82 UI. Zustand der Verwaltung.
erschien, von fast allen Dorfschaftcn der Fürstenthümer Güttin-gen und Grubcnhagen gleichmäßig beauftragt war, dieses drin-gende Bedürfniß zur Sprache zu bringen.
Daß die Ablösbarkeit der Gefalle, die Abstellung der ge-hässigen Lasten des Leibcigcnthums, der verderblichen Zehnten,der in so mancher Beziehung schädlichen Dienste fast ganz uner-wogcn blieb, daß dcsfallsige Anträge ständischer Corporation«»die laueste Behandlung fanden, ja fast ganz in Vergessenheitgeriethcn, ist nicht minder wahr. Bei weitem das Wenigsteaber ist geschehen zur Förderung der eigentlichen Gewerbe*).Man kann mit vollem Rechte behaupten, daß die richtige Lei-tung der industriellen Thätigkeit die wichtigste aber freilich auchdie schwierigste Aufgabe der deutschen Regierungen dieser Zeitist. Preußen hat dieses zuerst begriffe», hat durch sein Steuer-system und die rastlosen Bemühungen seiner Staatsmänner un-glaublich viel gewirkt, und einen Vorsprung vor den übrigenStaaten gewonnen, der jetzt die zweckmäßige Fortbildung vonNorddeutschland bedeutend stört. In Hannover ist wenig odergar nichts geschehen. Anfangs hat man sich so ziemlich daraufbeschränkt, die Zünfte wieder hcrzustcllcn und die Bannrcchteanzuerkcnnen. Die Productc, welche das Land ausführt, wer-den meist vom Landvolke bereitet, man überließ sie ziemlich sichselbst, und legte höchstens neue Leinwandlcggen an. DasSteuersystem war bis 1825 wenigstens den Interessen derGewerbe geradezu zuwider.
Als indeß gegen 1824 der Ackerbau durch die niedrigenPreise sehr litt und dagegen die ländlichen Gewerbe sich einesguten Absatzes erfreuten; die städtischen aber bei der Wohlfeil-heit der Lebensmittel in einer erträglichen Lage waren, gcricthman auf den Gedanken, dem Lande durch die Gewerbe zu hel-fen, und um dies zu thun, zog man die städtischen Handwerkeaufs Land, völlig den Grundunterschicd verkennend, der zwischenHandwerkern für den unmittelbaren Verbrauch und Produccn-
') Vgl. die verschiednen Schriften von G. v. Gulich über dieseGegenstände.