Wanderungen Jesu nach seiner Auferstehung. 473
ein wahres Paradies geschildert. Der Boden war fett undsehr fruchtbar; Bäume der verschiedensten Arten und mit denherrlichsten Früchten fanden sich vor, als Oelbäume, Feigen-bäume, Dattelpalmen, Nußbäumc, Pomeranzcnbäume undWeinstöcke. Bei einem sehr günstigen Klima, das weder zuheiß noch zu kühl war, wurde der Fleiß, welchen die Be-wohner auf die Anpflanzung des Bodens verwendeten, reich-lich belohnt, weil jedes Gewächs daselbst trefflich gedieh.Dabei erhielten sich dort die Früchte sehr lange und mankonnte zehn Monate im Jahre hindurch ununterbrochen Feigenund Weintrauben ernten. Noch jetzt herrscht dasselbe Klimadort, und noch hat die Gegend viele Annehmlichkeiten; alleinsie ist sehr verwildert und öde, weil der Fleiß der Anbauermangelt, der eben so reichlich als früher belohnt werdenwürde, weil der Boden nicht minder als sonst fruchtbar ist.Die ehemals blühenden Städte und Flecken liegen jetzt allein Trümmern, und von vielen sind fast keine Spuren mehrvorhanden. Nur Tiberias, das in seiner jetzigen Gestaltfreilich nicht dem alten gleich kommt, schmückt noch das west-liche Ufer des Sees, und daselbst findet man einige 'Anpflan-zungen von Weizen, Gerste, Dhurra, Tabak, Melonen, Wein-reben und einigen Gemüsearten. Die Melonen, welche hierwachsen, sind von vorzüglicher Güte und werden in Akkaund in Damaskus sehr gesucht, wo diese Frucht beinahe einenMonat später reif wird. Auch wird jetzt hier noch dieBalsamstaude gezogen, durch die schon in den frühesten Zei-ten jene Gegend berühmt war.
An dem südlichen Ende des Sees, beim Ausfluß desJordans aus ihm, trifft man auf dem rechten und linkenUfer des Flusses ansehnliche Ruinen an, welche wahrscheinlichaus den Zeiten der Kreuzzüge hcrstammen; die beträchtlichenUeberreste einer Brücke aber, scheinen aus den Zeiten derRömer zu seyn.
An diesen See hatten nach Jesu Auferstehung sich dieJünger Simon Petrus, Thomas, Nathanael und die beidenSöhne des Zebedäus, Jakobus und Johannes in einer Nachtbegeben, um zu fischen. Da der Fischfang am besten beiAufgang oder Untergang der Sonne betrieben wurde, so