Wanderungen Jesu nach seiner Auferstehung. 475
aus reichen Fang gethan hatten; denn sie fanden in demLiehe 153 große Fische. Hierauf lud Jesus seine Jüngerein, das Mahl zu halten. Alle hatten ihn jetzt deutlich er-kannt und folgten daher willig seiner Einladung. Jesus ver-richtete wahrend der Mahlzeit, wie er früher es gethan hatte,das Geschäft des Hausvaters; er theilte das Brod aus undreichte die Fische umher..
Nach Beendigung der Mahlzeit wendete sich Jesus anden Jünger Petrus, um zu sehn, ob derselbe sich von seinemfrühern Fehltritte wieder ganz erhoben hätte und etwas de-müthigcr geworden wäre, als er früher sich gezeigt hatte,wo er einem zu großen Selbstvertrauen sich hingab. DaPetrus so eilig zu ihm hcrbeigeschwommen war, so fragteihn Jesus: „Simon Johanna, liebst du mich wirklich mehrals die Andern, wie du es früher versichertest?" Aus dieseFrage antwortete Petrus weit bescheidener als sonst; denner behauptete nicht mehr, daß er Jesum mehr liebte, alsderselbe von den Andern geliebt würde, sondern er entgegnetenur: „Herr, du weißt es ja, daß ich dich lieb habe."Darauf erwiederte Jesus: „Nun so beweise es dadurch, daßdu dich derer unter meinen Bekennen, annimmst, die nochschwach im Glauben sind, und sie leitest und darin befestigst."Da Petrus Jesum dreimal verläugnct hatte, so legte dieserseinem Jünger auch dreimal dieselbe Frage vor, um ihn aufdas innigste zu bewegen und zu dem festesten Vorsah zubringen, seinem Meister die treueste Liebe zu weihn. Auchverfehlte Jesus seinen Zweck nicht; denn Petrus fühlte sichinnig gerührt und wehmüthig ergriffen, und berief sich end-lich auf Jesu Kenntniß der Herzen, durch welche derselbeauch von seiner Liebe zu ihm überzeugt seyn müsse.
Darauf sagte Jesus zu seinem Jünger Petrus: „Du
bedarfst auch einer innigen und treuen Liebe gegen mich;denn du wirst in deinen spätern Lebenstagen noch Leiden ummeinetwillen erdulden müssen und gefangen genommen, auchwohl zum Tode geführt werden."
Nach diesen Worten wünschte Jesus seinen Jünger Pe-trus noch allein zu sprechen und forderte ihn daher auf, mitihm abseits zu geben. Aber nicht Petrus allein folgte dem