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Über die gegenwärtige Lage des Königreichs Hannover : ein Versuch, Ansichten aufzuklären
Entstehung
Seite
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22 I. Deutschlands Stellung,

die jederzeit verderblich ist sondern klarer Einsicht, von demwas Noch thut, und festen Willens dasselbe durchzuführcn. Esist kein Kleines solchen Ucbcln zu begegnen wie die, unter de-nen wir liegen; wer aber Großes will, der muß die Kraft ha-ben für dasselbe eignes Wvhlseyu aufzuopfern. Wer das nichtvermag, wer sich fürchtet das als nothwcndig erkannte geradeauSzusprcchcn, um der eignen Zukunft nicht zu schaden, werdeshalb mit oberflächlichen Mitteln auszurcichcn meint, wie sicder Moment freilich verlangt, die aber den Grund der Ucbel we-der offen anerkennen noch bessern, der trete lieber zurück; denneinem solchen ist das Werk zu schwer, und er wird wahrlich fürdie eigne Ruhe besser sorgen, wenn er ganz aufgicbt, was seineKräfte übersteigt, als wenn er dazu beitragt eine kostbare Zeitzu vergeuden. Wer aber gar meinen möchte mit falscher Nach-giebigkeit für jetzt zu begütigen, um bei günstiger Gelegenheitdas alte Spiel fortzutrcibcn, der möge gewarnt scyn. Vor fünf-zehn Jahren hat Deutschland die alte Herrschaft sich wieder er-kämpft und laut gejubelt, daß das Werk der Treue gelang.Fünfzehn Jahre später ist eine Tiefe der Gährung, der Zerrüt-tung offenbar geworden, die niemand ahnden mochte. Wahr-lich es würden nicht aufs Neue fünfzehn Jahre vergehen, bissich ein neuer Anstoß ergäbe, und wäre dies der Fall, dannwürde keine Kraft der Erde vermögen, der furchtbarsten Um-wälzung Einhalt zu thun. Das Volk Deutschlands ist redlich,stark, tapfer und treu; aber wie cs keine Wvhlchat und keineNebe vergißt: so frißt auch Unmuth und Haß sich unheilbar einin die Gcmüthcr. Darum wehe der Zeit des Ausbruchs.