Wanderungen Jesu nach seiner Auferstehung. 485
Meeres. Der Blick in die nächste Umgebung, vorzüglich indie Gegend von Jerusalem ist aber nicht angenehm; denn
überall ist, wenige Stellen ausgenommen, Alles todt, und
man sieht nur öde kahle Berge und Thäler ohne Gebüschund Bäume. Dabei herrscht Grabesstille; denn es zeigensich nur wenig Menschen und selbst die Vogel sind selten.
In den frühesten Zeiten zündete man jedesmal beimEinteilte des Neumondes auf den Höhen des OelbergS Feueran, und sobald diese emporloderten, that man dasselbe aus
den übrigen Bergen Palästinas, um auf diese Weise dem
ganzen Lande den Mondeswechsel zu verkündigen.
Sonst zeichnete sich der Oclberg durch große Fruchtbar-keit aus; jetzt aber ist er ziemlich verwildert. Neuere Rei-sende haben kaum 50 Oelbäume auf dem ganzen Berge vor-gefunden und nur einzelne Weinstöcke, Feigen- und Mandel-baume auf ihm bemerkt. Außerdem zeigt sich hie und daelendes und dürres Buschwerk, so daß der ganze Berg beiseinem nackten Boden von gelblicher Farbe ein düsteres Att-sehn hat.
Als Jesus seine Jünger und vielleicht auch noch andereseiner Anhänger und Freunde auf dem Oelberge um sich ver-sammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie so lange in Jeru-salem verweilen sollten, bis seine Verheißung in Erfüllunggegangen und sie durch den göttlichen Geist mit höherer Kraftausgerüstet worden seyn würden, was in Kurzem geschehnwerde.
Unter denen, die um ihn versammelt waren, befandensich auch solche, die noch immer irdische Erwartungen vonJesu hegten und die ihn daher fragten, ob er nun bald dasneue Reich Israel errichten werde. Diesen gab Jesus zurAntwort, da er ihnen den Zweck seiner Sendung und seinesWirkens jetzt nicht abermals umständlich auseinander zu setzenvermochte: „Ihr werdet in dieser Hinsicht schon sehn, wasGott thun wird. Was euch angeht ist, daß ihr, nachdemihr mit der Kraft des göttlichen Geistes ausgerüstet wordenseyd, mein Werk fortsetzt und meine Lehre zu Jerusalem, inJudäa, Samaria und überall verkündigt."