringcn könne;dann war bei der Discussion über die Vereinigung der Domai-ncn der Widerstand derselben Seite gegen den Antrag auf Vor-legung eines Etats ganz auf gleiche Weise gebrochen. Bei denfernem Bcrathungen über den ersten Gegenstand ging nun auchdiese Parthei zu dem Plane über, durch Verweisung an die obigeCommission einen Gegenstand zu beseitigen, der ihren Wünschenwidersprach; und bei andern Gelegenheiten sprach sich diese Ten-denz gleichfalls aus. Es war für die gute Sache entscheidend,daß hier entgegengewirkt werde; denn wenn alles in Commij-