Wanderungen Jesu nach seiner Auferstehung. 467
Weg nach Silo abgeht, befindet sich ein schöner Brunnen, dervon den Christen in hohen Ehren gehalten wird und den sieden Apostelbrunnen nennen, weil Jesus auf seinen Wan-derungen sich mehrmals mit seinen Jüngern an ihm erquickthaben soll. Auch soll der göttliche Lehrer in demselben seinemüden Füße gebadet und dadurch dem Wasser eine vorzüg-lich heilsame Kraft mitgetheilt haben. Der Sage nach warhier auch die Stelle, wo Jesus, der Auferstandene, von denbeiden Jüngern sich trennen wollte. Von da ist noch einestarke Viertelstunde nach Emmauö, wo Kleophas zu Hausegewesen seyn soll.
Emmaus war zur Zeit Jesu ein kleiner Flecken, dernicht mit der Stadt Emmaus, welche später Nikopolis ge-nannt wurde (vergl S. 126), verwechselt werden darf. Erbefand sich ohngcführ 3 Stunden nordwestlich von Jerusalemund lag in dem Gebiete des Stammes Juda. Das Haus,in welchem Jesus mit den beiden Jüngern gespeist habensoll und das man für die Wohnung des Kleophas hält,wurde durch'die heilige Paula, als sie mit dem heiligenHieronymus Palästina durchwanderte, in eine Kirche umge-staltet, welche sie ihrer Tochter Eustochium widmete. Vondieser Kirche steht jetzt nur noch ein Stück Mauer mit eineraus bchauencn Steinen errichteten Thür; das Uebrige liegtin Trümmern.
I.XI.
Jesus, der Auferstandene, besucht seine Jünger in Jerusalem.
(Mark. 16, 14. Luk. 24, SS-49. Loh. 20, 1g- W.>
Nach Jesu Kreuzigung hielten sich dessen eilf Jüilgerund andere Anhänger des göttlichen Lehrers in stiller Ver-borgenheit in Jerusalem auf; denn sie fürchteten von JesuFeinden auch Nachtheil für sich, und deshalb hatten sie so-gar die Thüren verschlossen, um nicht überrascht zu werden,wenn die Feinde ihres Meisters etwa ihren Aufenthalt aus-findig machen sollten. Nur einzeln gingen sie hervor, wenndie Nothwendigkeit es erforderte, und bald begaben sie sichwieder in ihren verborgenen Aufenthalt zurück. Hierher eil-
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