27. Der Landtag. Thronrede nnd Antwort. 115
licher Ministcrwechscl müsse mit jedem Tage erfolgen. Manglaubte, die Vereinigung der Cassen sey im Voraus genehmigt.Man erwartete mit Sicherheit die völligste Oeffentlichkeit derständischen Verhandlungen; denn über diese Puncte sollte derKönig sich besonders günstig ausgesprochen haben.
27. Der Landtag. Thronrede und Antwort.
Die Ständeversammlung wurde erwartet. Wenn auchdas Land noch immer von ihr wenig hoffte, so war doch jenererste Taumel, in welchem man gar keine Rücksicht auf sie nahm,und sich schon beleidigt fühlte, wenn die Proclamativu vom4. Februar keine andre als verfassungsmäßige Aenderung ge-statten zu wollen erklärte (eine Aeußerung, die Dank verdiente),vorbei. Man betrachtete sie als nothwendig; daran aberknüpften sich denn doch Forderungen und an diese Hoffnungen.Schon von Anfang der Bewegung hatte die Stadt Stade vonihrem bisherigen Abgeordneten, einem Staatsdiencr zu Han-nover, die Vollmacht zurückgefordert, und er hatte sich einerCorporation nicht aufdringen wollen, die ihm nicht zu vertrauenschien. Dies Beispiel wurde bald bekannt, verbreitet und nach-geahmt, und wenn auch nicht alle Deputirte, denen gleicheswiderfuhr, auf gleiche Weise handelten oder handeln konnten:so wurde doch die Zusammensetzung der zweiten Cammer fastmehr verändert, als dies bei den neuen Wahlen des Landtagsvon 1826 der Fall gewesen war. Dazu war die Versammlungzahlreicher als jemals eine frühere.
Sehr passend beschloß die Negierung die Sitzung feierlichzu eröffnen. Bis dahin war dies nur am Anfänge eines neuenLandtags geschehen, wie man überhaupt, sey es Vernachlässi-gung oder Absicht, den Ständen cs an jeder bedeutenden Er-scheinung im Leben gänzlich mangeln ließ. Um so mehr wardiese Eröffnung bedeutend. In der Thronrede erwartete manmit Sicherheit offne Erklärungen über alles, was inan begehr-te, über die Vereinigung der Domainen, über Dcffeiulichkeitder Verhandlungen, über die Bearbeitung einer Verfassungsur-
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