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Über die gegenwärtige Lage des Königreichs Hannover : ein Versuch, Ansichten aufzuklären
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112 IV. Neueste Ereignisse.

bestimmter auf einer durchgreifenden Reform der Verfassung be-stand , je untadclhaftcr die Mittel waren, die dahin führen soll-ten. Und diese Ansicht fand sehr bald einen Anhalt in der Per-son des allgemein verehrten Herzogs von Cambridge, der ander Spitze der Regierung stand, und durch seine Vermittelungbald auch in der Person des Königs selbst.

Der Göttinger Aufruhr hatte, die Landesverfassung gänzlichignorirend, die Bitte um Berufung einer aus allen Classcndes Volks frei gcwahltcn Standeversainmlung lindeine durch dieselbe zu errichtende freie Verfassung zumLosungsworte genommen, und dieses Begehren in seiner ganzenUnbestimmtheit wurde der Streitpunct, um den cs sich baldhandelte, auf den die Petitionen gerichtet waren, welche nachdem Beispiele von Münden fast alle Städte des Landes durchDeputationen nach Hannover sandten. Allein man war unklarüber die Art der Errichtung. Auf die gegenwärtige Versamm-lung gab man gar nichts; man hatte zu wenig von ihr gesehen,um sie nicht für ganz nichtig zu halten, oder lediglich für eineStütze des Adels, gegen den der Haß am meisten gerichtet war.Dem Könige allein die Verfassung zu überlassen, war man auchnicht geneigt. Daher wurde die Idee einer constituircnden Ver-sammlung mit Beifall ausgenommen. Das schien den Knotenvorläufig zu lösen; aber man ging weiter als selbst Hessen, wodoch etwas Bestehendes zum Grunde gelegt war, man riß sichvon aller Verfassung auf einmal los, und verdoppelte am Endenur die Schwierigkeiten, die inan hinwcgräumen wollte. Dennentweder mußte man auch die Berufung dieser Versammlungganz in die Hände der Regierung legen, oder diesen beidenCammeru, gegen die so viel Mißtrauen und Widerwille erregtwar, doch die Frage um zweckmäßige Zusammensetzung einerVersammlung zu lösen überlassen, und was war da gewonnen?

Indcß hatte die Landdrostei Hannover schon am 16. Januarzu Beruhigung des bewegten Landvolks Abstellung der Zehntenund gutshcrrlichcn Rechte gezeigt. Aus vielen Gegenden ver-langte der Baucrstand ebenfalls Sitz und Stimme auf demLandtage und wurde in diesem Begehren von den Städten