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Siebentes Buch.
Als sie auf dem Rückwege nach Jerusalem begriffenwaren, begegnete ihnen Jesus, der Auferstandene, selbst undgrüßte sie. Von Staunen und Freude zugleich bewegt wuß-ten sie nicht, ob sie ihren Augen trauen sollten und ob siewirklich Jesum selbst, oder nur ein Trugbild schauten. Da-her betasteten sie seine Füße, und da sie sich nun überzeugthatte», daß Jesus wirklich vor ihnen stand und wieder lebte,so sielen sie vor ihm nieder, um ihm ihre 'Verehrung dar-zubringen; denn jetzt, da mit ihm das Außerordentlichstegeschehn und er dem Tode entrissen worden war, sahen siein ihm ein höheres Wesen. Jesus aber sprach liebreich zuihnen: „Seyd ohne alle Furcht und geht jetzt hin zu mei-nen Brudern (Jüngern) und verkündigt ihnen, daß ich wie-der lebe, damit sie sich nach Galilaa begeben; denn dortwerden sie mich wieder sehn." Diesen Auftrag ihres gelieb-ten Freundes erfüllten hierauf die Frauen treulich.
Wahrend diese nun nach der Stadt zurückkehrten, warMaria Magdalena wieder bei dem Grabe angelangt. Wei-nend stand sie vor demselben und tiefbetrübt, als sie nichteinmal den Leichnam des geliebten Freundes mehr fand,schaute sie in das Grab, um vielleicht Etwas zu entdecken,was ihr einigen Aufschluß über das Unbegreifliche zu gebenvermöchte. Da sah sie zwei Männer in weißen Kleiderndarin, die ihr als Engel.erschienen. Diese fragten sie, war-um sie weine: „Ach, entgegnete sie, man hat meinen Herrnhier weggenommen, und ich weiß nicht, wohin er gelegt
worden ist." Nach diesen Worten sahe sie sich um, wahr-scheinlich durch ein Geräusch dazu veranlaßt. Da erblickte
sie einen Mann hinter sich, den sie nicht sogleich als ihrenLehrer und Freund erkannte und den sie für den Gärtner
hielt, weil er vielleicht Gärtnerkleidung trug. Auch dieserfragte sie, warum sie weine und wen sie suche? Maria, inihren Schmerz versunken, erkannte auch die Stimme nochnicht und gerietst auf die Meinung, daß vielleicht der Gärt-ner den Leichnam ihres Freundes an einen andern Ort geschaffthabe. Daher fragte sie den vermeinten Gärtner: „Herr,hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegthast, dann will ich ihn holen." Hierauf sprach Jesus, der